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Da kommen gestandene Musiker zu einer Jam-Session zusammen und nach wenigen Stunden stehen zwei Entscheidungen fest: Man gründet eine Band und nimmt eine Platte auf. Die Gruppe heißt Synclair und dem Album hat man den Titel "Synclair" gegeben. Was in dieser Kurzform so einfach klingt, ergibt nach einer knappen Stunde eine Art Verlangen nach dem Hard Rock dieser bunt zusammengewürfelten Combo.
Schlappe zwei Sitzungen brauchte man, um die vorliegenden acht Tracks live im Kasten zu haben und bestimmt gibt es noch einige weitere Nummern, die erst einmal bis auf Weiteres in der Schublade schlummern. So, wie sich Synclair auf ihrem Debüt präsentiert, darf man jetzt schon auf weitere Musik der Gruppe hoffen.
Die Band nagelt ein ganzes Holzbrett voll mit Metallstiften. Ob man sich nun mit Balladen oder rockigen Höhenflügen abgibt ... Synclair hat Format und das nicht zu knapp. Wenn wieder einmal die Siebzigerjahre heraufbeschworen werden, dann trifft das auch auf die erste Platte des Kollektivs zu. Allerdings darf sich der geneigte Hörer auf eine Petrischale voll mit einer frisch angelegten Bakterienkultur der infizierenden Art freuen. Altbacken geht anders.
Mit dem Tastenmann George von Staden werden unter anderem Triebwerke gezündet, die die Musik weit über unsere Erdatmosphäre hinaustragen. Kein Wunder, wenn bei den Instrumenten 'Sapcekeys' angeben werden. Einerseits ist Synclair verdammt bodenständig und andererseits versteht man es (im positiven Sinn) auch die Gravitation zu überwinden.
Den Song "Synclair", ganz am Ende der CD positioniert, darf man ohne Übertreibung als ein Meisterwerk des Jam bezeichnen. Elfeinhalb äußerst unterhaltsame Minuten warten auf den Hörer und hier hat man beim Spielen eine Blues-Spritze mit dicker Nadel aktiviert. Oh Mann, was für ein Song! Wenn der Bassist Michael Eibinger den Spitznamen 'Groovedoctor' trägt, dann passt das wie die berühmte Faust aufs Auge. Dieses Stück lebt von schwebenden Passagen, die durch den Tieftöner geerdet werden und von Stadens funkige Keyboards dienen als Blitzableiter für die mächtig riffenden Gitarren. Dann türmt sich die Musik auf wie ein mächtiger Wolkenberg. Synclair erweisen sich als Herr der Dynamik. So einen Blues-Hard-Rocker hört man immer wieder gerne. Das von Staden-Solo ist brillant. Danach wirbelt die mit Effekten angereicherte Gitarre durch die Gegend.
Die Geschichte zum Sänger Richard Krenmaier ( Ex-Stygma IV) ist relativ schnell erzählt. Mit seiner Rockröhre sorgt er bei jedem Einsatz für Aufsehen. Michael Hackl weiß ein ums andere Mal mit variantenreichen Soli zu überzeugen und mit dem Opener "No Forgiveness" werden erste beeindruckende Eckpfeiler in den Boden gerammt. "Parkwalker" ist eine musikalisch gelungene Initialzündung in Sachen abgehobenem Hard Rock mit sanften Streicheleinheiten und Pink Floyd-Gitarre aus deren bester Zeit.
Wow, welch ein toller Bass bereitet den Weg für einen weiteren Hinhörer. "Got It All" heißt er und hier geben sich die Keyboards sowie Gitarre die Klinke in die Hand. Der 'Groovemaster' treibt den Track jetzt zusammen mit dem Drummer Ulli Pallua in feinster Jazz Rock-Manier nach vorne. Man kann es kaum beschrieben, über welchen Ideenreichtum der Keyboarder verfügt.
Für "Together" stellt von Staden die Knöpfe auf Piano und schon sind wir mitten in einer herrlichen Power-Ballade mit wunderschönen Tastenläufen. Dramatisch hart ist "Show Me Your Face" und dass die Band auch noch klasse Melodien kreiert, sei am Rande erwähnt. Immer wieder baut der Bass Druck auf. Die zwei Gitarren geben sich hier die Hochgeschwindigkeits-Kante und gehen genüsslich durch die beiden Kanäle auf Wanderschaft. Einen Teil der Strecke spielen Orgel sowie Gitarren einen Zwillingspart.
Das Quintett Synclair mit dem Gastgitarristen Mike Flynn hat auf der Debüt-Platte alles richtig gemacht und man darf, wie bei einem mehrteiligen Krimi jetzt schon auf eine Fortsetzung gespannt warten. "Synclair" ist super!
Line-up:
Richard Krenmaier (vocals)
Michael Hackl (guitar)
George von Staden (keyboards, spacekeys)
Michael 'Groovedoctor' Eibinger (bass)
Ulli Pallua (drums)
Guest:
Mike Flynn (guitar)
| Tracklist |
01:No Forgiveness (7:12)
02:Parkwalker (5:37)
03:Got It All (9:57)
04:Together (6:24)
05:Show Me Your Face (6:27)
06:One Of These Days (6:19)
07:Starshine (5:38)
08:Synclair (11:28)
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