Solrize / Mano Cornuta
Mano Cornuta Spielzeit: 52:44
Medium: CD
Label: Go Down Records, 2012
Stil: Stoner Rock

Review vom 21.06.2012


Joachim 'Joe' Brookes
Stoner Rock aus Österreich. Solrize wurde 2006 gegründet und drei Jahre später hatte die Combo ihr Album-Debüt "March Of The Maraboo" auf dem Markt. 2010 war das Quartett mit zwei Nominierungen bei den Amadeus Music Awards dabei und kann auf Support-Shows für Europe, Garcia Plays Kyuss, Marilyn Manson und ZZ Top zurückblicken. Mit Auftritten beim Donauinsel-Fest sowie 2 Days A Week-Festival war man im Line-up von zwei Events.
Solrize serviert uns dreizehn Songs, die nur so vor Kraft strotzen. Die Gitarre von Marco Kohl ist allgegenwärtig und mit Martin Hosserek am Bass sowie Mike Groeger (Schlagzeug/Percussion) verfügt die Gruppe über ein Power-Pack an Hintermannschaft. Sänger Elvis Nine hat seine Stimmbänder richtig gut geölt und gibt dem heftigen Stoner Rock seine persönliche Note.
Schon beim ersten Durchlauf wird der Hörer feststellen, dass Solrize seinen Eigenkompositionen eine ordentliche Portion Melodie hat zukommen lassen. Da gibt es Situationen, in denen man stante pede zum Mitsingen verhaftet wird. Die Gruppe hat ein gutes Händchen für Arrangements. Neben extrem viel Druck versteht es Solrize immer wieder, den Dampf innerhalb der Tracks herauszunehmen, was hier im positiven Sinn zu verstehen ist.
Als Produzent sitzt kein Geringerer als Scott Reeder (Fu Manchu, Karma To Burn, Kyuss,
Kyuss Lives!, The Obsessed) an den Knöpfen und hat bei "La Casampulga" persönlich die dicken Saiten zum Schwingen gebracht. Für die Aufnahmen zum vorliegenden Album hat Solrize eine Reise über den großen Teich nach Banning (Kalifornien) unternommen. Die Songs entstanden im Sancuary Studio und man spürt schon eine ordentliche Prise Wüstenstaub in den Nummern. Viele Gitarren-Riffs sind vom guten alten Blues geprägt und Marco Kohl hat bestimmt Blasen an den Fingerkuppen bekommen.
Solrize ist wie ein Feuer speiender Vulkan. Mit ihren hochdynamischen Kompositionen lässt Solrize dem Hörer keinen Moment Ruhe und die Stoner Rock-Lava scheint in keiner Phase der fast dreiundfünfzig Minuten zu erkalten. Unglaublich, woher die Band diese Power nimmt. Immer wieder fließen auch psychedelische Momente in der Musik ein. Hier und da vernimmt man auch tolle Hard Rock-Elemente.
Wie zig andere Gruppe aus diesem Genre kann man Solrize keinen Vorwurf daraus machen, dass der Vierer auch mal in den Rückspiegel schaut. Bands wie Black Sabbath zählen sie zu ihren Einflüssen. Die Gesangspassagen sind sehr abwechslungsreich. Vom Hymnen-Charakter bis zum Blick auf den Doom ist quasi alles vertreten und den Metal hat man ebenfalls ins Herz geschlossen.
Der Solrize-Motor taktet verdammt gut und dass der Stoner Rock auch noch ordentlich grooven kann, wird an vielen Stellen deutlich. "Evil Eye" präsentiert sich zunächst als eine herrliche Ballade und verändert dann vehement ihr Gesicht hin zu einem intensiven Rocker. Kohls Gitarrensoli glänzen durch Vielfalt und das bereits erwähnte "La Casampulga" ist dann plötzlich ganz etwas anders. Die heftige E-Gitarre wird gegen die Akustische ausgetauscht, Mike Groeger ist ausschließlich an Percussion-Instrumenten unterwegs und Sänger Elvis Nine gönnt sich eine Pause. Diese gut zwei Minuten sind die Überraschung und etwas sehr Feines... Ausnahmen bestätigen wieder einmal die Regel.
"Land Of The Dead" ist der krönende Abschluss des Silberlings. Das Quartett erfreut den Hörer mit Hammer-Riffs und lässt als Blitzlichter abermals die Psychedelic hochleben. Solrize liefert mit "Mano Cornuta" (auch als 'Metal Fork' bekannt) ein äußerst hartes Stoner Rock-Brett ab und kann damit zufrieden in die Zukunft blicken. Die Bandreise ins heiße Kalifornien hat sich gelohnt.
Line-up:
Elvis Nine (vocals)
Marco Kohl (guitar)
Martin Hosserek (bass)
Mike Groeger (drums, percussion)

With:
Scott Reeder (bass - #11)
Tracklist
01:The Droning (0:37)
02:Endurance (5:12)
03:Blue Sky (3:57)
04:Speak Of The Evil (4:53)
05:Mano Cornuta (4:31)
06:I Am The Warrior (5:00)
07:Eternal Lie (4:08)
08:Ode To The Noise (3:18)
09:Enemy (4:24)
10:Evil Eye (4:51)
11:La Casampulga (2:10)
12:Rising Up Again (4:29)
13:Law Of The Dead (5:15)
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