Tri-Fecta / A Triple Threat
A Triple Threat Spielzeit: 44:37
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2015
Stil: Blues

Review vom 19.04.2015


Mike Kempf
Als ich den US-Musiker Steve Fister einmal als Support von Walter Trout und zuletzt 2008 mit Wild T. live erlebte, wurde mir jeweils bewusst, welch großartiger Ausnahmegitarrist mir gegenüber steht.
Vor kurzem hat er sich den Bassisten Ric Fierabracci und den Schlagzeuger Ray Bringer ins Boot geholt und so entstand Tri-Fecta. Wahrlich keine schlechte Wahl, denn während Fierabraccis Steckbrief erfolgreiches Mitwirken bei Billy Cobham, Andy Summers und Chick Coreas Electric Band aufweist, kann sich Bringer damit rühmen, einst mit unter anderem Ray Charles,
Bonnie Raitt, Joe Cocker oder Steve Morse musiziert zu haben.
"A Triple Threat" heißt ihr Debütalbum, weist elf Songs in einer guten Dreiviertelstunde auf und bedient sich hauptsächlich aus dem Genre des Blues. Diesen hat die Band mit einigen Jazzelementen garniert und allein durch diese Tatsache ist dem Trio ein sehr ansprechender Noten-Cocktail gelungen. Da die Platte nicht dazu dient, ihr im Vorbeigehen zu lauschen, wird vom Interessierten eine gehörige Portion an Aufmerksamkeit verlangt. Zu viele spielerische Raffinessen gilt es zu entdecken. So brilliert die Tonkonserve mit exquisiter, anspruchsvoller Musik, die, rein vom musikalischen Standpunkt betrachtet, nichts zu bemängeln veranlasst. Allerdings sei auch erwähnt, dass hier kein reines Blues Rock-Album zu erwarten ist.
Mit "Way Down In The Hole" wird "A Triple Threat" eröffnet und Bringers Schlagzeugspiel sticht hier besonders hervor. Im Zusammenspiel mit Fisters Geklampfe ergibt sich für mich gleich eine Hörproben-Empfehlung. Das folgende "Zig Zag Talk" hat die Band in ein musikalisches Jazzkleid gesteckt und unterstreicht gleich mal ihre Flexibilität in der Songarchitektur - es darf geswingt werden.
Die beiden ersten Songs spiegeln das Gesamtkonzept des Albums wider. Wie bereits erwähnt, gibt es reichlich Blues und Jazz auf die Ohren. Richtig interessant klingt "Kate Dragon". Das rein instrumentale Teil kann ich getrost dem Fusion-Rock zuordnen und das Besondere an diesem Song liegt in den Künsten von Fierabracci und Bringer. Was die beiden Fister an Klangfundament anbieten, ist große Kunst und dieser lässt sich nicht zweimal bitten, um zum Ende des Liedes sein extrem gut ausgeprägtes Saitengezupfe zur Schau zu stellen.
"Dead Reckoning" ist einer meiner Favoriten. Diesmal bedient sich Fister einer Voice Box, so wie es einst Peter Frampton bei "Do You Feel Like We Do" praktizierte. Anschließend gibt es mit "Million Miles Away" einen weiteren Song zu Gehör, dem ich sehr positiv gegenüber stehe. Diese beiden mittig platzierten Lieder sind allein schon ein Grund, um sich den Silberling zuzulegen.
Fazit: Steve Fister hat mit seiner neu formierten Band Tri-Fecta so richtig einen rausgehauen. Die drei aus Los Angeles stammenden Musiker brillieren mit einem unglaublich guten Musikverständnis. Jeder für sich ist ein extrem gut ausgebildeter Instrumentalist und Fister selbst, der auch schon mit Steppenwolf, Lita Ford und Pat Travers musizierte, ist derjenige, der durch sein herausragendes Gitarrenspiel die Glanzlichter setzt. Lange Rede, kurzer Sinn - KAUFEN!
Line-up:
Steve Fister (vocals, guitars)
Ric Fierabracci (bass, vocals)
Ray Bringer (drums, cymbals)
Special Guest:
The Great Jerry Vivino (sax - #10)
Tracklist
01:Way Down In The Hole (4:02)
02:Zig Zag Talk (5:51)
03:Kato Dragon (4:14)
04:Respect Yourself (4:30)
05:Dead Reckoning (3:36)
06:Million Myles Away (4:15)
07:Wes (3:59)
08:Blues In The Heart (2:23)
09:Movin' On Down The Road (5:08)
10:Bari Blues (4:03)
11:Stumble (2:36)
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