Jessica Rydén / My Little Heart
My Little Heart Spielzeit: 43:26
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2013
Stil: Singer/Songwriter

Review vom 18.09.2013


Sabine Feickert
Jessica Rydén aus Stockholm, Singer/Songwriterin mit Liebe zur Popmusik. Vor sechs Jahren buchte sie kurzentschlossen einen Songwritingworkshop in Griechenland, kaufte sich auf dem Weg dorthin ein Keyboard und brachte nichts mit, als den Drang in die Welt der Musik einzutauchen. Seither konnte sie nicht mehr aufhören, Songs zu schreiben.
Ihr Erstling "My Little Heart" wurde 2011 aufgenommen, 2013 von Stockholm Mastering remastered und fand den Weg unter die Fittiche von Hemifrån. Unseren Stammlesern, zumindest denen, die sich auch für die leiseren Töne erwärmen können, dürfte dieser Name bereits ein Begriff sein.
Leise beginnt Jessicas Album denn auch. "My Little Heart", "New Love" und "Chosen By Love" sind besinnlich; klarer und zarter Gesang bei dezenter Instrumentierung vermitteln eine nachdenkliche bis melancholische Atmosphäre. Die Songs ähneln sich stark, sind eher als Ensemble denn Solisten zu betrachten.
"I Got Life" beginnt ebenfalls ruhig und harmonisch, wirkt dann aber durch dramatische Klavierpassagen lebhafter. Kein bisschen bluesig, sondern wieder sehr ruhig und harmonisch plätschert "Billie Sings The Blues" dahin. Auch "Frosty Patterns" bleibt in diesem Fahrwasser, erhält etwas Tiefe durch Sten Fläders Orgel- und Bassarbeit und leicht dramatische Elemente durch Echoeffekte in Jessicas Gesang.
"Today" knüpft wieder an den Anfang an, sparsam hauchende Instrumente zu elfenhaftem Gesang. "South Africa" startet dissonant, Bass und Percussion setzen vereinzelte Akzente. Auch "The Last Time I Saw Richard" setzt auf dissonante Parts, die sich mit den harmonischen abwechseln.
Insgesamt plätschert das Album für meinen Geschmack etwas zu gleichförmig dahin. Jessica Rydéns Stimme ist grundsätzlich sehr schön und klar, auch die Instrumente sind sauber gespielt, doch so wirklich rund erscheint mir "My Little Heart" noch nicht. Die Ansätze auch mal mit Dissonanzen zu spielen, sind zwar durchaus eine Möglichkeit für etwas Abwechslung zu sorgen, erscheinen mir jedoch (noch) nicht ganz schlüssig eingesetzt.
Als Debüt auf jeden Fall schon in die richtige Richtung zeigend, kann hier speziell am Songwriting noch ein bisschen weiter gearbeitet und gefeilt werden. Etwas Mut zur Dynamik und Akzentuierung einzelner Instrumente würde dabei wohl nicht schaden.
Genreliebhaber, die auf der Suche nach neuem Futter sind und sich beispielsweise für
Annie Gallup oder Auburn begeistern, sollten hier aber auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren.
Line-up:
Jessica Rydén (vocals, keyboards)
Sten Fläder (guitars, banjo - #11, bass - #6, organ - #6, drums - #6, percussion - #9)
Maria Olofson (piano - #2-4,8,9)
Lotta Braathen (bass - #1,2,4,8,9)
Rasmus Klockljung (percussion - #1,8)
Anders Matell (bassoon - #5)
Lars Rydén (cello - #1)
Tracklist
01:My Little Heart
02:New Love
03:Chosen By Love
04:I Got Life
05:Billie Sings The Blues
06:Frosty Patterns
07:Today
08:South Africa
09:Golden Gate Park
10:The Last Time I Saw Richard
11:Time
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