Pleasure Dome / For Your Personal Amusement
For Your Personal Amusement Spielzeit: 43:46
Medium: CD
Label: Escape Music, 2008
Stil: Mel. Hard Rock

Review vom 15.07.2008


Daniel Daus
Pleasure Dome geben mir so einige Rätsel auf. Zunächst fragte ich mich, was der Name an sich in der Übersetzung bedeutet, konnte aber in keinem Nachschlagewerk irgendeine gängige Begriffserklärung dafür finden. Aufgrund des recht merkwürdigen Coverbildes und dem Bandfoto auf der Rückseite der Promoscheibe deute ich ihn als 'Vergnügungspark' oder so was ähnliches (was ja eigentlich normalerweise im Englischen eher 'Funfair' heißt).
Die Band setzt sich allerdings aus recht bekannten Namen der Melodic Rock-Szene zusammen: Sänger Ted Poley (Danger Danger), Drummer John Hummel, Gitarrist David Tsien (Skin Tag), Keyboarder Charlie Calv und Bassist Ed Avila (beide Shotgun Symphony) haben bereits allesamt eine bewegte Studio- und Live-Musikerkarriere hinter sich.
Weiterhin lassen mich die recht unterschiedlich gestalteten Stücke auch nach mehrmaligen Hören in verschiedensten Lautstärken (man sollte schon eine gewisse Dezibelzahl auffahren...) etwas ratlos zurück. Ob man sich von der bunten Artenvielfalt in Sachen Attraktionen, die ein solcher Park nun mal mit sich bringt, inspirieren hat lassen? Nach einem etwas episch wirkenden Instrumentalintro (nochmals etwas abgewandelt am Ende als Outro) knüppeln die Jungs zunächst mit einem psychedelisch angehauchten Hardrocker ("Trapped") los, um danach ein ultraschmalziges und mit banalem Text versehenes "One And Only" abzuträllern, wobei lediglich ein schönes E-Solo den Song noch gerade so erträglich gestaltet.
Das gleiche Spielchen wiederholt sich bei den folgenden "The Aura That Surrounds You" (wieder ziemlich hart; schon ein blöder Titel, oder?) und "Praying For A Miracle", das ebenfalls in bester Schmachtfetzenmanier dargeboten wird. Nach einem recht unscheinbaren Lied ("Always Tomorrow") erhält man die nächste Überraschung: Bei "Love Is A Game" gesellt sich zu Poley plötzlich eine unbekannte Dame (auf Promo und Beipackzettel nicht benannt), die irgendwo zwischen Doro Pesch und Robin Beck einsortierbar erscheint, und verleiht dem in Melodic Rock-Sphären wandelnden Song eine sehr interessante Note. Für mich das beste Stück des Albums.
"Seems Like A Dream" kommt mit fast schon progressiven Zügen daher, danach hat die geheimnisvolle Dame beim ebenfalls recht schönen "I Won't Cry" erneut die Duettrolle inne. Stadiontauglich wird es bei "Return To Zero" (recht massenkompatibler Refrain), sehr aggressiv beim Psychedelic-Rocker mit 70er-Flair "(Who Will) Save The World" (mit nervigen Sirenentönen gegen Liedende, die so aufregend wie eine Feuerwehrübung im Rheinberger Stadtpark wirken...).
Insgesamt fehlt mir irgendwie die musikalische Linie, hier wird meiner Ansicht nach zuviel in verschiedene Richtungen herumexperimentiert. Eine Art musikalische Achterbahnfahrt. Der Gesang von Poley ist natürlich recht prägnant, die Musikerleistungen sind ohne Frage absolut profihaft ausgeführt. Trotzdem bleibt es bei Pleasure Dome letztendlich wie damals bei der Zuckerwatte zu Kindeszeiten auf der Kirmes: In kleinen Portionen recht genüsslich, in großen Mengen Magenschmerzen garantiert...
Tracklist
01:For Your Personal Amusement
02:Trapped
03:One And Only
04:The Aura That Surrounds You
05:Praying For A Miracle
06:Always Tomorrow
07:Love Is A Game
08:Seems Like A Dream
09:I Won't Cry
10:Return To Zero
11:(Who Will) Save The World
12:For Your Personal Amusement (Reprise)
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