|
Kyp Malone kennen Einige vielleicht von der Alternative/Electro/Jazz/Soul-Kapelle TV On The Radio. Er hat schon begonnen, auf eigene Faust Songs zu schreiben, als er 2000 nach New York zog. Anfangs aus dem einfachen Grund, dass er noch niemanden kannte, später dann, weil er inzwischen die Freiheit beim Komponieren und Aufnehmen zu schätzen gelernt hatte. Unter dem Namen Rain Machine bietet er nun, laut Promotext, eine sehr persönliche Kollektion von neuen Solo-Songs an.
Was wir nun haben, ist atmosphärisch sehr dicht. Im Grundsatz ist es hauptsächlich Kyp und seine Gitarre, es gibt aber auch viel Drumrum. Im Ganzen wächst es sich zu einem Hybriden aus, der Folk-, Ethno-, Alternative- und auch viele Singer/Songwriter-Elemente enthält.
…Und leider nicht allzuviel Spannendes. Dem Pfeif-Intro folgt "Give Blood", der schon beste Song des Albums - genau der hatte mich auch auf Rain Machine aufmerksam gemacht. Ein sehr cooler Alternative-Schunkler, der sofort zeigt: Malone setzt seine Stimme mutig und selbstbewusst ein. Aber selbst dieser Titel fällt bald in ein krudes Durcheinander ab, das dem Rest des Albums schon etwas vorgreift.
In der Folge wird es ruhiger, sodass sogar der leicht groovige Faktor aus dem Opener entfällt und Platz für ruhige, mit viel Spaß und bunten Klängen bemalte Musik gibt. Man kann die zehn Titel kaum als 'Songs' beschreiben, was kein Nachteil sein muss; betrachtet man aber nur das Grundgerüst an sich, bleibt nicht viel Substanz übrig.
Was bleibt, ist die ungewöhnliche Atmosphäre, die Kyp-Fans freudig willkommen heißen werden. Ich bin durch dieses Album keiner geworden, nachdem ich hinter die Fassade geblickt hatte und mir klar wurde, dass ich simple Ungewöhnlichkeit nicht mit Genialität verwechseln darf, die ich nicht begreife. Fast genau eine Minute lang hatte das Album mich auf seiner Seite, nämlich für die ersten Momente von "Give Blood". Gute Ansätze bei "Love Won't Save You" retten leider nichts mehr.
Dichte Atmosphäre, viel Persönlichkeit, ungewohnte Klänge sind die positiven Aspekte von "Rain Machine". Wer sich davon nicht mitreißen lassen kann, dem wird nicht gefallen, dass man nur ganz wenig starke Momente findet und der Rest teilweise an Frechheit grenzt.
Line-up:
Kyp Malone (guitars, vocals)
| Tracklist |
01:Intro
02:Give Blood
03:New Last Name
04:Smiling Black Faces
05:Driftwood Heart
06:Hold You Holy
07:Desperate Bitch
08:Love Won't Save You
09:Free Ride
10:Leave The Lights On
11:Winter Song
|
|
Externe Links:
|