Das schöne Wortspiel im Albumtitel sagt Vieles und doch nicht Alles. Victoria Vox nennt ihr Album aus dem Jahr 2011 "Vox Ukulele Cello", was den Kern der Sache aber irgendwie auch nicht hundertprozentig trifft. Gleich, nach zwei, drei Takten groovender Ukulele hören wir in "Tugboat" (in etwa: 'Schleppdampfer') einen wunderschön klaren Trompetenklang. Vox ist bekannt dafür, dass sie dieses Blasinstrument nur mit dem Mund perfekt imitieren kann. Gäbe es einen Wettbewerb für Trompetenimitatoren stünde Vox auf dem Treppchen.
Dennoch ist es bei vorliegendem Album tatsächlich intim geblieben, was Musiker und Instrumenteneinsatz angehen. Das Cello streicht Katie Chambers. Die Vox-Eigenkompositionen kommen richtig fröhlich aus den Lautsprechern und ähnlich wie auf Exact Change hat die Amerikanerin auch einen Song in französischer Sprache auf Lager.
Es ist schon erstaunlich, welch gute Stimmung dieses sparsam instrumentierte Album verbreitet. Okay, man muss natürlich schon eine gewisse Vorliebe für die Ukulele haben, denn die ist ihr Hauptspielzeug und der Trompetensound wird trennscharf nur in wenigen Tracks eingesetzt.
Hey! "Technicolor Way", "Mother Nature", "Summertime"? Diese Titel kommen einem aber bekannt vor. Richtig, diese drei Track und zwei weitere Nummern waren bereits auf "Exact Change" vertreten und da wird man doch neugierig, ob nicht noch andere Kompositionen schon vorher das Licht der Musikwelt erblickt haben. "C'est Noyé", "Jessica", "America" sowie "Peeping Tomette" finden sich auf ihrem Album "Chameleon" aus dem Jahr 2008. Folglich gibt es auch einige neue Nummern auf "Vox Ukulele Cello".
Die sympathische Musikerin unterzieht ihre eigenen Songs einer Frischzellenkur der Fröhlichkeit. Victoria Vox und Katie Chambers laden den Hörer zu einer dreiviertel Stunde Wellness in den eigenen vier Wänden ein. Herrlich, wie die beiden Instrumente und der Vox-Gesang miteinander harmonieren.
Sie hat mit der Neuauflage der Songs nichts, aber auch gar nicht falsch gemacht. So lässt man sich Singer/Songwriter-Material gefallen. In den Händen der Protagonistin wird selbst der Weltschmerz erträglich, ohne oberflächlich zu wirken. Die Lieder haben einen eingebauten Magneten mit Langzeitwirkung.
Katie Chambers setzt ihr Cello flexibel ein. Sie hat die Essenz aus den Vox-Kompositionen verinnerlicht und um so etwas genießen zu können, sollte man sich nur mal "Chasing Love" anhören. Da ist schon viel mehr als nur ein Silberstreif am Horizont. Bestimmte Songs hervorzuheben verbietet sich quasi. Auf seine ganz persönliche Art und Weise hat jeder Track den Charme und die Intensität der Amerikanerin und die Schwerpunkte verschieben sich hervorragend. Mal ist die Ukulele, dann das Cello, die durch den Song führen.
Die Umwelt ist ihr schon ein starkes Anliegen. Nicht umsonst setzt sie sich dafür ein und bringt ihr Engagement in "Mother Nature" zum Ausdruck:
»… The web of live within could survive
But we can't stop, oh for sake of the stock market
All of our bombs & gas & guns won't protect us
I think we've got it wrong, we can't save ourselves from system meltdown...«
"Vox Ukulele Cello" ist einerseits ein origineller Titel für Altes in neuen Schläuchen, andererseits ein Album, das überzeugenden Tiefgang hat und nicht nur, weil das Cello für so manche tiefen Töne zuständig ist.
Line-up:
Victoria Vox (vocals, ukulele)
Katie Chambers (cello)
Tracklist |
01:Tugboat (3:05)
02:Technicolor Way (2:56)
03:Summertime (3:47)
04:C'est Noyé (4:08)
05:Mother Nature (3:57)
06:Colorful Heart (3:33)
07:Oh I Wonder (3:05)
08:Peeping Tomette (3:52)
09:Chasing Love (4:10)
10:America (4:16)
11:Make A Mess (4:15)
12:Jessica (3:35)
|
|
Externe Links:
|