Viron / Ferrum Gravis
Ferrum Gravis Spielzeit: 57:19
Medium: CD
Label: Metal Heaven (Soulfood), 2008
Stil: Heavy Metal

Review vom 15.02.2008


Markus Kerren
Teutonenstahl der Güteklasse A liefern Viron mit ihrem zweiten Album "Ferrum Gravis" ab. Der Großteil der Gruppe kennt sich durch vorherige Bands und Projekte (u.a. Seduction) bereits seit mehreren Jahren. "NWOGHM" hieß das Debüt, das im Jahr 2005 auf breiter Front großartige Reviews von der Presse erhielt, mir aber leider nicht bekannt ist. Umso mehr freue ich mich, jetzt auf das Zweitwerk dieses Quintetts aus dem Rhein/Main-Gebiet gestoßen zu sein.
Viron bieten hier das volle Brett, glänzen durch starkes Songwriting und sind ein weiterer Beweis, dass sich Härte und Melodie ganz und gar nicht ausschließen müssen. Vieles auf "Ferrum Gravis" hört sich nach klassischem Metal der frühen bis Mittachtziger-Jahre an, wirkt dabei aber so frisch wie ein noch warmer Laib Brot.
Mit einem fett-flotten Gitarrenriff, dem starken, druckvollen Bass von Ingmar Holzhauer und Neudis Killer-Drums, eröffnet "Liberator" den Silberling. Alexx Stahl macht sowohl in den mittleren Lagen, wie auch mit seiner Kopfstimme eine sehr gute Figur, während der Rest der Truppe ebenso nichts anbrennen lässt. Bereits zu Anfang fallen auch die hyperschnellen, wie melodiösen Gitarrensoli von Thilo Feucht und Roger Dequis sehr positiv auf.
Etwas gezügelter, aber dennoch mit den gleichen überzeugenden Trademarks der Band ausgestattet, quillt "On The Run" durch die Boxen. Bereits jetzt wird deutlich, wie sorgfältig die Band am Songwriting und den Arrangements gearbeitet hat, die den Tracks diese geballte Kraft und Vielseitigkeit geben. Neben aller Power scheut man übrigens keineswegs davor zurück, auch mal einen Part mit der Akustischen einzubauen, wenn es dem jeweiligen Stück zu Gute kommt.
Aber auch Double Bass-Attacken zu Highspeed-Riffing sind ein fester Bestandteil der Musik dieser Truppe. Mann, dieses Album macht Spaß!! Einer Überraschung folgt die nächste und bei "War" wird es dann plötzlich sehr langsam und nachdenklich, während Alexx Stahl nur von einer (fast) cleanen Gitarre unterstützt wird. Dazu kommt eine Gesangsmelodie, die vom Feeling her im positivsten Sinn an die Siebziger erinnert und mit der der Frontmann bzw. die Band eindrucksvoll ihrer ruhigeren Seite Tribut zollt.
Erwartungsgemäß fliegen uns danach bei "Beyond The Gates" die Riffs wieder nur so um die Ohren. Das Stück "Metal Ball" erklärt sich mit seinem Titel bereits von selbst, "Playground For Billions" ist stellenweise (von Abgeh-Attacken unterbrochen) wieder etwas ruhiger, während "Led Astray" in die extrem entgegengesetzte Richtung ausartet. Und alles kommt überzeugend, ja sogar mitreißend und eingängig. Die Stärke von "Ferrum Gravis" liegt unter anderem darin, dass die Qualität der Songs zu keinem Zeitpunkt nachlässt. Da ist wirklich alles genau ausgearbeitet, durchdacht und frei von schwächeren Tracks, bzw. Füllern.
Das Epos des Albums ist das elfeinhalbminütige "Sniper", das erwartungsgemäß über mehrere Parts verfügt, die allesamt kurzweilig und mit Leben erfüllt sind, was den Track zu einem würdigen Abschluss dieses Longplayers werden lässt! Man kann schließlich zusammenfassen, dass "Ferrum Gravis" ein bärenstarkes Metal-Album von begnadeten Musikern geworden ist, die es verstehen, eine knappe Stunde Spielzeit (bei nur neun Titeln) wie im Fluge vergehen zu lassen.
Diese Band ist heiß, denen brennt es sprichwörtlich unter den Nägeln, die Bühnen dieser Welt zu erobern. Das Zeug dazu haben sie ohne Zweifel, was sie mit diesem Werk eindrucksvoll beweisen. "Ferrum Gravis" ist ein dicker Tipp für alle, die mit klassischem Heavy Metal etwas anfangen können und das beste (neue) Metal-Album, das der Rezensent seit ziemlich langer Zeit im Player hatte. Da sind 8,5 Rocktimes-Uhren mehr als angemessen! Ich bin mir sicher, dass diese Band, sollte das Line-up zusammenbleiben und man von Rückschlägen jeglicher Art verschont wird, ihren Weg macht!
Line-up:
Alexx Stahl (vocals)
Thilo Feucht (guitars)
Roger Dequis (guitars)
Ingmar Holzhauer (bass)
Neudi (drums)
Tracklist
01:Liberator
02:On The Run
03:The Isle Of Man
04:War
05:Beyond The Gates
06:Metal Ball
07:Playground For Billions
08:Led Astray
09:Sniper
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