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Hoppla, was haben wir denn hier?
The John Weeks Band ist in Dever, Colorado beheimatet und wurde im Frühling 2014 gegründet. "The John Weeks Band" ist das erste Album des Quartetts und wenn bei den Informationen zur Platte steht, dass live in den Colorado Sound Studios zwischen dem 31.07. und 01.08.2014 eingespielt wurde, dann wäre dieser Text an und für sich obsolet, denn man spürt es von den ersten Takten an, dass die Band live spielt.
John Weeks wurde in Frankreich geboren. Anfang der Neunzigerjahre wechselte er über den großen Teich und spielte mit seiner Band TNK durchschnittlich zweihundert Gigs pro Jahr. Respekt!
The John Weeks Band ist nicht das einzige Projekt des Künstlers. So war/ist er aktiv bei der Cedar Avenue Blues Band, den Bluzinators, Rasonatorz, K2B beziehungsweise Papa Juke. In seinen frühen Jahren wurde er von The Allman Brothers, Eric Clapton und Jimi Hendrix beeinflusst. Schließlich war Freddie King John Weeks' Initialzündung für die Zukunft. Seine Live-Ambitionen bringt er so auf den Punkt: »If you aren't going to bring it, then stay home.«
In der Aufstellung braucht The John Weeks Band jedenfalls nicht zu Hause bleiben, denn was der Bandleader zusammen mit Andras 'AC' Csapo (Keyboards, Harmonica), dem Bassisten Curtis Hawkins sowie Tim 'Chooch' Molinario am Schlagzeug an Musik spielt, ist beeindruckend. Aus vier Musikern mach fünf ... ab dem 01.11.2014 ist Michelle Steele weiteres Bandmitglied.
Der Ton macht die Musik und bei diesem Quartett ist der Blues-Ton herausragend. Okay, die Gesamtspielzeit beträgt nur gut einunddreißig Minuten, aber in dieser Spanne wird verdammt viel geboten. Nach dem Eindruck dieses Debüts muss man für die Zukunft ein Auge auf The John Weeks Band haben.
Diese Combo hat den facettenreichen Blues quasi in Erbpacht im Herzen und dabei ist nicht nur der Frontmann gemeint. Er hat mit Andras 'AC' Csapo einen Tastenmann auf Augenhöhe neben sich, der den Hammond-Sound mit Leslie-Lautsprecher aus dem Effeff beherrscht und wunderschöne Klangteppiche zaubert. Er ist darüber hinaus auch solistisch kreativ unterwegs. Seine Glaubensbekenntnisse sind Muddy Waters, Charlie Musselwhite und die Rolling Stones. Den Mundharmonikaspieler nennt er nicht ohne Grund, denn Harp spielt der gebürtige Ungar Andras 'AC' Csapo ebenfalls.
Als Rhythmus-Rückgrat setzen sich Curtis Hawkins sowie Tim 'Chooch' Molinario bestens in Szene. Sie haben den Groove, der gleich schon den Opener "All Night" regiert. Diese Nummer geht am Morgen, am Mittag, am Nachmittag, abends und eben auch in der Nacht. Aber hier ist nicht der Rhythmus bemerkenswert. John Weeks hat diese magnetisierenden Blues-Töne drauf. Da ist man stante pede bei der Sache. Sein Spiel ist ein ganz starker Anziehungspunkt und nach dem ersten Track will der Hörer einfach mehr.
Bekommt er auch, denn alle weiteren Tracks sind beste Werbung für das geschmeidig rockende Genre. Für "Devil In My House" schultert John Weeks die akustische Gitarre. Der Klang ist phasenweise hart und Andras 'AC' Csapo liefert mit seinem kleinen Instrument eine wunderschön-weiche Gangart.
So wird die Begeisterung weiter geschürt und bei der Frage "How Can You Love Me?" ist man der Gruppe erlegen. Dieser Track ist ein Slow Blues mit einem Tempo kurz vor dem Stillstand. Der Namensgeber der Formation hat in der Vergangenheit buchstäblich einen Eisenpulver-Streuer zur Würzung seiner Mahlzeiten benutzt. Diese Nummer öffnet den wolkenverhangenen Himmel und lässt die Sonne zum Vorschein kommen.
Gitarre und Harp werden im Twin-Sound geboten und "Moving On" wird von einem einfachen, aber effektiv in Szene gesetzten Bass angeführt. Dieses Album zeigt in allen Belangen Wirkung. Da kann man dem interessierten Leser nur raten, sich auf den Weg zu machen, diese Scheibe zu besorgen. Hats off, John, Andras, Curtis and Tim!
Line-up:
John Weeks (guitars, vocals)
Andras 'AC' Csapo (keyboards, harmonica, vocals)
Curtis Hawkins (bass)
Tim 'Chooch' Molinario (drums)
| Tracklist |
01:All Night (3:45)
02:Devil In My House (4:35)
03:Why Don't We Sleep On It (2:36)
04:How Can You Love Me? (5:34)
05:I Want To Get Back Home (4:28)
06:You Never Say What You Mean (6:32)
07:Moving On (4:18)
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Externe Links:
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