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»Sie kaufen jetzt Hermann Hesse - sonst gibt's was in die …!«
Aus der Türkei kommen Siddharta und beehren uns auf "Trip To Innerself" mit psychedelischem Prog. Dabei geben sie sich Mühe, sowohl atmosphärische Parts als auch - aber seltener - Verknotungs-Attacken einfließen zu lassen.
Dabei wirken einige Elemente leicht ungeschlacht - der Sound beispielsweise klingt bisweilen etwas unausgegoren, sodass manches Mal ein Element die anderen etwas übertönt. Auch das eine oder andere Gitarrensolo - so bereits im Opener und Titeltrack und dann wieder in "Beyond Destiny" zu hören - macht einen recht ungelenken Eindruck. Gleiches geschieht leider zum Teil mit dem manchmal zu Gehör gebrachten Gesang.
Ruhige Bereiche sind's, auf die Siddharta ihr Hauptaugenmerk legen, und da fällt's natürlich besonders auf, wenn Schönheitsfehler auftreten.
Auf "Trip To Innerself" findet man sehr oft Passagen mit nur marginaler Instrumentierung, aber umso dickerer Atmosphäre. Mit stoischer Ruhe wird eine fast beklemmende Stimmung der Erwartung aufgebaut. Aber wer 'A' sagt, muss auch 'B' sagen, was beim Titel "Nervous Breakdown" auch halbwegs funktioniert - allzu oft wird aber nicht in angemessener Form auf die eigene Vorlage reagiert. Auch tauchen zu viele Elemente später wieder auf - ein Stilmittel, das nur dann funktioniert, wenn sich in der Zwischenzeit etwas verändert hat, leichte Abwandlungen oder generell andere 'Umstände' vorherrschen. Hier beschränkt sich diese Technik auf das reine Wiederholen.
Das mag auch damit zusammenhängen, dass sich auf "Trip To Innerself" so recht nix tut. Mir fehlt die Konsequenz, logische Schritte zu tun und so einem Werk einen Albumcharakter und somit auch einen roten Faden zu verleihen.
Viel Negatives also, was mir aufgefallen ist. Allerdings hab ich durchaus Hoffnung, denn Siddharta haben absolut das Potenzial zu größeren Würfen. Die berühmten guten Ansätze findet man zuhauf, viele gute Ideen, auf denen sich aufbauen ließe. Richtig begeistern konnte mich nichts, aber da ist absolut noch Einiges drin. …Viel Erfolg!
…Hätte ich fast gesagt, wenn mir nicht im Rahmen der sich sehr schwierig gestaltenden Recherchen aufgefallen wäre, dass wir es zum Einen bei diesem Album mit Musik zu tun haben, die bereits 1998 unter dem Titel "Siddharta" aufgenommen wurde. Zum zweiten hat sich die Band im Jahre 2001 aufgelöst, und damit meine Hoffnungen auf Fortschritt. Was bleibt, ist also ein ordentliches Album, das Freunden von ätherisch- floydigen Takten gefallen dürfte.
Line-up:
Özgür Kurcan (vocals, guitars)
Ege Madra (guitars)
Ulas Akin (bass)
Volkan Yildirim (keyboards)
Orkun Öker (keyboards)
Kaan Sezgin (drums)
Nil Karaibrahimgil (vocals)
Kerem Özyegen (vocals)
Neslihan Engin (keyboards)
Berke Özcan (percussion)
Serkan Yilmaz (percussion)
| Tracklist |
01:A Trip To Innerself
02:The Explorer
03:Desert
04:Baroque
05:Nervous Breakdown
06:Beyond Destiny
07:Distant Cry
08:Black
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Externe Links:
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