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Die niederländische Band Slechtvalk (niederl. für Wanderfalke) wurde 1999 von Shamgar gegründet und war zunächst ein Ein-Mann-Projekt. Als das Debütalbum "Falconry" im Jahr 2000 den erwünschten Erfolg brachte, suchte er weitere Musiker.
Er fand: Nath, Ohtar, Fionnghuala, Sorgier und Grimbold und beschränkte sich nur noch auf Gitarre und Gesang. 2002 erschien eine Split-CD mit der indonesischen Band Kekal, außerdem das zweite Album "The War That Plagues The Land". 2005 folgte "At The Dawn Of War" und die Single "Thunder Of War"..
Danach gab es erst einmal eine interne Krise mit Besetzungswechseln, Fionnghuala und Nath verließen die Band, dafür kam Seraph hinzu. Dennoch wurde die Situation erst 2009 wieder besser: die Falken wanderten zum deutschen Label Whirlwind Records und errichteten dort ihr Nest, im gleichen Jahr war dies allerdings noch aus Mitgebrachtem: Das Best-Of-Album "An Era Of Bloodshed" erschien.
Erst 2010 sollte wieder ein Nest aus neuem Material, sprich ein 'richtiges' Album folgen: nämlich das vorliegende "A Folorn Throne".
Von außen macht das Gebilde schon mal einen guten Eindruck mit seiner grün-grauen Optik.
Doch schauen wir uns mal die Kinder an, die hineingelegt wurden: Wie es zu erwarten war, sind es keine kleinen Spätzchen, sondern ordentliche Raubvögel geworden. Ihre Jagdbezirke befinden sich in den Bereichen Black Metal, Viking Metal und Death Metal, überall dort picken sie sich Beute heraus.
Dabei dringen sie teilweise in die Reviere von Amon Amarth, Dimmu Borgir, oder auch mal Summoning und anderen ein.
Die Songs auf "A Folorn Throne" sind meistens flott und hart, dabei gleichzeitig auch bombastisch und symphonisch; neben treibenden Gitarren gibt es auch Keyboards. Manchmal ist der Flug der Greifvögel schnell, manchmal lassen sie sich aber auch für einen kurzen Moment mit dem Wind treiben.
Manchmal stoßen sie zielgerichtet auf ihre Beute los, manchmal demonstrieren sie ihren majestätischen Flügelschlag hoch am Himmel, verspielt, mit dem Willen zu beeindrucken.
Blitzartig und überraschend sind teilweise die Wendungen von einem zum anderen, wobei sie meistens nicht zu sehr zu Extremen neigen, denn sie wissen ja, dass sie die Lüfte beherrschen.
Die Stimmen der Falken erklingen mal zart und harmonisch (gerade diese Momente haben etwas Schönes und Edles), dann keifend und fies, schließlich noch unheimlich und grunzend.
So ziehen sie ihre Bahnen, die meist in vertraute Regionen führen, keine neuen Reiche erobern, doch auf eine Reise mitnehmen, die zumindest Falken-Fans (Anhänger von Black / Death/ Viking Metal) gefallen dürfte.
Wer sanfte Singvögel oder bunte Papageien bevorzugt, wird hier eher nicht mitfliegen wollen, sich aber auch nicht unbedingt zu Tode erschrecken, was mehr der Methode von Geiern entspräche, die sich dann hinterher am Aas laben wollen.
Nein, so böse sind die niederländischen Wanderfalken nicht, wurden sie einst doch sogar als 'unblack' bezeichnet, da sie Black Metal mit teilweise christlichen Texten kombinierten. (Was es nicht alles gibt…).
Wobei Slechtvalk ansonsten auch von Schlachten und Helden erzählen, heroische Geschichten aus einer Welt, in die sie uns mit ihrer Musik entführen wollen, dorthin wo es die auf dem Cover dargestellte Festung gibt….
Falkenfreunde, die mit den oben genannten Musikrichtungen und Bands etwas anfangen können, sollten mal reinhören und entscheiden, ob sie mitfliegen wollen…
Line-up:
Shamgar (guitar, vocals [screams])
Ohtar (bass, vocals [clean and grunts])
Seraph (guitar)
Premnath (keyboard)
Grimbold (drums)
| Tracklist |
01:Tamers Of The Seas
02:Forsaken
03:Desolate
04:Divided By Malice
05:Allegiance
06:Enthroned
07:Bewailed
08:Towards The Dawn
09:Vengeance Of A Scorned King
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