Was mein Kollege Pete zum Erstling der Band schrieb, gibt es hier zu lesen.
Ich kenne die 'alte' CD nicht - keine Ahnung also, ob Pete mit folgender Aussage "Die neue CD soll noch um Einiges rockiger werden..." recht gehabt hätte.
Rocken tun die Jungs wie die berühmte Sau. Zwei fette Gitarren, ein Bass, der schön dazu bollert und die Schießbude hat permanenten Dauereinsatz. Intros scheinen die Jungs zu mögen, denn wie auf dem Vorgänger, ist das auch auf "Live Before You Die" der Fall. Im Anschluß folgt eine schweißtreibende Boogie/Rock 'n' Roll 'Tour der Force' mit Vokalaerobic und schönen Breaks.
Die Gitarren geben alles, oft per Double-Leads, nehmen sich zurück, wenn Tim seine Texte shoutet. Bewundernswert die geniale Melodieführung: "Devil's Eye" zum Beispiel hat eine dermaßen starke Meoldie, die sich trotz des immensen Instrmental-Einsatzes Aller wunderbar und rockig durch die Nummer sieht. Bis Tim "Out" schreit und alles stoppt. Stoppt, um sofort den nächsten Nackenbrecher zu starten und auch "My Lady Is A Man" will ich die gleichen Attribute attestieren. Gitarrensoli, mehrstimmiger Gesang, ein Saxofon quäkt sich in die Boogie-Nummer und meine Nackenmuskeln müssten sich nun eigentlich einer Massage unterziehen, um Schaden abzuwenden.
Hey, Erholung kündigt sich an - "No More Lovesongs" startet mit akustischer Gitarre , die Vocals aber sind rotzig wie gewohnt. Ein Song, der den Black Crowes perfekt ins Handepäck passen würde. Die Band hat ein Händchen für 1A-Songwriting. Ein Break in Form von Percussionzauber und akustischem Saitenflirren, leitet über zu Rock pur und AC/DC-like endet der Track.
"Jenny", wow, wieder dieser melodiöse Boogie-Rock... Wo nehmen Trivial nur die Ideen her? Status Quo-Boogie auf AC/DC-Härtegrad mit Pink Floyd'schem Pscho-Break gen Mitte der Nummer. Geil, wie dann wieder auf Rock geschaltet wird. Mit Powergeklampfe und diabolischem Gelächter endet "Jenny", um einem swingenden Rock 'n' Roll-Blues ("Jukebox") Platz zu machen. Fingerschnippend begleite ich die Bluesgitarre und die Bassläufe. Oh Mann, trivial sind "Trivial" mitnichten. Jedenfalls nicht im negativen Sinn. Wenn "Tivial" aber für schörkelfreie Musik, ohne Gimmicks und Experimente steht, dann paßt der Bandname. Das ist Musik zum abrocken und sonst nichts - und das ist gut so. Perfekte Party bei Konzerten wird die Folge sein. Legt ihr das Teil jedoch bei der nächsten Grillfete auf, müsst ihr Obacht geben, dass euch die Würste nicht vom Rost hüpfen.
Wer nun denkt bei "G-String" geht es um diese appetitmachende 'kleine Etwas' liegt erst mal daneben, denn mit G-String ist die Gitarrensaite gemeint. Zumindest vordergründig, denn zwischen den Zeilen kann man das auch anders interpretieren und wenn man folgenden Textauszug mal nicht gitarrenteschnisch liest:
"The only thing that's better...is if you would show me your Flying-V. Your curvaceous body is pretty and neat, but your G-String is the gem that really gets me of my feet."
wißt ihr, was ich meine. So müssen Rock 'n' Roll Texte sein.
Adäquat endet "Live Before You Die". "Cadillac" schießt nochmal eine Breitseite in Richtung Nackenmuskeln und wenn es nicht so früh am Tag wäre, würde ich jetzt Bier besorgen, Freunde einladen und Party feiern. Selbstverständlich immer ein Auge auf den Würsten, wie gesagt...
Ich bin mir nun eigentlich sicher, dass "Live Before You Die" rockiger als das Debüt-Album ist. Die Meßlatte für Numer Drei liegt jetzt sehr hoch!
Spielzeit: 43:46, Medium: CD, Eigenproduktion, 2006
1:Intro 2:Move 3:Devil's Eyes 4:My Lady Is A Man 5:No More Lovesongs 6:Jenny 7:Jukebox 8:G-String 9:Roundup 10:Cadillac
Ulli Heiser, 16.04.2006
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