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Die Band The Telstar Sound Drone wurde im Jahr 2007 in Dänemark von Schlagzeuger Hans Beck sowie dem Gitarristen Mads Saaby gegründet. Sean Jardenbaek vervollständigte sehr bald danach das Line-up. Nach der ersten EP und einem großen Auftritt beim Roskilde Festival kam es jedoch zu internen Problemen, die den Drummer Beck plötzlich alleine dastehen ließen. Glücklicherweise konnten diese jedoch gelöst werden und das Trio fand sich wieder zusammen. Sehr viel Zeit und Arbeit wurden dann in das Debütalbum "Comedown" gesteckt, das mir nun vorliegt.
Mit druckvollen Gitarren und Drums beginnt "Through The Back Of Your Head" diese Scheibe. Sehr bald gesellt sich dann auch der Gesang von Jardenbaek dazu, der sich - stark verhallt - optimal in den waberigen Sound einfügt. Für die Bassspuren hatte sich das Trio gleich zwei Gäste ins Studio bestellt. So wurden einige der Tracks von Kare Joensen ( Baby Woodrose) und der Rest von Christian Norup ( Highway Child) eingespielt. Und schließlich hat ein als Hobbiten ( Spids Nogenhat) benannter Musiker noch zusätzliche Gitarrentracks abgeliefert.
Die Tempi der insgesamt sieben Stücke variieren immer wieder und so ist "Feels Like A Ride" sehr langsam angesiedelt, die Gitarre flirrt ganz losgelöst zu den spacigen Keyboardsounds (wer hat die eigentlich eingespielt?), das Schlagzeug liefert im Hintergrund lediglich den Takt und der Gesang wirkt, als würde er irgendwo zwischen den Welten schweben. Sehr nah an dem Sound von Hawkwind dann "Now See How", das durch eine akustische Gitarre zum psychedelischen Keyboard eröffnet wird. Auch hier bleibt es vom Tempo eher verhalten, während sich das Stück geradezu hypnotisch durch die Takte bewegt.
Bei "Evaporation" wird die Geschwindigkeit dann aber wieder deutlich angezogen, während sich die abgedrehten Gitarren sowie die Rhythmusabteilung ihren Weg durch das unendliche Weltall zu bahnen scheinen. Jardenbaeks Gesang ist hier - wie eigentlich auf dem gesamten Album - stark verhallt und ziemlich weit in den Hintergrund gemixt worden, was der ganzen Chose immer wieder etwas Unwirkliches, Traumhaftes verpasst. Fast so, als ob der Sänger von irgendwo weit weg die Situation beobachtet und zögerlich kommentiert. Eben genau, wie man sich das von guter psychedelischer, spaciger Mucke erwartet bzw. erhofft.
Die erste Single-Auskopplung hört auf den Namen "Satellited". Der Song ist nicht ganz so spacig ausgefallen, kommt etwas klarer und strukturierter als das restliche Material. Von Radiofutter ist allerdings auch diese Nummer meilenweit entfernt, was aber gut so ist. Mein persönliches Highlight der Scheibe ist jedoch "Lost Our Love", das sich zwar nur marginal von den übrigen Tracks unterscheidet, jedoch mit richtig coolen zusätzlichen Melodien und überraschenden Wendungen zu überzeugen weiß. Auch hier ist eine gewisse Nähe zu Hawkwind nicht zu überhören.
Mit "Cabin Fever" neigt sich die Platte dann schließlich dem Ende entgegen. Erneut ein sehr hypnotisch angelegtes Stück, das sich nach langsamerem Beginn dann immer mehr steigert und noch einmal alle Markenzeichen dieser Combo auslotet.
Man kann The Telstar Sound Drone abschließend zu einem sehr gelungenen Debüt gratulieren. Wer auf psychedelische und spacige Sounds steht, die teilweise gar in tranceähnliche Passagen übergehen, der sollte unbedingt mal reinhören. Meine Anspieltipps wären "Feels Like A Ride", "Now See How" und "Lost Our Love".
Line-up:
Sean Jardanbaek (guitars, lead vocals)
Mads Saaby (guitars)
Hans Beck (drums)
With:
Christian Norup (bass)
Kare Joensen (bass)
Hobitten (guitars)
| Tracklist |
01:Through The Back Of Your Head
02:Satellited
03:Feels Like A Ride
04:Now See How
05:Evaporation
06:Lost Our Love
07:Cabin Fever
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Externe Links:
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