Tim Steward / How Does It End
How Does It End Spielzeit: 39:20
Medium: CD
Label: Reverberation, 2006
Stil: Pop

Review vom 02.08.2008


Norbert Neugebauer
Junge, Junge, was für ein verfänglicher Albumtitel...
Tim Steward, noch einer aus der großen Hemifrån-Kiste, aus der wir in den letzten Monaten vor allem mit Singer/Songwritern/Roots Music eingedeckt werden.
Der Künstler ist für den Rezensenten genauso unbekannt, wie seine Stammband Screamfeeder aus Brisbane/Australien, deren zwei Alben Kollege Tom Machoy besprochen hat. Halten wir uns auch nicht lang mit Spekulationen über Ähnlichkeiten zum Bandsound auf, die Zahl der hiesigen Fans wird eh sehr überschaubar sein. Das Solowerk von 2006 ist demnach in langer Arbeit über Jahre entstanden und beinhaltet die Songs, die Steward für nicht unbedingt bandtauglich hielt. Offensichtlich hat er sie auch im Alleingang eingespielt, irgendwelche Mitspieler sind jedenfalls nicht aufgeführt.
Also, Steward ist ein sehr poplastiger Vertreter seiner Zunft, verfügt über eine helle, eingängige und jugendlich klingende Stimme (reichlich chormäßig gedubbt), die ihm Teenie-Tauglichkeit garantiert. Gegen ein allzu junges Klientel als Zielgruppe sprechen allerdings die teilweise recht ansprechenden Arrangements im melodischen Bereich über meist einfachem Grundbeat. Die CD dreht sich nun schon geraume Zeit auf dem heimischen Plattenteller, ohne dass jedoch der erhoffte 'Aha-Effekt', wie mehrfach bei den Hemifrån-Scheiben der letzten Wochen, eingetreten ist.
Viel hängengeblieben ist bisher auch nicht, das Teil rauscht relativ gleichförmig als Hintergrundmusik durch, ohne dass sich die einzelnen Songs groß in Tempo oder Machart (meist plätschert's gemählich dahin) unterscheiden. Freilich, die Zutaten sind es: Mal Streichinstrumente, einzeln oder im Rudel, mal elektronische 80er-Jahre-Spielereien, Keyboard-Tupfer oder mehr oder weniger puristisch-akustische Nummern (recht annehmbar "The Sun Is Beginning To Rise"). Der Junge hat irgendwie "Die Entdeckung der Langsamkeit" verinnerlicht. Selten rockt es mal etwas ("What Are You Doing To Me"), dafür gibt es aber auch recht Einfältiges ("The Difference").
Nein, ehrlich gesagt, das Album kommt beim Randgruppen-Beauftragten der RockTimes-Redaktion nicht sonderlich an. Da fehlen wirklich ein paar Ecken und raue Stellen, um für echte Aufmerksamkeit zu sorgen. Wer's richtig poppig-kuschelig mag, der kann ja mal reinhören. Wie's enden wird? Keine Ahnung, bei mir jedoch gradewegs auf dem Abstellgleis...
Tracklist
01:Before
02:Not The Same
03:Remember What Came First
04:Law For Yourself
05:The Sun Is Beginning To Rise
06:Maybe
07:What Are You Doing To Me?
08:I Can't Wait That Long
09:The Difference
10:Sign From A Star
11:Sunday Morning
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