"First Name Lucky" ist die dritte Veröffentlichung der amerikanischen Blues-Stimmungskanone Tweed Funk. Welches Ergebnis ein Trip nach Memphis haben kann, hören wir in den elf Songs. Die Band schreibt im Digipak-Text dazu unter anderem: »[..] we wanted to create an organic album with a minimal amount of overdubs and production. DJs and fans have been asking us for a live album and we hope to cut one in the future – but for now we have a studio album that was primarily cut live with first or second takes.«
Insgesamt kann man da nur festhalten, dass Tweed Funk dieses Vorhaben sehr gut gelungen ist.
Mit nur wenigen Coversongs ("Let The Good Times Roll", "Sugarfoot", "I Got Loaded", "Knock On Wood") geht hier die Party ab und wird mit dem Opener "Blues In My Soul" von Beginn an perfekt in Schwung gebracht. Der Blues/Soul/Funk wird auf hoher Energiestufe serviert und wenn Jon Lovas (Saxofon) sowie Trompeter Kevin Klemme Luft holen, dann fokussiert sich die Stimmung noch mehr.
Da fällt es schwer, still sitzen zu bleiben. Smokey hat immer noch eine richtig schön rauchige Stimme und JD Optekar zieht mit Erfolg alle möglichen Register seiner Gitarrenkünste. Bei einer solchen Blues-Melange ist in besonderem Maß natürlich die Rhythmusabteilung gefordert. Bassist Eric Madunic und Nick Lang (Schlagzeug) sind ein treibender Motor mit einem geschmeidigen Getriebe, haben den Groove, Shuffle und Rock gepachtet und sind ein tolles Rückgrat für die Künste der anderen Musiker.
Den Tiefton-Zupfer Eric Madunic genannt, taucht er sowohl als Chorknabe als auch Lead-Sänger auf. Dem Klassiker "Knock On Wood" drückt er mit seiner gutural-rauen Stimme seinen persönlichen Stempel auf und wen wundert es ... auch hier sind die beiden Bläser mit von der Partie. Selbst wenn man sich so ziemlich am Original orientiert, macht diese Nummer im Zusammenhang mit der Tracklist durchaus Sinn und wird gewinnbringend eingesetzt.
Bei so viel Party ist die Frage nach einem langsamen Blues durchaus berechtigt. Auch diese Abteilung bedient Tweed Funk. Zunächst lässt man die Atmosphäre in "Divided" abkühlen. Die Combo setzt mit dieser Eigenkomposition auf Soul und schon ist man vom Glück verfolgt.
Herrlich wie sich Chrissy Dzioba beziehungsweise Sara Moilanen mit ihren hellen Stimmen in Szene setzen. Genau der richtige Kontrast zu Smokey. Gelungen ist auch Jon Lovas Saxofonsolo, mit dem er dem Lied einen feinen Jazz-Touch gibt.
Dieser vom Holzbläser erzeugte Funke überspringt einige Tracks und findet sich in wesentlich deutlicher Ausprägung in "Sippin Misery" wieder. Die Nummer hat man komplett ins Jazz-Tauchbecken gelegt. Bei Kevin Klemmes Trompeteneinsatz, auch mit Dämpfer gespielt, kommt New Orleans-Feeling auf. Diese Ballade, ebenfalls eine Eigenkomposition, ist das Highlight der relaxten Abteilung des Albums. Nick Langs Jazzbesen sowie eine halbakustische Gitarre sind zusätzliche Ambiente-Träger. Klasse!
Bei der treibenden Fraktion ist es schon schwieriger, einen einzigen Favoriten herauszupicken, weil Genre-Übergriffe häufig vorkommen. Vielleicht ist es ja das groovende "Get It On" mit toller Bluesharp von Brian 'Looper' Lucas. Er ist nur einmal in Aktion, dafür aber einmalig.
Fast live ist das dritte Studioalbum "First Name Lucky" ein weiterer Beleg dafür, wie gut die Band Tweed Funk ist. Irgendwie wird dabei der Wunsch nach einem Livealbum noch größer. Zunächst darf man hier allerdings fast vierzig Minuten mitfeiern.
Line-up:
Smokey (lead vocals - #1-9,11, backing vocals - #3,7,10)
JD Optekar (guitar, backing vocals - #3,7)
Eric Madunic (bass, lead vocals - #10, backing vocals - #1,3,7,10)
Nick Lang (drums)
Jon Lovas (saxophone)
Kevin Klemme (trumpet)
Brian 'Looper' Lucas (harmonica - #11)
Chrissy Dzioba (backing vocals - #1,4,5)
Sara Moilanen (backing vocals - #1,4,5)
Tracklist |
01:Blues In My Soul (2:30)
02:Time To Burn (3:28)
03:Let The Good Times Roll (4:10)
04:Hoodoo Power (2:51)
05:Divided (3:46)
06:Sugarfoot (4:23)
07:Deed Id Done (3:12)
08:I Got Loaded (4:09)
09:Sippin Misery (3:25)
10:Knock On Wood (3:07)
11:Get It On (3:48)
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