Re-Late (Demo)
Re-Late Spielzeit: 22:22
Medium: CD
Label: Eigenvertrieb, 2006
Stil: Blues

Review vom 08.09.2006


Joachim 'Joe' Brookes
Wenn man sich für Musik begeistert, mit 8 Jahren sein erstes Blueskonzert (Bernard Allison) besuchte und 1991 von Carlos Santana auf die Bühne geholt wurde, ist ein Weg quasi schon geebnet. Die Rede ist von Patrick Halfmann, 23 Jahre alt und seines Zeichens Gitarrist der Nachwuchs-Band Re-Late.
Nach seiner ersten Band, The Snipes (gegründet 1999), wurde 2003 Re-Late ins Leben gerufen. Der erst 17 Jahre 'alte' Marlon Schruff sitzt am Schlagzeug und Jan Rinke (20) spielt den Tieftöner.
Patrick Halfmann hat sich mittlerweile ganz der Musik verschrieben. Aktiv als Musiker und Songwriter gibt der Autodidakt als Gitarrenlehrer seine Kenntnis weiter. Nicht nur Bernard Allison hat bei ihm Begeisterung für den Blues geweckt, sondern auch Tommy Castro und Popa Chubby.
Marlon Schruff, ein 2-Meter-Mann, hatte bereits mit 7 Jahren Schlagzeugunterricht und wurde Drummer einer Schulband, deren musikalischer Leiter er jetzt ist. Er war bereits Mitglied der Snipes, die schon Support für Joe Cocker und Alvin Lee waren.
Auch der Dritte im Bunde, Jan Rinke, brachte sich das Bass spielen ebenfalls selber bei und lernt verschiedenste Techniken ausschließlich nach Gehör. Erst mit 16 Jahren wurde das Fundament durch Unterricht ergänzt.
Als Ergänzungsspieler kommt Patricks Vater Manni an der Harp zum Einsatz. Auch er hat sich als Autodidakt dem Instrument genähert und sieht Charlie Musselwhite und Jean Jaques Milteau als Vorbilder.
Manni ist dann auch gleich beim Stones-Titel "You Can't Always Get What You Want" dabei. An der Gitarre zeigt Patrick, dass er seine Lektionen gelernt hat und Marlon Schruff dürfte am Schlagzeug zum ersten Mal ins Schwitzen gekommen sein. Eine unbedingt neue, hellhörig machende Seite ist dem Track nicht zu entnehmen.
Auch in "Boom, Boom Out Go The Lights" harpt Manni Halfmann kräftig und versiert mit. Ihm gehört, so wie bei der Blues Band, der Löwenanteil des Songs. Durchaus gelungen ist das Zusammenspiel zwischen Vater und Sohn im Mittelteil. Da macht sich dann doch die Routine bemerkbar, denn man hat ja auch schon einige Auftritte hinter sich gebracht.
Gut, dass sich bei so jungen Leute noch Einiges, wie z.B. P. Halfmanns Stimme, entwickeln kann. Musikalisch geht "One Step Ahead Of The Blues" ganz gut ab, stimmlich ist das Ende der Fahnenstange ja noch nicht erreicht.
"Telephone Road" ist abwechslungsreich arrangiert und sticht durch Rhythmuswechsel bzw. Breaks positiv aus den anderen Tracks hervor.
In "You Didn't Think About That" zeigt der Gitarrist nochmals, dass er sein bis hierhin Gelerntes gut einzusetzen vermag und Jan Rinke hat ein kurzes Solo am Bass. In diesem Song kann sich Schruff am Schlagzeug ein ums andere Mal etwas in den Vordergrund spielen.
Ein solides Fundament hat sich Re-Late durch die Demo-CD gegossen und darauf lässt sich etwas aufbauen, denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Silberling einen Unterhaltungswert hat. Re-Late, auch ohne Manni Halfmann, ist als Trio hörenswert und sie haben in jedem Song einige spieltechnische Finessen eingebaut.
Line-up:
Patrick Halfmann (guitar/vocals)
Jan Rinke (bass/vocals)
Marlon Schruff (drums)
Gast:
Manni Halfmann (harp)
Tracklist
01:You Can't Always Get What You Want (4:46)
02:Boom, Boom Out Go The Lights (2:49)
03:One Step Ahead Of The Blues (5:01)
04:Telephone Road (4:55)
05:You Didn't Think About That (4:59)
Externe Links: