Ein Quintett mit seinen geografischen Wurzeln im Süddeutschen, genauer Bisingen, Baden-Württemberg und ihren musikalischen Roots bei Deep Purple, Whitesnake sowie Foreigner, stehen mit ihrer mittlerweile dritten Platte, nach "Think About It" (1998) und "Process" (1999) tief in der Tradition des good old Hard Rock.
Mit den Hinweisen auf oben genannte Bands geht Shout ganz offen um, ohne allerdings zu einer Zitaten-Band zu mutieren, denn alle vierzehn Kompositionen sind Eigengewächse.
Im Hard Rock angesiedelt, ist die Band längst vom Nichtschwimmer- ins Schwimmerbecken gewechselt und hat auch die Tiefen des Bassins ausgekundschaftet.
Shouts Musik ist ein Jungbrunnen an Frische, aus dem sie, Eimer für Eimer, gute Ideen schöpfen und durch eine geschickt aufgebaute Tracklist wird dem Konsumenten eine Vielfalt geboten, die das Hören zu einer sehr motivierenden Angelegenheit werden lässt.
Wer bereits nach dem ersten Track damit beginnt, durch die Songs zu zappen, macht schon den zweiten Fehler, denn der erste besteht darin, nicht genau zuzuhören.
Vier klasse Musiker und ein versierter Sänger bilden das Line-up von Shout.
Die Produktion zeugt von Transparenz und ist vorzüglich. Zuständig dafür war der Drummer Werner 'Wenne' Gulde. Sehr gute Arbeit!
In Wennes Soundgarage muss bei den Aufnahmen richtig Stimmung gewesen sein, denn "A Good Stuff To Rock'N'Roll" ist auch ein echter Funkensprüher.
Gitarrist Stefan 'Kami' Kamert hat nicht nur einen Koffer voll mit Riffs, sondern macht, zur Freude des Hörers, des Öfteren Gebrauch vom Wah Wah-Pedal. An den sechs Saiten wird Qualität abgeliefert.
Wer auf Hard Rock steht, ist auch einem fetten Keyboardsound nicht abgeneigt. Björn Hodler serviert genug davon und hat es auch mit epischen Passagen.
Der Tastenmann verfügt über ein großes Fass an Ideen und bereits nach dem ersten Durchhören steht fest: Der hat keine Taste ausgelassen!
Gulde hatte, wie bereits oben erwähnt, ein sehr gutes Händchen für die technische Seite der Platte.
Wenn der hinter seiner Schießbude Platz nimmt und die gedrechselten Hölzer in Bewegung setzt, treibt er die Band kompetent an. Im Arrangement verpasste man seinen Drummers auch mal einige Effekte, die sehr gut platziert wurden.
Der Bass von Hans Bogenschütz ist die weitere Triebfeder der Gruppe und auch er ist ein gefühlvoller Techniker, der gelegentlich auf den dicken Saiten Akkorde spielt. Glänzend!
So zeigt sich, dass Shout viele Erfahrungen gemacht hat und sein Potential gewinnbringend einsetzt. Man höre sich nur die Halbballade "In Your Own Hands" an.
Von Hard- geht es zuweilen in Richtung Heavy- oder zum Melodic Rock und ganz am Schluss hat Shout noch so etwas wie ein Schmankerl parat: Kamert schultert die Akustische und mit Gesang aus mehreren Männerkehlen werden die letzten drei Minuten zu einem intimen Endpunkt der Platte.
Davon kann man in Zukunft durchaus mehr abliefern.
Für dunklere Atmosphäre sorgt "Fortuneteller Man" mit stellenweise tiefer gelegtem Gitarrensound.
Shout ist es allemal wert, von unseren RockTimes begutachtet zu werden und ein Besuch auf ihrer MySpace-Seite lohnt sich, weil die Band eine ordentliche Portion an Reinhör-Songs zur Verfügung stellt.
Line-up:
Rainer 'Cowboy' Nasahl (vocals)
Stefan 'Kami' Kamert (guitar)
Björn Hodler (keyboards)
Hans 'Hansa' Bogenschütz (bass)
Werner 'Wenne' Gulde (drums)
| Tracklist |
01:Womans Eye (4:05)
02:Is This The Right Time (4:26)
03:Rainbow In The Night (4:38)
04:Angel (4:52)
05:Fly On The Wall (4:10)
06:Life Ain't Easy (5:07)
07:Fortuneteller Man (5:21)
08:In Your Own Hands (3:36)
09:Why (5:06)
10:Make My Day (3:42)
11:Under Your Fire (5:24)
12:!!! (1:13)
13:Death In My Veins (4:50)
14:Think About You (Radio Edit) (3:17)
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Externe Links:
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