Oliver Weers zum Zweiten! Die vom Kollegen Boris angesprochene »Duftmarke« des Debüts zieht auch in das mit "Evil's Back" betitelte Nachfolgewerk. Der in Dänemark lebende deutsche Sänger mit der rauen Stimme hat sich mit den Gitarristen Anders Bo sowie dem Griechen Laki Ragazas zusammengetan und ein anderer Anders ( Borre) zupft die dicken Saiten. Borre spielt Bass unter anderem für Celina Ree oder Revoltage.
Zwölf zeitlich recht knapp bemessene Songs schmücken die Tracklist, aber so ganz 'evil' ist es unter dem Strich nicht geworden. Dazu verläuft sich Weers mit seinem Songwriting öfters zu sehr auf wohlbekannten Pfaden. Sicherlich kann man die Power der meisten Tracks als modern bezeichnen, allerdings braucht es schon einige Durchläufe, um die Macht der Saiten und Felle kanalisieren und verarbeiten zu können.
Die musikalische Weers-Schaukel pendelt zwischen AOR, Melodic- und natürlich Hard Rock. Hier und da setzt sich die metallische Schmiede durch und Tracks mit Stadion-Tauglichkeit ziehen ebenfalls am Hörer vorbei. Die Rock-Röhre des Sängers ist super. Daran kann man sich die gesamte dreiviertel Stunde laben.
Selbstredend gibt es über die gesamte Distanz nicht nur harte Töne und Double-Bass auf die Lauscher. Weers lockert mit den Balladen "Beautiful Rain" und "Rainbow Star" die Trommelfelle und beide Slow-Songs sind beste Entspannung in der ansonsten treibenden Gangart. Da vernimmt man auch mal eine akustische Gitarre und wenn "Beautiful Rain" in einem sanften Ambiente dahinfließt, hat er "Rainbow Star" mit wesentlich tafferen Zwischenspielen versehen. Insofern darf Weers beide Nummern auf der Habenseite verbuchen.
Dem "Demolition Man" gab man gar eine bluesige Würzung der Stahlart und wenn wir schon bei einer Art 12-Takter sind, dann darf "Without You" ebenfalls in den erweiterten Bund aufgenommen werden. Zweifelsohne muss sich der Hörer seine Lieblinge schon herauspicken und so ganz kommt man zur Verdauung um das mehrmalige Hören nicht herum. "Hero" verpasst der Protagonist im Intro einen etwas düsteren Gesang und ganz fein ist hier die weibliche Stimme, die nicht nur in der Chorrolle glänzt. Leider bietet die Promo-Ausgabe des Albums kein detailliertes Line-up, aber mich würde schon interessieren, wer die Sängerin ist.
Nach der bereits weiter oben erwähnten Ballade "Beautiful Rain" biegen Weers & Co. wieder auf den ausgehärteten Asphalt des Highways zurück und die Nummer hat etwas von gut sortiertem Sleaze abbekommen. "Fighting The Mountains" verarbeitet textlich das Thema Krieg und musikalisch zählt dieses Stück zu meinen persönlichen Lieblingen. Diese Nummer geht sofort geschmeidig ins Ohr und mit einem prächtigen Schuss Melodie packt einen der Track bei den Hörnern. Mit einem Fade-Out ist die Komposition fast am Ende. Was folgt ist ein feines Piano-Solo, das den tollen Eindruck abrundet. "Devil's Chain" wird mit einem schönen Streicher-Part versehen und mit diversen Tempowechseln zählt auch dieses Stück zu den guten Nummern.
Mit seiner Stimme kann Weers sehr gut gefallen und damit befindet er sich in bester Gesellschaft bei der Hard Rock-Sängergilde. Insgesamt ist "Evil's Back" ein hörenswertes Album mit einigen Highlights. Oliver Weers sollte allerdings für die nächste Platte kompositorisch noch die eine oder andere Schippe drauflegen, um in die obersten Ränge der Wertung aufzusteigen. Die vielen guten bis sehr guten Ansätze in den Songs zeigen die Richtung an und bei den Balladen hat er schon ein feines Händchen für das richtige Feeling.
Tracklist |
01:Intro (0:32)
02:Evil's Back (3:27)
03:All My Life (3:52)
04:Without You (3:52)
05:Hero (3:34)
06:Need It Bad (4:32)
07:Beautiful Rain (4:00)
08:Much Too Much (3:52)
09:Fighting To Mountains (5:31)
10:Devil's Chain (3:36)
11:Demolition Man (4:30)
12:Rainbow Star (4:34)
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