Quiet Confusion kommt aus der Nähe von Verona und macht ganz schön viel Lärm. Folglich kann von 'quiet' nicht die Rede sein. Wenn man bei 'Confusion' nicht nur Verwirrung oder Trubel meint, sondern auch Verschmelzung, dann ist der zweite Teil des Bandnamens treffend ausgewählt worden.
Die Gruppe hat ihren geografischen Ursprung in Italien, musikalisch befindet er sich eindeutig im Blues. Gut so, denn den Zwölftakter hat man nicht zugekleistert. Der schimmert an allen Ecken und Kanten durch. Sehr wohl hat Quiet Confusion ihn mit vielen feinen Zutaten geschmacklich aufgearbeitet. Welche Musiker auch immer hinter dem Bandnamen stecken ... sie sind verdammt gut.
Das 2009 gegründete Quartett versteht es auf überzeugende Art und Weise ihren Blues-geschwängerten Rock an den Mann zu bringen. Was insbesondere zur tollen Stimmung vor den Lautsprechern sorgt, ist der nicht nur einmalige Einsatz des Bottlenecks. Der Schwerpunkt der insgesamt elf Nummern liegt eindeutig beim Zwölftakter. Dabei würzt Quiet Confusion den Sound mit Funk, Southern-Flair beziehungsweise Rock'n'Roll und neben den Gitarren sorgt hier und da das Keyboard (von einem Gastmusiker gespielt) für eine entsprechende Klangfülle.
Die Combo geht mit einer wohltemperierten Härte ans Werk und des Sängers raue Stimme verfügt über einen ordentlichen Reibeisenbelag. JoJo Burgess von Hokie Joint mag dabei als Vergleich herhalten. Der Sechssaiter wird mit einem variantenreichen Riffing gespielt und ganz allgemein hat man alle Tracks toll arrangiert. Die Rhythmuswechsel, Breaks und Refrains machen die Lieder höchst abwechslungsreich.
Auf der Suche nach Balladen wird man kaum fündig. Die ruhigeren Grooves hat die Gruppe in den Tracks untergebracht. Nur einmal lässt man eine dynamisch-langsamere Nummer namens "Electric Sunday" vom Stapel. Hier verpasst der Vierer dem Lied einen verschleppten Chicagorhythmus. Am Ende wird das Feeling durch eine deutliche Tempoverschärfung konterkariert. Das Bottleneck fährt gekonnt über die Saiten und diese Geschwindigkeitswechsel kann man durchaus als eines der Markenzeichen hervorheben. "Rock Till I Ride" ist ein weiterer Höhepunkt der Scheibe.
Nur die letzte Nummer sprengt den zeitlich gesetzten Rahmen der anderen Songs. Mit gut fünfeinhalb Minuten ist "Jack The Ripper" der Ausreißer nach oben. Es groovt auf Quiet Confusion Art und Weise und auch hier lässt man einen relaxten Teil, dieses Mal in funkiger Auslage, einfließen. Grundsätzlich wird auch das Wah Wah-Pedal aktiviert. Die Orgel wird wieder einmal aktiv und dann bekommt das Stück einen Jam-Charakter mit psychedelischem Höhenflug. Dabei werden obendrein noch klasse Saxofonsounds (ebenfalls von einem Gastmusiker gespielt) kreiert. Zum Abschluss der Platte haut man noch ein Highlight raus.
Das Blues-Blut der Scheibe pulsiert kräftig und die rasanten Beats des Schlagzeugs sind zusammen mit dem bestens pumpenden Bass das Fundament, auf dem sich die Sechssaiter nach Lust und Laune austoben können.
Quiet Confusion überzeugt in allen Belangen. Auf "Jungle" wird ordentlich auf die Tube gedrückt und mit einem sehr gut intonierten Rock'n'Roll gepunktet. Der Vierer aus Verona ist klasse und auf der Grundlage der elf Tracks darf man gelassen davon ausgehen, dass das Quartett bei Liveauftritten die Hütte zum Brennen bringt.
Tracklist |
01:Freeway (3:20)
02:Overdrive (3:31)
03:Baby Take The Sun On The Beach (2:40)
04:Give Up Living (4:31)
05:Electric Sunday (3:38)
06:Funiculi Into The Tetrapak (3:12)
07:Jungle (4:09)
08:Street Love Lady (3:07)
09:Rock Till I Ride (2:46)
10:Death Proof Race (3:03)
11:Jack The Ripper (5:37)
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