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Es will schon etwas bedeuten, wenn uns über diese weite Entfernung aus Australien News und Bands erreichen und die Promotion in 'Good Old Germany' einsetzt. Bereits 1997 gab es in 'Down Under' viel Lob für Vanishing Point. Die australische Prog-Radio-Show 'Screaming Symphony' bezeichnete Vanishing Point als die Prog-Band Nummer Nr. 1 in Australien. Was das bei so einem großen Kontinent bedeutet, kann sich jeder vorstellen.
Das Album "In Thought" ist das Debüt-Album der Australier und wurde im Jahr 1997 erstmals released. Es erschien zum damaligen Zeitpunkt bei 'Metal Warriors' und wurde in Europa über 'Angular Records' vertrieben. Es folgten im Jahr 2000 bzw. 2005 die Alben Tangled In Dream und Embrace The Silence, welche wirklich viel Beachtung und positive Kritiken auch bei uns ernteten. Grund genug, für das Label 'Dockyard 1' das Debüt aus dem Jahr 1997 noch mal neu aufzulegen. Immerhin war die Scheibe in der Vergangenheit kaum noch zu bekommen. Auch live machten Vanishing Point bei uns auf sich aufmerksam, spätestens als sie sich mit Gammy Ray und Sonata Arctica auf Tour begaben.
Bleibt zunächst mal die Frage zu klären, welchen Stil die Band nun wirklich spielt. Wie es halt immer so mit den Schubladen ist, gibt es die eine Seite, die, wie oben beschrieben, der Band erhebliche progressive Einflüsse unterstellt. Auf der anderen Seite bezeichnen Vanishing Point ihre Musik selbst schlicht und einfach als Melodic-Metal. Ich hatte es schon an anderer Stelle beschrieben, dass meines Erachtens in der Musik von Vanishing Point der Melodic-Metal überwiegt und der Prog zwar erkennbar, aber nicht wirklich dominant ist.
Fakt ist aber auch, dass man die Musik mit anderen Größen wie Rose Tattoo oder The Angels aus Australien nicht vergleichen kann.
Bereits auf "In Thought" rocken Vanishing Point mehr mainstreamig, geben ihren Songs jedoch einen ausgefallen Touch, indem man die rockigen Gitarren mit schönen Keyboards dezent unterlegt. Und wenn dann die 'Melodic' einsetzt, erhält man diese Mischung aus gesunder Härte und gleichzeitig einfühlsamem Feeling. Bei der Beurteilung der einzelnen Songs muss man nun sicherlich berücksichtigen, dass die Kenntnis über die beiden Folgealben im Nacken sitzt. Vanishing Point haben sich zweifellos seit ihrem Debüt musikalisch weiter entwickelt, gleichwohl die Kompositionen auf "In Thought" sehr ausgereift erscheinen. Der Opener "The Only One" als Midtempo-Rocker zeigt die Marschrichtung an, welche sich über "Forgotten Self" und "Dream Maker" an sich unverändert fortsetzt. Kleine Veränderungen gibt es im Band-Song "Vanishing Point", der etwas stärker gitarrenorientiert ist.
Highlights gefällig?? Wenn man so will, dann möchte ich "Company Of Darkness" hervor heben, insbesondere auch durch das von mir zum eigentlichen Intro deklarierte, keyboardslastige "Wind". Das gehört zusammen, wie ich meine. Im letzten Teil des Album-Repertoires finde ich persönlich, dass sich die Rhythmen ein bisschen zu sehr wiederholen, wobei das längste Stück, immerhin über 8 Minuten, von Piano-Klängen eingeläutet wird und sich zu einer netten Ballade entwickelt.
Insgesamt sind die Aufnahmen nun sehr druckvoll, einzig der Gesang von Silvio Massaro hätte aufnahmetechnisch weiter in den Vordergrund rücken können. Das Artwork hat sich über die Jahre nicht verändert.
Was gibt es sonst noch?? Einen Bonustrack und zwei MPEG-Videos "Forgotten Self" und "The Only One".
Fans von Vanishing Point sollten nun, falls noch nicht geschehen, die Chance nutzen, die Diskografie zu vervollständigen. Ansonsten eignen sich Vanishing Point für harte Melodic-Rocker, die auch mal vor einer leichten progressiven Berührung nicht zurückschrecken.
Line Up:
Vocals: Silvio Massaro
Guitars: Tommy Vucur
Guitars: Chris Porcianko
Bassguitars: Joe Del Mastro
Drums: Jack Lukic
Spielzeit: 49:39, Medium: CD, Dockyard 1, 2006 (1997)
1:The Only One (4:08) 2:Vanishing Point (5:52) 3:Wind [instrumental] (5:15) 4:In Company Of Darkness (5:54) 5:Dream Maker (0:46) 6:Sunlit Windows (7:01) 7:Blind (4:49) 8:Forgotten Self (4:17) 9:A Memory (8:06)
Bonus: 10:Inner Peace (3:26)
Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, 13.03.2006
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