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Mann, der Mann weiß wohl auch nicht so recht, wo es eindeutig lang geht.
Zunächst ein Album unter dem Namen Jann Wilde & Rose Avenue und jetzt, wo "Neon City Rockers" mit den Neon Comets vorliegt, ist diese Bandbezeichnung auch schon wieder passé.
Die Zukunft der Gruppe geht nun unter The Velvet Beat weiter.
Zu lesen ist, dass die alten Songs allerdings, solange Jann Wilde sie singt, auch weiterhin in der Setlist zu finden sein werden.
Darüber hinaus findet man als Leser seiner MySpace-Seite heraus, dass Bassist Atheos zu einem festen Mitglied der Band geworden ist. Wie schön, denn für die vorliegende Platte zupfte noch Dean Martini die dicken Saiten. Das geht schneller, als Windelwechsel. Bei dem Hin und Her handelt es sich ja vielleicht um ein und dieselbe Person. Aber bevor es in den Bereich der Vermutungen geht, sollte man sich lieber mit handfesteren Dingen wie der Musik auseinandersetzen.
Man muss sich echt sputen, um auf dieser Scheibe auch alles mitzubekommen.
Songs um die drei Minuten machen sie zu echten Quickies. Zwischendrin einen Tee aufgießen geht schon, allerdings sind dann, je nach dem, wo sich der Laser gerade befindet, zwei Songs durch, wenn man wieder zurück ist.
Am Anfang steht "Baby Said Yeah", das man mit Melodic Punk umschreiben kann.
Fetzige Gitarren und Refrains zum Mitsingen sind hier die Leitmotive. Dazu kommt noch eine Sologitarre, die dem Rock'n'Roll huldigt.
Das groovende Intro zu "Danceroom Bop" ist Punk Blues à la Dr. Feelgood. Die machen sich aber ganz flott aus dem Staub und an ihre Stelle tritt ein Elvis Presley-Rock'n'Roll, den der Jann Wilde auch in seinem Stimmensortiment hat. Im Hintergrund machen die Backing Vocals auf 'schubidu' und dann rockt da auch noch eine verzerrte Gitarre.
Das war es allerdings noch nicht.
Auch wenn in "Screams At The Ballet" im Text oft genug der 'Rock'n'Roll' zitiert wird, sind Jann Wilde und seine Begleiter beim frühen David Bowie angekommen. Wird die Platte zu einem Zeitraffer durch die Musikgeschichte?
Die Gitarre hält sich selber die Stange, denn die gezupften Soli sind echt rockig und streben fast schon ein Eigenleben im Geflecht der anderen Instrumente an.
"Deimos & Phobos" ist aber jetzt echt (CD) Ziggy Stardust.
Von allen Anhaftungen befreit liefert die Gruppe frisch geduscht den nächsten Punk auf die Lauscher und plötzlich gibt es im folgenden Track Bar-Jazz mit Saxofon. Dann wird der Laden wieder aufgemischt und in ganzen zweieinhalb Minuten gibt es ein Wechselspiel der Genres. Dieses "The Ballad Of Jane Gaze" macht einen ganz kirre im Kopp. In den abgedruckten Texten habe ich bei der Ziffer zehn (oder so) mit dem Zählen von 'Rock'n'Roll' aufgehört. Inbegriffen auch Abwandlungen wie »she's a rocker she's a roller...«
Irgendwie klingt der Begriff 'Glamtronik' steril und wird doch heißer gespielt als er sich liest. Meinen Tee... darf ich nicht vergessen!
Wieder ein Tapetenwechsel. Jetzt wird es balladesk, so meint der Hörer. Wilde singt im Duett mit Poppy Starley. Einerseits legt man Wert auf ruhige Phasen, begleitet vom Piano, anderseits pflastert die Combo Stein. Gut und schön, dieses Stück!
Jetzt vielleicht eine Vollballade? Zumal Streicherelemente Einzug halten?
Ja, es bleibt sanfter. Auch noch nach eineinhalb Minuten. Abermals eines dieser E-Gitarrensoli. Kann man sich im Zaum halten... Jann Wilde And The Neon Comets haben es gemacht! Mit "She's A Killer" ist die Gruppe in seichteren Fahrwassern geblieben.
Gleich ist die Platte aus.
"Saturday Love" geht auch an einem Mittwoch. Die Nummer klingt allerdings wie vorher schon einmal gespielt.
In "The Motion Picture" verabschiedet sich Jann Wilde wie bei einem Livekonzert und stellt alle Bandmitglieder vor. Mit diesen sechsunddreißig Minuten kann man sich sehr gut ausmalen, dass die Gruppe bewegende Gigs hinlegen kann.
Hoch lebe der Rock'n'Roll aus Tampare, Finnland.
Und nicht vergessen: Jann Wilde And The Neon Comets gehören bereits der Vergangenheit an...
Line-up:
Jann Wilde (vocals)
Robin Savane (guitar)
Kaide Palmer (keyboards, vocals)
Dean Martini (bass, synthesizer)
Tender Rexx (drums, programming, percussion)
With:
Poppy Starley (vocals - #1,9)
Antti Volter (synthesizer - #8)
Timo Lampila (saxophone - #7)
Jenni-Sofia Peippo (violin - #10,12)
Mirja Mattinen (cello - #10,12)
| Tracklist |
01:Baby Said Yeah (2:45)
02:Danceroom Bop (3:04)
03:Screams At The Ballet (2:51)
04:Neon City Rockers (2:51)
05:Deimos & Phobos (3:07)
06:Superstar Cocktail Bar (2:08)
07:The Ballad Of Jane Glaze (2:32)
08:Glamtronik (2:38)
09:Forever (feat. Poppy Starley) (3:38)
10:She's A Killer (3:12)
11:Saturday Love (3:20)
12:The Motion Picture (4:45)
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