Da ist sie wieder, diese Musik mit den fast süchtig machenden, dezenten Pianoklängen. Bereits bei Tides erwähnte ich das teils dezente Piano'geklimper', welches so 'einsam' zu der dominanten Stimme Dinos und Francescas Riffs der härteren Art klingt. Rasche Powerlines wechseln sich mit melancholischen Momenten ab und irgendwo bei einer gedachten Linie zwischen Prog Metal und leichtem Goth Rock sind die Italiener musikalisch angesiedelt.
Die Breaks sind ganz sublim gesetzt, bzw. werden, wie in "Belied", mit harten Tasten eingeleitet. Hier sehe ich auch die Stärke der Soul Takers: Das 'traurige' Pianospiel gibt der Musik etwas Besonderes. Speziell dann, wenn sich die Gitarre sägend einbringt und die Doublebass-Drums dazwischen knüppeln. Für meinen Geschmack müsste das aber öfter passieren und vor allem könnten Gitarre und Schießbude etwas lauter und länger zur Sache gehen. Piano und Stimme sind oft zu dominant. Soli wie in Track Nummer vier z.B. kommen zwar perfekt abgemischt, sind aber relativ kurz.
"The Chasm" glänzt mit Jaris Violine, gibt dem Metal eine besondere Note und auch das Gitarrensolo prägt das etwas schleppende Stück. Spätestens in "Thin Walls" wird klar, dass die Musik der Band hauptsächlich von den Vocals getragen wird. Dinos Stimme mag man entweder (was in meinem Fall zutrifft), oder aber man findet sie zu penetrant. Dieses spezielle Timbre, dass mich mehr als einmal leicht an Sting erinnert hat schon was. Allerdings könnte die Saiten- und Fell-Fraktion durchaus etwas mehr Verve vertragen. Im Prinzip ist ja alles da, was Goth und Prog Metal im Pflichtenheft stehen haben, eben nur zu vorsichtig eingesetzt.
"The Silent Empire", "My Subjective Shell" und "Floating" schreien geradezu nach tiefer Gitarre und brutaler Doublebass-Attacke. Gerade in Kombination mit der Violine und dem Piano wäre das ein Gegensatz, der Schweißperlen auf der Stirn des Rezensenten zaubern würde.
"Chasing Clouds", wieder schön schleppend und mit spannenden Zutaten gesegnet, zeigt, wie es geht. Die Gitarre darf sägen und ist perfekter Gegenpol zum Piano, welches ganz alleine den letzten Titel, "Another World", einleitet - bis Violine und Saxofon dazu stoßen. Wer allerdings das Sax in Händen hält, geht aus den mir vorliegenden Infos nicht hervor. "Another World" bricht als Ballade aus dem bisherigen Schema aus und ist als ruhiger Rausschmeißer eine perfekte Schlussnummer.
Line-up:
Dino Brentali (vocals)
Francesca Badalini (guitars)
Andrea Grumelli (bass & stick)
Federica Badalini (piano)
Jari Pilati (violin)
Mauto 'Jorgy' De Brasi (drums)
| Tracklist |
01:Heaven's Pillars
02:Icon
03:Belied
04:Staring Eyes
05:The Chasm
06:Thin Walls
07:The Silent Empire
08:My Subjective Shell
09:Floating
10:Chasing Clouds
11:Another World
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