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1 : 0 für diese Band aus San Diego.
Den Namen kann man sich schon einmal gut merken. Die Frage ist nur, ob das auch notwendig ist. In Amerika ist Switchfoot bereits bei den großen Hausnummern angekommen und mit ihrem Alternative Rock bestens im Gespräch. In unseren Breitengraden entsprechen die Brötchen der Gruppe nicht der Norm, weil noch zu klein. Mit ihrem mittlerweile siebenten Album soll die Backware nun mehr Größe annehmen. Seit dem Jahr 1996, zu Beginn noch unter dem Namen Chin Up, ist man aktiv und hat bereits kurz nach der Gründung damit begonnen, lokale wie überregionale Preise zu sammeln. Bei den Erfolgen ist es fast logisch, dass das Quintett auch schon Sampler unter eigenem Namen auf dem Markt hat.
In Amerika so etwas wie Kultstatus hin oder her... hier hat sich die Band zunächst einmal noch zu bewähren. Für ganze drei Konzerte im Juni 2010 gastiert man in Deutschland. Ein Anfang ist gemacht, was die Livepräsenz angeht.
Beim Hören des ersten Tracks dachte ich zunächst, man hätte vielleicht eine falsche Platte in die Verpackung gesteckt. Jon Foreman singt phasenweise wie Bono. Mit dieser Grundlage könnte der Hörer vermuten, U2 hätte sich eines Besseren besinnt und kehrt zurück zu seinen Wurzeln. Für seine Stimme kann man dem einen Forman bei Switchfoot nun keinen Vorwurf machen. Jons Bruder Tim zupft den Bass. Seit dem dritten Album mit dem Titel "Learning To Breathe" ist der Keyboarder Jerome Fontamillas festes Gruppenmitglied und bereichert dadurch den Sound der alternativen Rocker bestens. Von dem Zeitpunkt 2005 an gehört der zunächst als Tourgitarrist aktive Drew Shirley ebenfalls zum fixen Stamm der Band. "Hello Hurricane" erscheint bei uns mit einem halben Jahr Verzögerung und hat die Chartszeiten in Amerika schon hinter sich.
Switchfoot macht schon, im positiven Sinn gemeint, ordentlich Lärm und über einen klasse Unterhaltungswert kann man sich grundsätzlich nicht beklagen. Nicht nur wegen ihrer hypermodernen Frisuren höre ich schon die Mädels kreischen, allerdings muss zugestanden werden, dass die Switchfoot-Musik auch etwas für die Leute im gestandenen Alter ist. Da gibt es wunderschöne Songs mit Dynamik zwischen Mid- sowie Uptempo und dann sorgen die Gitarren auch noch für fette Riffs. Eingängige wie auch reißerische Refrains pflastern das Album. Ab und an sind die Streichereinheiten von Keith Tutt sinnvoll und wenn man auch etwas davon versteht, wie ein ordentlicher Groove in diesem Genre zu klingen hat, dann darf es schon ein Lob sein. Insofern hat die Gruppe eine Eigenschaft aller Männer. Die fünf Musiker sammeln ordentlich Punkte und es ist doch angebracht, sich den Namen Switchfoot zu merken. Durch die Keyboards besteht ja die Möglichkeit, alle erdenklichen Klänge zu kreieren. Das macht der Fontamillas auch, wenn er zum Beispiel im hymnenhaften "Always" ein Piano zu Gehör bringt.
Mit "The Sound (John Perkins' Blues)" hat man zwar nichts mit dem 12-Takter gemein, allerdings klingen die E-Gitarren hier an bestimmten Punkten nach Led Zeppelin und auch diese Nummer knallt ordentlich. Ein Break, eine luftige Wiederaufnahme des Themas und ein krachendes Solo vom Sechssaiter sorgen schon für einen mehrdimensionalen Hörspaß. Dann folgt in "Enough To Let Me Go" eine klasse relaxte Nummer und schon sammeln die Männer wieder. Wo hat Switchfoot denn eine Ballade versteckt? Da muss man sich etwas gedulden, denn "Yet" weist mit beiden Zeigefingern auf die besinnlichen Künste. Mit "Sing It Out" bedient der Fünfer die ruhige Liedform gleich im aufeinanderfolgenden Doppelpack. Wobei beim vorletzten Song schon hunderte von Feuerzeugflammen und im Chor mitsingende Zuschauer vor dem geistigen Auge erscheinen. Intro wie auch Outro des Tracks haben ein klein wenig Psychedelic in ihren Reihen und sind keineswegs Füllstoff.
Switchfoot ist mit "Hello Hurricane" ein sehr ordentliches Album gelungen. Wie zu lesen ist, hat man bei den Aufnahmesessions einen stattliche Anzahl von Tracks eingespielt und anscheinend die richtige Auswahl getroffen. Mit einem Mehr an Besonderheiten in diesem Genre, ist die Platte zu empfehlen. Insofern wird die Zahl der Termine bei der nächsten Tour höher sein.
Line-up:
Jon Foreman (guitar, vocals)
Drew Shirley (guitar)
Jerome Fontamillas (keyboards)
Tim Foreman (bass)
Chad Butler (drums)
With:
Keith Tutt (cello)
Rob Machado (backing vocals - -#8)
| Tracklist |
01:Needle And Haystack Life (3:46)
02:Mess Of Me (3:28)
03:Your Love Is A Song (4:22)
04:The Sound (John Perkins' Blues) (3:47)
05:Enough To Let Me Go (3:52)
06:Free (4:03)
07:Hello Hurricane (4:04)
08:Always (4:19)
09:Bullet Song (3:24)
10:Yet (3:53)
11:Sing It Out (5:18)
12:Red Eyes (4:50)
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