Wieder einmal ein Re-Release aus dem Hause
Savatage! Die vorletzte Runde der Wiederveröffentlichungen enthält
Hall Of The Mountain King, "Ghost In The Ruins: A Tribute To Criss Oliva", "Handful Of Rain", "Poets And Madmen" und eben das Ende 1994 aufgenommene und zuerst über Zero Corp./Nuclear Blast America erschienene "Live In Japan"; ursprünglich unter dem Titel "Japan Live '94" veröffentlicht. 1998 erschien über Steamhammer/SPV vom kompletten Konzert ein Video auf VHS-Kassette, das bisher allerdings nicht neu veröffentlicht wurde. Parallel dazu brachten sie auch die CD auf den Markt, die zuvor nur in Japan und den USA erhältlich war.
Wir blicken einmal kurz zurück: Im Jahre 1993 trat Bandboss
Jon Oliva die Vocals an den damals noch unbekannten
Zak Stevens ab, um sich fortan komplett auf die Keyboards zu konzentrieren. In dieser Konstellation erschienen mit "Edge Of Thorns" (noch mit
Criss Oliva an der Gitarre, der im selben Jahr bei einem Autounfall tödlich verunglücken sollte...) und "Handful Of Rain" zwei Alben, die bis heute ein Streitthema der internen Fangemeinde sind. Im Zuge letztgenannter Scheibe beehrten sie - zusammen mit
Testament-Gitarrero
Alex Skolnick an den sechs Saiten - auch Japan, wo sie am 12. November 1994 im Club Citta in Kawasaki ein Konzert spielten, welches für diese Veröffentlichung mitgeschnitten wurde. Die Setlist bestand vornehmlich aus Songs dieser beiden, damals frischen Scheiben, gegen Ende kamen noch ein paar ältere Songs zum Vorschein. Für meinen Geschmack war das allerdings noch zu wenig. So war auf der regulären CD lediglich "Jesus Saves", "Sirens" und "Gutter Ballet" aus den Tagen vor
Zak vertreten, durch die beiden Bonustracks "Damien" und das abschließende "Hall Of The Mountain King" (beide zuvor nur auf dem Videotape enthalten) wenigstens noch einer mehr. Abgesehen vom etwas zu stark auf die
Stevens-Outputs fokussierten Set war es allerdings eine gelungene Show, die die damalige Bandchemie perfekt einfing. Darüber hinaus ist
Jon auf dieser Aufnahme erstmals an der Gitarre zu hören, der langjährige Produzent
Paul O'Neill zeichnete wieder für das Endresultat verantwortlich.
Wie bei jedem Re-Release der Floridianer erscheint auch "Live In Japan" in einem hochwertigen Digipak mit beiliegendem Booklet. Hierin sind Linernotes von Mr.
Oliva, sämtliche Lyrics und ein paar Livebilder vertreten. Wer
Savatage rein auf ihre US-metallischen Wurzeln in den 80er-Jahren beschränkt, wird hier sicherlich etwas enttäuscht, wer aber auch dem bombastischeren, deutlich mehr von klassischer Musik beeinflussten Stoff nach
Gutter Ballet etwas abgewinnen kann, dürfte sich an diesem Werk mächtig erfreuen! Insgesamt sind
8 von 10 RockTimes-Uhren also durchaus angebracht!