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Mulitkulti ist ja bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in aller Munde. q.age aus Würzburg kann da mitreden. Mitglieder kommen aus New York, Rumänien und die Sängerin Senta Studer kann auf ihre berühmte Mutter Sheryl Studer verweisen. Die amerikanische Opernsängerin ist zweifach mit einem Grammy ausgezeichnet worden. Leider sagt mir die Opernsängerin nichts, aber wenn man Senta singen hört, dann ist man vor Begeisterung platt. Mit den verschiedenen familiären Wurzeln spielen die Kicker der Nation einen beherzten und erfischend guten Fußball.
Wie steht es mit q.age aus? Ohne Zweifel singt sich Studer in die Herzen der Hörer. Sie kann einerseits sanft umschmeicheln und andererseits ist sie in der Lage, ihrer Stimme eine gewisse Rauheit zu verpassen. Musikalisch stellt das Quintett Musik zusammen, die ziemlich víelfältig ausfällt. Mit dem vom Reggae angetriebenen "Time Trains Time" gibt es zum vielleicht anstehenden Sommermärchen des Fußballs einen herrlichen Sommerhit von q.age. Von einer lockeren Vertäumtheit geht es rhythmisch knackig weiter und dann offeriert man dem Hörer auch noch ein schönes, gut vorbereitetes E-Gitarrensolo mit starken Wah Wah-Effekten. Da geht die Sonne von ganz alleine auf.
Die einleitenden Pianoklänge und Studers Stimme lassen "C The Monkey" nicht gerade auf einen Affen, der auf den Namen Charly hört, schließen. Die Nummer ist ein großes Stück an Emotionen, die mit Streichersounds und anderen klassisch klingenden Instrumenten sowie der akustischen Gitarre im Stande ist, die Klaviatur der Gefühle voll auszukosten. q.age kennen sich in der Geometrie wohl bestens aus, denn sie schaffen es noch, den Kreis in ein Quadrat zu verwandeln. Relativ harte Beats und zirpende Synthesizer lassen Erinnerungen an den Wave Pop/-Rock der achtziger Jahre aufkommen. Gäste gibt es auf allen zwölf Songs. Für die "1000 Years Of Love" steht der Stauder Kat Senf zur Seite und der Leser kann sicher sein, dass es hier keine Wortspielerei geben wird. Geliefert wird ein sehr tragfähiges Duett und immer wieder spielt die akustische Gitarre eine Rolle im Gesamtsound der Band. Der Sechssaiter kann ganz unscheinbar mit von der Partie sein, allerdings darf er auf keinen Fall fehlen. Großartig, wenn die Akustische mehr im Vordergrund spielt.
Geschickt injiziert man "Rock With Me" ein iberisches Flair. Dafür ist abermals die akustische Gitarre zuständig. Wieder passt diese Hymne perfekt zum Sommer. Die E-Gitarre macht ordentlich Laune und Daria ist als Gastsängerin aktiv. "Human Race" entwickelt die Überballade. Ein gewisser Mr. Clarino spielt eine wunderschöne Klarinette und das Orchesterbesteck wird auch wieder aufgetischt. Die Dynamik steigt und steigt. Darüber schwebt die E-Gitarre und zum Schluss senkt man das Tempo wieder. Als nächster Track folgt "Moneycard". Hier gibt es zur Panflöte sowie Cello sanfte Klänge zu hören. Es ist ein Song, der sich mit seiner sehr klassischen Atmosphäre von den anderen Kompositionen abhebt.
Ganz am Ende der CD befindet sich ein Stück, das von Senta Studer geschrieben und sehr sparsam arrangiert wurde. Rechnet man in "Senta's Sonatina" mit einer gesanglichen Trumpfkarte der Frau, dann wird man enttäuscht, denn die Nummer ist ein Instrumental. Wieder macht die Klassik ihre Aufwartung und so schließt das Album sehr sinnlich.
Der bunt gemischte Fünfer bietet einen guten Mix mit verschiedenen Einflüssen, die sich in auf den einzelnen Tracks widerspiegeln. Senta Studers Stimme sorgt für den individuellen Touch des Albums und gemessen an dem Titel der Platte möchte man schon einige Songs für eine 'einsame Insel' im Gepäck haben. Hymnen hat es ausreichend und durch die E-Gitarre rockt es auch entsprechend. Extrem gut ist die Kombination von klassischen Instrumenten und balladesken Einspielungen. Die akustische Gitarre macht sich besonders gut in den Songs und in den Arrangements trägt q.age nie zu dick auf. Eine gelungene CD für den Sommer und seine lauen Abende.
| Tracklist |
01:Time Trains Time (3:06)
02:C The Monkey (5:27)
03:1000 Years Of Love [feat. Kat] (3:45)
04:Dirt (3:48)
05:Rock With Me [feat. Daria] (2:43)
06:Young Times (3:37)
07:Burning Love (4:39)
08:Maybe I'm Crazy [feat. Kat] (2:58)
09:Human Race (3:54)
10:Moneycard [feat. Daria] (2:36)
11:Scream [feat. Kat] (4:12)
12:Senta's Sonatina (2:28)
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