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Das ist ja ein Ding. So etwas würde ich gerne miterleben.
Peter Piek ist Künstler im wahrsten Sinne des Wortes... Musiker, Maler und Schriftsteller. Zum Titelsong seines Albums "I Paint It On A Wall" hat er verschiedene Bilder gemalt und zu dem, was sonst noch passiert, kann er am besten mit dem Text zitiert werden, den er dazu am 11.02.2009 auf seiner Homepage schrieb:
»Der Song hat verschiedene Ebenen. Jede Songebene wird in mehreren Bildern ein entsprechendes Pendant erhalten.
Natuerlich steht jedes Bild und der Song auch fuer sich allein. Trotzdem koennen Sie zusammen ein ganz neue Musik Malerei Raum Zeit Erfahrung bringen:
In der Ausstellung muessen dann alle Bilder zu sehen sein. Ueber Jedem Bild muss ein Lautsprecher unsichtbar angebracht sein, der seine entsprechende Songebene wiedergibt. Wenn man zum Bassbild laeuft wird der Bass dadurch lauter.
Die Normalabmischung des Songs kann man nur in der Mitte des Raumes sehen und hoeren.
Die Bilder werden im Uhrzeigersinn angeordnet. So wie sie im Song vorkommen. Gitarre Strophe. Gitarre Refrain. Gitarre Bridge. usw.
DAs Strophe-Bild wird nur in der Strophe zu hören, die ganze zeit aber sichtbar sein.
Man kann also dann in dem Song mit den Augen und den Ohren umherlaufen. Da tun sich ganz neue Raeume auf.«
Die Verbindung von Musik und Malerei ist ja nichts grundlegend Neues. Malen nach Musik kann als kindliche Kunsterziehung dienen und Piek ist ein Künstler, der in beiden Richtungen eine Verknüpfung sieht.
Neben der etwas über eine dreiviertel Stunde Musik ist es gut, auch den Maler Piek zumindest über fünf seiner Werke im Booklet kennenzulernen. Natürlich soll es hier zentral um die Musik auf seinem dritten Album gehen. Piek ist ebenfalls auf Samplern vertreten und hat auch eine Single mit dem Titel "What About The Ladies/You're So Right" veröffentlicht. Hey, das passt ja prächtig, denn beide Kompositionen sind auf vorliegendem Album vorhanden.
"What About The Ladies" ist ein von Riffs in unterschiedlichen Tönungen gespielter Powersong, der einen bildlich gesehen an die Wand drückt. Da ist im Sinne von Punk'n'Roll viel los und das E-Gitarrensolo beschreibt die Befreiung der Seele. Piek ist ein instrumentaler Tausendsassa, denn er spielt elektrische sowie akustische Gitarre, Piano, Keyboards, Bass und sorgt für zusätzliche Drumrhythmik.
"You're So Right" setzt auf ein ganz anderes Feeling. Zunächst einmal ist da ein guter Chorus zugange und darüber hinaus ist die E-Gitarre quasi auf einer Art Reise unterwegs. Da gibt es einerseits Farbtupfer aus Regionen, wo die Sonne ständig für Wärme sorgt und sich andererseits irgendwo auf der britischen Insel tummelt.
Gekonnt ausgedachter sowie arrangierter Indie Rock macht die Runde und auch wenn man bei der Malerei unterschiedlicher Meinung sein kann, bietet Pieks Stimme bestimmt Anlass zur Diskussion. Es mag auch Hörer geben, die von seinem relativ hohen Gesang gar nicht begeistert sind. Für mich war das im ersten Lied der Überraschungseffekt... nach der Streichereinleitung. Hier werden die E-Gitarren schön flüssig gehalten. "I Sleep Beneath The Golden Hill" macht durch viele kleine rhythmische Bonbons auf sich aufmerksam und es gibt zwei 'Unterwassersongs'. Piek versucht erst gar nicht, eine Art Unterwasserstimmung zu kreieren. Vielmehr singt er sowohl in englischer wie auch in deutscher Sprache und selbst das passt perfekt. Genau so wie das Piano und die Streichereinlagen. "Underwater Death Song" ist ein faszinierendes Gemälde und dagegen lebt der "Underwater Love Song" von vielen verschiedenen Gitarrensounds und besonders gefallen mir die herrlich melodischen Basstöne.
Bei den wie an einer Perlenkette aneinander gereihten Informationen zu den Songs stolperte ich über den Namen Isaac Hayes. "Ye-e-he-e-hey" wurde von ihm und Piek geschrieben. Hammer! Wie kam das denn zustande? Wie dem auch sei, hier zaubern abermals die Gitarren in ganz unterschiedlicher Couleur Stimmungen. Mit viel Ausdauer serviert ein Sechssaiter wunderschöne Riffings und dann gibt es ein in seiner Einfachheit schon wieder tolles Solo.
"Feel The Love" macht mit dem Piano Stimmung und irgendwie musste der Indie Rock-Musikrahmen ja explodieren. Ne, Leute, diese Lieder haben viel mehr zum Inhalt. Sehr schön sind auch Instrumente wie Saxofon, Trompete oder Flügelhorn integriert worden.
"I Paint It On The Wall" ist eigenwillig und will erobert werden. Lässt man sich auf die dreizehn Songs ein, wird man viele Kleinode entdecken. Peter Piek ist bestimmt kein Musiker, der Songs mit einem Federstrich zustande bringt. Solche Musik hat einen ganz persönlichen Charakter und der Mann wandert auf einem schmalen Grat. Aber genau das macht die Faszination seiner Lieder aus. Unbedingt Reinhören!
Line-up:
Peter Piek (vocals, electric guitar, acoustic guitar, bass, piano, keyboards, additional drums)
Sascha Stiehler (electric piano - #4)
Antonio Lucacui (saxophone)
Andreas Hillmann (trumpet, flugelhorn)
Bjørn Mäurer (violin)
Asita Tamme (violin)
Charlotte Hacker (cello)
Markus Christ (percussion)
Tim Neuhaus (tambourine - #9, backing vocals - #9)
Christian Schönholzer (drums)
Missin Cat (backing vocals - #10,13)
Katharina Madry (backing vocals - #9)
Ronny Seiler (backing vocals - #8)
Andreas Laudwein (backing vocals - #8,10)
| Tracklist |
01:I Sleep Beneath The Golden Hill (3:14)
02:The Words They're Left Undone (3:38)
03:What About The Ladies (2:37)
04:Elli (3:24)
05:I Paint It On A Wall (3:26)
06:Underwater Death Song (Album Version) (5:29)
07:Ye-e-he-e-hey (2:51)
08:Feel The Love (3:56)
09:You're So Right! (3:03)
10:Meteorite Float (4:35)
11:Underwater Love Song (4:37)
12:Tree (3:24)
13:Shades Of Grey In December (3:17)
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Externe Links:
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