Twisted Tower Dire / Netherworlds
Netherworlds Spielzeit: 45:45
Medium: CD
Label: Remedy Records, 2007
Stil: Heavy Metal

Review vom 19.02.2007


Christoph Segebard
Kurz die Vorgeschichte: Twisted Tower Dire haben sich 1995 (O-Ton der Band: »when metal was at its lowest point«) aus dem Hass auf die damalige Anti-Metal-Kultur heraus zusammengetan. Diesem hehren Motiv entsprechend, sollte der Stil der Band 'true' gehalten werden. Auch ihr viertes Album, "Netherworlds", hält strikt an diesem Prinzip fest.
Eines kann man den Jungs also gewiss nicht vorwerfen: Unehrlichkeit. Der Stoff klingt echt und authentisch, und das von Anfang bis Ende. …Man erzählt sich, dass sogar deren Kinder in Kutten rumlaufen - für Denjenigen, dem noch ein Beweis gefehlt hat.
Entsprechend erinnert "Netherworlds" an viele 'frühe Phasen', als da wären Queensryche, Fates Warning, Judas Priest, und Sonstiges aus den Tiefen der Achtziger. Dazu passend auch die dominierende Gitarre und der zwar dann und wann markante, im Großen und Ganzen aber etwas platte Gesang, der manchmal die Höhen, in denen es erst spannend wird, auslässt.
...Er profitiert aber auch nicht gerade von dem sehr matschigen Sound. Dieses Album klingt wie ein Konzert-Bootleg von mäßiger Qualität. Die einzelnen Instrumente sind überhaupt nicht definiert, was dem ganzen Zusammenspiel die Knackigkeit und der Band an sich auf traurige Weise einen Großteil ihres Reizes nimmt. Ein gewisses Garagen-Flair in allen Ehren, aber im Jahre 2007 kann und darf ein Metalalbum einfach nicht mehr so klingen; auch, wenn es vom kreativen Standpunkt her in den 80ern stecken geblieben ist.
…Was ja im Allgemeinen nichts Schlechtes ist; aber wenn man klassisches Material derart aufbereiten will, müssen die eigenen Ideen stimmen, um die Songs interessant zu machen und gleichzeitig ein Retro-Feeling auszustrahlen. Letzteres kriegen Twisted Tower Dire ohne Probleme hin, aber leider kommt sehr schnell Langeweile auf. So kann das Material auch vom kreativen Standpunkt aus nicht überzeugen, geschweige denn den Sound vergessen machen. Einige der Songs erreichen zwar Durchschnittsqualität, aber im Allgemeinen ist "Netherworlds" vor allem eins: Ein Album, das niemand wirklich braucht, wenn er nicht gerade ein Die-Hard-Running Wild-Fan ist.
Tracklist
01:Starshine
02:Dire Wolf
03:Fortress
04:Killing Kind
05:Netherworlds
06:Casualty Of Cruel Times
07:Tales Of Submission
08:No One Left To Blame
09:Firebird
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