Slomind / Grown Against The Grain
Grown Against The Grain Spielzeit: 22:41
Medium: EP
Label: Eternal Sound Records, 2013
Stil: Stoner Rock

Review vom 01.10.2013


Joachim 'Joe' Brookes
2012 wurde Slomind in Düsseldorf gegründet. Man war im Trio zunächst eine Instrumentalband und als sich Patrick Pagliaro im Studio sehen ließ, funkte es sofort. Slomind war ein Quartett mit Sänger. Schon der Titel des ersten Tonträger-Lebenszeichens "Grown Against The Grain" ist provokant. Die mit fünf Songs bestückte EP kommt auf eine Gesamtspielzeit von knapp dreiundzwanzig Minuten und als Bonus erhält man noch das offizielle Video von "Throne Of Volt" frei Haus mitgeliefert.
Der erste Eindruck der musikalischen Stoner Rock-Härte von Slomind ist sehr gut, der zweite noch besser und nach dem dritten Spin könnte man glatt süchtig werden. Der Vierer baut sich mit vorliegender Platte seine eigene Hütte, irgendwo in der entfernten Nachbarschaft von Combos, die es auch mit der Härte und einem gewissen Maß an Dunkelheit haben.
Schon nach wenigen Songs, wenn man bei fünf Tracks überhaupt davon sprechen kann, wird deutlich, wie gut die Entscheidung war, sich mit dem Sänger zusammenzutun. In seiner Stimme steckt nicht nur Potential, sondern eine ganze Menge Qualität.
Bei "Grown Against The Grain", der EP-Titel passt übrigens perfekt, fegt der Wind in Bodennähe über die Wüste und das zeitlich an der kurzen Leine gehaltene "Crawl Up Inside You And Die" ist die Trance-Oase der Entspannung. Ein solcher Song hätte es mit Blick auf die Spielzeit verdient, etwas mehr gewürdigt zu werden. Aber Slomind hat ja bestimmt schon Planungen für ein erstes Langeisen im Visier der Kreativität. Was nicht ist, kann ja noch werden.
Ansonsten kennen die Düsseldorfer nur eine Richtung ... immer geradeaus und heftig mit dem Gaspedal spielen. Die Rhythmusfraktion mit Tobi am Bass sowie Schlagzeuger Holger hat da im wahrsten Sinn des Wortes alle Hände voll zu tun. Diese beiden Musiker sind auch für die wahnsinnig-psychedelische Eröffnung von "Exhale The Vile" zuständig. Mit einem von Effekten gefütterten Tieftöner sorgt Tobi für ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Dann geht es wieder mächtig los mit dem verteufelt guten Drama à la Slomind. Irre Wah Wah-Einsätze von Guitarslinger Tott bereichern das Geschehen um den famosen Sänger Pat.
Sechseinhalb Minuten "Throne Of Volt" sind das Stück, mit dem man sich im Groove und melodischen Phasen durch den Desertsand gräbt. Man reichert den Stoner Rock mit so vielen Zusätzen an, dass einem fast schwindelig wird. Um dann doch nicht so ganz zum Brummkreisel zu werden hat Slomind ein feines, ruhigeres Break eingebaut und gibt dem Hörer damit die Gelegenheit, sich wieder zu sortieren.
Der Opener "Stonecloud Supernova" ist eine zunächst spacige Angelegenheit. Dann rifft die vom Wah Wah-Pedal angefeuerte Tott-Gitarre und man bekommt schon nach den ersten Minuten das Gefühl, es mit einer tollen Platte zu tun zu haben. Dabei dürfen Vocals auch schon einmal richtig rotzig-provokant klingen und dieser Gitarrist gefällt auch in seinen Soli. Das Stück ist eine großartige Eröffnung und der Hörer befindet sich schon sabbernd vor den Lautsprechern.
Bei "It Will Survive The Tide" hängen die Gitarren an den Kniekehlen. Mit diesem Lied gelingt Slomind eine perfekte Mischung zwischen Stoner Rock und Doom. Nach einer verlangsamten Phase geht es wieder Vollgas über durch die Dünen und selbst hier ist das Element der Melodie nicht von der Hand zu weisen. Gigantisch, dieser EP-Abschluss, dem man obendrein sogar noch ein Old School-Fade Out gönnt.
Energiesparen ist in aller Munde, für die Düsseldorfer Slomind aber ein Fremdwort, zumindest, was "Grown Against The Grain" angeht. Gratulation, diese knapp dreiundzwanzig Minuten hinterlassen deutliche Spuren der Freude beim Hörer.
Line-up:
Pat (vocals)
Tott (guitars)
Tobi (bass)
Holger (drums)
Tracklist
01:Stonecloud Supernova (5:30)
02:Throne Of Volt (6:29)
03:Exhale The Vile (5:03)
04:Crawl Up Inside You And Die (1:42)
05:It Will Survive The Tide (3:57)

Bonus:
Throne Of Volt [Official Video]
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