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Berühmte Musiker, die keiner kennt ... das gibt's. Mark Spiro ist einer von ihnen. Naja, okay ... Insider können schon was anfangen mit dem Namen, zumal der aus Seattle stammende Wahl-Kalifornier vor dem aktuellen Langwerk "It's A Beautiful Life" bereits acht andere Soloalben unter eigenem Namen veröffentlicht hat. Aber diese Werke von "In Stereo" (1986) bis "Mighty Blue Ocean" (2005) sind nun wirklich nicht weltbekannt. Um die Prominenz des Herrn Spiro zu ergründen, muss man das Kleingedruckte lesen...
Ich krame Bad English aus dem CD-Regal. Und siehe da: "Heaven Is A 4 Letter Word" stammt aus den Federn von Neal Schon, Johnathan Cain, John Waite und Mark Spiro. Jetzt die "Last Of The Runaways" von Giant. Da steckt nicht nur Huff, Huff, Huff drin, sondern bei sieben von elf Songs auch Spiro. Darunter sind solche Szene-Evergreens wie "I'll See You In My Dreams". Auch auf Platten von Heart, Winger, REO Speedwagon und anderen hat er sich verewigt.
Auf seinem neuen Soloalbum "It's A Beautiful Life" - wenn Spiro für sich selbst schreibt - klingt er aber anders. Nicht in der Art und Weise, Songs zu schreiben, aber so, wie er sie interpretiert. Und - das sei vorab gesagt - es ist eine zwiespältige Angelegenheit. Spiro fährt ein paar Gänge runter. Das ist zum Teil AOR/ Melodic Rock, aber zu einem nicht unerheblichen Teil geht es auch in Richtung Singer/Songwriter mit ein paar Spritzern Country-Pop. Auf jeden Fall sehr amerikanisch.
Das Gros der Songs besteht aus relaxt pulsierenden Drives mit viel Akustikgitarre und Clean-Powerchords. Keyboards kommen nur ganz seicht im Hintergrund hier und da hinzu. Im Vordergrund steht ganz klar - und auch das macht ja auch das Singer/Sonwriter-Gefühl aus - die Stimme. Dieser Stimme hört man an, dass sie aus einem entspannt lächelnden Mund kommt - "It's A Beautiful Life" ist nicht nur der Titel, sondern auch das Motto des Albums.
Die positiv sinnierenden Songs starten meist sehr entspannt - und die besten sind jene, die im Refrain ein bisschen Power aufbauen: Der Titelsong, "Come Back To Me" und "Go Another Mile" sind für mich die Highlights des Albums. Hier stechen auch die schreiberischen Qualitäten des Herrn Spiro am Deutlichsten heraus: Nicht immer der erstbeste, sondern auch mal der zweit-'erwartbarste' Akkord und starke Melodien.
Hart gerockt wird dabei kaum, ein Großteil der Songs sind Halbballaden - man darf also keine Giant- und Was-auch-immer-Songs von Spiro selbst erwarten. Aber man spürt, dass das der Stoff ist, aus dem sie bestehen. Klingt manchmal wie Shaw/Blades, manchmal wie Bryan Adams ... Das ist die eine Seite der Medaille, bzw. CD... die andere ist leider Kitsch, in Form von Songs wie "Brand New Beautiful Day". Das ist zahn- und seelenlos.
Zu den negativen Seiten zählen auch die Drums... es wiederholen sich leider sehr einfallslose rhythmische Begleitmaßnahmen. Das fällt anfangs nicht auf, aber nach ein paar Tracks merkt man, dass es immer das Gleiche ist. Und der sterile Sound verstärkt zunehmend die Annahme, dass hier programmierte Schlagzeug-Elektronik am Werk ist. Genauere Line-up-Angaben fehlen; doch der ziemlich unlebendige Klang steht für sich.
So bleibt unterm Strich ein Album, das instrumental enttäuscht. Der abgespeckte Sound an sich ist ja nichts Negatives. Leider wurde aber mit der Power auch an Qualität gespart. In Sachen Songmaterial kann "It's A Beautiful Life" neben einigem Durchschnitt auch mit ein paar starken Songansätzen aufwarten, gesungen von einer starken, ehrlich und authentisch klingenden Stimme. Ob das reicht, muss jeder für sich entscheiden.
Line-up:
Mark Spiro (vocals, ?)
weitere Musiker unbekannt
| Tracklist |
01:It's A Beautiful Life (4:34)
02:I Know Who I Love (4:25)
03:Come Back To Me (4:17)
04:Love Struck Dumb (3:32)
05:Go Another Mile (3:40)
06:Dance The Lonely Spotlight (4:30)
07:Might As Well Be Me (4:36)
08:Brand New Beautiful Day (3:48)
09:Dream Big, Pray Hard (3:59)
10:Everything I Do (4:04)
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Externe Links:
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