Der Untertitel "The Early Days" erweckt zunächst den Eindruck, als handele es sich hier um Dinosaurier-Rock aus den 60ern oder 70ern. Aber weit gefehlt, die aus erfahrenen Musikern bestehende New Yorker Band She Wolves ist zwar seit einigen Jahren aktiv und absolvierte auch zwei Europa-Tourneen, aber die Geschichte der Truppe kann doch nicht bis ins Mesozoikum zurückverfolgt werden. Frontröhre Donna She Wolf - mit bürgerlichem Namen Donna Nasr - war vor 15-20 Jahren Mitglied bei der obskuren Frauen-Metal-Combo Cycle Sluts from Hell, Drummer Tony Mann spielte u.a. für Dee Dee Ramone und Bassistin Gyda Gash konnte sich auch schon in anderen Formationen beweisen.
Das Trio bietet Punkrock der metallischen Sorte, der öfter - wie im Opener "Art Of War" und "Hundred Bucks", die bereits auf einer 2004 erschienen 5-Track EP enthalten waren - in Hardcore übergeht. Hier geht im Uptempo die Post ab! Die She Wolves spielen keinen simplen Haudrauf-Punk, sondern wechseln öfter das Tempo und streuen Zwischenparts ein, die immer songdienlich wirken und den vorhandenen musikalischen Anspruch verdeutlichen. So wird "Desire" von einem Intro/Outro umrahmt, das mit seinem schweren, doomigen Metal-Riff gut auf ein Black Sabbath-Album gepasst hätte.
Mit "Razor Clam" wildern die
She Wolves im Jagdrevier ihrer Labelkollegen von den
Scared Stiffs, es hört sich nach Psychobilly an.
Jayne County, eine Kultfigur aus der Punk-Szene des Big Apple, bekommt seinen ersten Einsatz als Leadvokalist, um dann bei der Coverversion des
Dead Kennedys-Klassikers "California Uber Alles" - warum 'Uber' und nicht 'Über', wissen weder der Teufel noch die amerikanischen Keyboards - richtig zuzuschlagen, denn seine Stimme passt perfekt zu den satirischen Lyrics. Weiterer Gast ist
Sylvain Sylvain - als seine Begleitband waren die
She Wolves öfter unterwegs - von den legendären
New York Dolls, um mit "Sheena Is A Punk Rocker" noch einen Kultsong einzuspielen. Nicht schlecht gemacht, aber die Intensität von "California Uber Alles" bleibt unerreicht. Richtige Abwechslung bietet "Heathen Set" (im Original von den
Fuzztones), weil hier u.a durch das Keyboardspiel von
Deb O'Nair sogar etwas Psychedelic-Feeling einfließt.