Al Rose / My First Posthumous Release
My First Posthumous Release Spielzeit: 57:31
Medium: CD
Label: Monkey Holding Peach Records, 2008
Stil: Roots Rock, Singer/Songwriter

Review vom 22.03.2009


Norbert Neugebauer
Al Rose ist das Synonym von 'Brösel' Feldmann in Amiland, aber das weiß keiner. Dabei sind seine Geschichten, die er auf mittlerweile fünf CDs erzählt, genauso schräg, wie die vom Werner. Dass er noch unter uns weilt und folglich seine 'erste Veröffentlichung nach dem Ableben' reiner Titel-Schmarrn ist, versteht sich von selbst.
Das Alter Ego stammt angeblich aus Chicago, dass er aber eher gediegene Südstaaten-Musik macht, das spielt dann auch keine große Rolle. Schöne rootsmäßige Songs, mit Texten, haushoch über Schulenglisch-Niveau, oder vielleicht auch nur abgedrehter Nonsens, wer weiß, wen interessiert's? Die Lyrics sind im Booklet abgedruckt.
Im Line-up finden wir seine ständige Band The Transcendos, in mittlerweile veränderter Besetzung seit dem ersten Album dabei. Dazu eine ganze Reihe von Gästen, die die Stücke mit diversen Blas-, Schlag- und Streichinstrumenten sowie Backing Vocals jedoch nicht zukleistern, sondern wohl dosiert illustrieren.
Der Auftaktsong geht schon mal gut ins Ohr und Al Rose hat eine angenehme Singstimme. Dazwischen eine Passage mit Sprechgesang, nicht schlecht. Der Titeltrack ist echt schräger Humor, richtig dick arrangiert mit schluchzenden Geigen und Grand Finale. Skurril geht's weiter, mit manirierter Stimme beweint er sich selbst und lässt dazu eine Singende Säge jaulen. Rockiger dann "All The Trains Are Gone", aber nicht weniger seltsam.
Das ganze Album ist seltsam, voll morbiden "Harold & Maude"-Charmes. Beim "Luck And Circumstance Blues" lässt Rose es dann endlich scheppern, Slide und wüste Percussions im Gallop. Bluesy, aber wieder mit angezogener Handbremse geht's mit "Infectious Smile" weiter, dann leitet der "Haiku Blues" den zweiten Teil ein, der als Mini-Soundtrack zu einer Western-Parodie taugen würde. Rockabilly, Roots- und Desert Rock, New Country und zum Schluss noch mal ein Schleicher - Al Rose erzählt in wunderlichem Licht seine merkwürdigen Stories, die oft richtig kleine Meisterwerke sind.
"My First Posthumous Release" ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich, sicher nichts, was beim ersten Hören sitzt. Das Gegenteil von Mainstream und deshalb lohnt es sich, da mal kräftig reinzuhören. Anspieltipps "Luck And Circumstance Blues", "Mud On Mud" und "Ruby Shade".
Line-up:
Al Rose (vocals, acoustic and electric guitars)
Steve Hashimoto (bass)
Sarah Allen (drums)
Steve Doyle (electric guitar)
Maury Smith (acoustic and electric guitars and vocals)
Laura Byle (vocals)
Carter Luke (piano and organ)
Tracklist
01:Down The Mississippi
02:My First Posthumous Release
03:I'm Gonna Miss Me When I'm Gone
04:All The Trains Are Gone
05:The Miracle Of Pain
06:Luck And Circumstance Blues
07:Infectious Smile
08:Haiku Blues (Neither/Nor)
09:Guilty Pleasure
10:Mud On Mud
11:Ruby Shade
12:Soft Core Hope
13:Half A Waltz
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