Peasant / Bound For Glory
Bound For Glory Spielzeit: 38:44
Medium: CD
Label: Schnitzel Records, 2012
Stil: Singer/Songwriter

Review vom 27.04.2012


Markus Kerren
Gerade mal 25 Jahre alt ist Damien DeRose, die Hauptperson hinter dem Bandnamen Peasant. Dennoch legt er nun sein bereits drittes Album mit dem Namen "Bound For Glory" vor. Zugegebenermaßen sind mir die beiden Vorgängerwerke "On The Ground" (2009) und "Shady Retreat" (2010) bisher nicht bekannt, aber aus dem mitgelieferten Promo-Material geht hervor, dass diese wohl noch wesentlich spärlicher instrumentiert waren, als es auf der aktuellen Scheibe der Fall ist. Wobei DeRose auch auf den 13 neuen Tracks ungefähr so weit vom Bombast entfernt ist, wie Hamburg von Tokio (oder so...).
Denn die Hauptrollen bei den minimalistisch in Szene gesetzten Titeln werden auch hier von der Akustik-Gitarre und dem Gesang übernommen, unterstützt von zumeist sehr spärlicher Begleitung auf einem Bass, dem Schlagzeug sowie hier und da auch mal vom Keyboard. Die Musik von Peasant ist definitiv zum intensiveren Zuhören gedacht, nebenbei abgespielt läuft die Platte dann doch recht unauffällig an einem vorbei.
Wenn man den Stücken aber seine Aufmerksamkeit schenkt, wird man auch sehr schnell belohnt. Die Melodien sind gut, die Arrangements abwechslungsreich genug und die Produktion stimmt auch. Lediglich der Gesang von Damien DeRose wird die Musikfreunde wahrscheinlich spalten.
Dieser ist nämlich oft sehr hoch angelegt und rutscht in den ungünstigsten Momenten - die glücklicherweise eher Seltenheitswert haben - auch mal ins Weinerliche ab. Ein hohes Qualitätslevel darf man hingegen den Texten attestieren, die interessante Geschichten über zwischenmenschliche Beziehungen wie intensive Beobachtungen darstellen und mit durchaus nachdrücklichem (wenn teilweise auch fast introvertiertem) Gesang überliefert werden.
Außerdem ist "Bound For Glory" auch eine jener Scheiben, die mit jedem Durchlauf dazu gewinnt. Da kommen einem (zugegebenermaßen über Umwege) auch mal alte Helden wie Jim Ford oder Nick Drake in den Sinn, aber die Vocals erinnern ebenso an die Zerbrechlichkeit eines Elliot Smith. Auch die Musik von Tim Hardin könnte DeRose ohne Weiteres inspiriert haben. Die Bühnenbretter hat der Mann aus England bereits mit Größen wie Steve Earle oder Albert Hammond Jr. geteilt, wodurch er sich sicherlich auch ein paar gute Tricks und Kniffs aneignen konnte.
Wie es sich für einen gestandenen Singer/Songwriter, der etwas auf sich hält, gehört, stammen sämtliche Tracks auch aus der Feder des Protagonisten. Mein persönlicher Favorit des Albums ist "Girls", das mit einem gewissen Country-Touch (im Stil von Neil Youngs "Old Ways") daherkommt, über einen klasse Groove verfügt und richtig Spaß macht.
Oder der Rausschmeißer "Don't Let Me Down", bei dem die Drums - im Vergleich mit den anderen Stücken - richtig Druck machen und knallen. Aber auch das flockige "The Flask" oder das folkige "Gone Far Lost" können überzeugen. Letzten Endes sind zwei Grundvoraussetzungen notwendig, um diese Scheibe auch genießen zu können. Zum einen sollte man sich intensiver auf sie einlassen können und zum zweiten darf man keine Aversion gegen diese hohe Stimme haben.
Wie gesagt nicht wirklich als Hintergrundmusik geeignet, aber mit viel Potenzial gesegnet, wenn man sich das Teil in einer entspannten Stunde bei einem guten Glas Wein in den Player schiebt.
Line-up:
Damien DeRose (vocals, guitars, bass - #1,2,5,8,10)
Ben Mazzochetti II. (bass - #6,12)
Bruno Joseph (bass - #3,4,9)
Mike Ruhl (bass- #7,11,13)
Joe Montone (keyboards - #11,13)
Farzad Houshiarnejad (keyboards - #1,4)
Mike Cammarata (drums)
Alex Bortnichak (drums - #7,11)
Tracklist
01:Bound For Glory
02:The Flask
03:Girls
04:We're Not The Same
05:A Little One
06:Doesn't Mean
07:Amends
08:Gone Far Lost
09:Take It Light
10:Mother Mary
11:Pretty Good
12:Stars
13:Don't Let Me Down
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