Die Anfänge der aus Sao Paulo stammenden Tempestt reichen bis in die neunziger Jahre zurück, als Brasilien noch nicht unbedingt als erfolgreichstes Tour-Land auf der Rechnung der großen Rock- und Metal-Gruppen stand. Die Truppe startete als reine Cover-Band und widmete sich den Songs von Bands wie Journey, Kansas, Queen, Bon Jovi, Europe oder Dream Theater. Im Laufe der Jahre fand sie heraus, dass auch ihre Original-Kompositionen nicht von schlechten Eltern waren und baute diesen Teil ihres Live-Programms immer weiter aus.
Nach Tourneen durch ihr Heimatland als Vorprogramm für Leute wie Billy Sheehan oder Jeff Scott Soto, angelte sich die Band dann endlich auch einen Plattenvertrag und legt nun mit "Bring 'em On" ihr Debüt vor. Erfreulich ist, dass von den ehemals gecoverten Bands kein übermäßiger Einfluss mehr übrig geblieben ist, sondern Tempestt sich angenehm original anhören. Geboten wird Melodic Metal mit gelegentlich eingestreuten progressiven Farbtupfern.
"Faked By Time" und "Bring 'em On" fallen erstmal orkanartig heavy über einen her. Jede Menge Power bieten die Brasilianer, ohne jedoch die Melodien außer Acht zu lassen. Ein anderes Kaliber ist da "A Life's Alibi", das sehr gemächlich mit einem superben Gesang beginnt, dann anzieht, das Genre einer Halbballade jedoch nie verlässt. Klasse gemacht, glaubhaft dargebracht und raffiniert arrangiert.
Der große Jeff Scott Soto (u.v.a. Ex-Journey) ist ein Fan dieser Truppe und hat sich nicht lumpen lassen, auch ein Duett ("Insanity Desire") mit den Jungs aufzunehmen. Die beiden Stimmen ergänzen sich durchaus gut auf diesem eher 'dunkel' gehaltenen Midtempo-Titel, bei dem erneut der Bass heftig in die Magengrube geht, die Gitarren ihr 'laut - leise - laut'-Spielchen abziehen und die grundsoliden Drums die Lebensversicherung sind. Gar funkig sind die Bass-Einlagen bei "Too High", bei dem das Songwriting allerdings, im Vergleich zu den bisherigen Stücken, abfällt.
"Enemy In You" wird von tollem Piano eröffnet und ist ein weiterer ruhiger Titel. Dazu gefallen die Gesangsmelodie sowie die emotionalen Vocals. "Fallen Moon" und "Lose Control" ziehen dann mit fetten Riffs wieder mächtig an, bevor die sehr schöne Akustik-Gitarren-Ballade "Healing" den offiziellen Teil von "Bring 'em On" beschließt. "Higher (I Can Land)" eröffnet die Bonus-Tracks sehr heavy und mitreissend, wenn es auch nicht unbedingt zu den besten Tracks des Albums gehört.
Den Rausschmeißer stellt der 1981er Journey-Song "Don't Stop Believin'", der etwas schneller als das Original gebracht wird. BJ ist smart genug, einen Ausnahmesänger wie Steve Perry nicht ernsthaft imitieren zu wollen und sucht sich seinen eigenen Weg mit den Vocals. Insgesamt nicht so stark wie die Vorgabe, aber der teilweise harte brasilianische Akzent versprüht dann wieder Sympathie-Punkte.
Tempestt sind auf ihrem Weg. Es wird wohl noch ein paar Jahre und Alben dauern, bis sie ihr gesamtes Potenzial zu 100 % ausschöpfen können, aber ich hoffe, dass sich das Quartett auf seinem Weg nicht aufhalten lassen wird. Für "Bring 'em On" werden erstmal coole, sich an der Copacabana sonnenbadende 6,5 RockTimes-Uhren verteilt. Und für die zukünftigen Aktivitäten der Band gilt: Bring 'em on, guys, bring 'em on!!
Line-up:
BJ (vocals)
Gustavo Barros (guitars, since august 2007)
Leo Mancini (guitars, until july 2007)
Edu Cominato (drums)
Paulo Soza (bass)
| Tracklist |
01:Faked By Time
02:Bring 'em On
03:A Life's Alibi
04:Insanity Desire
05:Too High
06:Enemy In You
07:Fallen Moon
08::Lose Control
09:Healing
10:Higher I Can Land (Bonus Track)
11:Don't Stop Believin' (Bonus Track)
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