The Rusty Wright Band / Wonder Man
Wonder Man Spielzeit: 42:55
Medium: CD
Label: Sadson Music, 2015
Stil: Blues Rock

Review vom 18.05.2015


Joachim 'Joe' Brookes
Wer den Titeltrack zu seinem fünften Album "Wonder Man" mit einem umwerfenden Verve an den Anfang der Platte stellt, dem ist schwer zu wiederstehen. Groove, eine fetzige Bläserabteilung und eine E-Gitarre, die zwischendrin immer wieder für Furore sorgt, sind Zutaten, von denen man nach der letztendlichen Mischung nicht seine Finger lassen kann. Da hat Rusty Wright definitiv die richtige Entscheidung getroffen, "Wonder Man" an den Beginn einer Reihe von zehn Songs zu stellen.
Vorreiter mit Partystimmung hin oder her, The Rusty Wright Band kann aber auch anders, obwohl der Blues Rock nie so ganz aus den Augen gelassen wird. Rusty Wright ist der Schreiber aller Nummern auf vorliegendem Album und wenn man auf verschiedenen Seiten der Homepage liest, dass der Protagonist mit Southern Rock und Gospel groß wurde und zu schöpferischen Schulzeiten mit seinen Kumpels als Band Bad Axe auf der Hard Rock-Schiene unterwegs war, dann wundert es einen ziemlich wenig, auf dem Nachfolger von zum Beispiel "Ain't No Good Life" (2006), "Live Fire" (2012) oder "This, That & Other Things" (2013) eine Mischung daraus zu hören.
Eine Southern-Füllung haben dann einige Lieder und ganz allgemein haben Rusty Wright und seine Leute eine Standleitung zur guten Laune, die beim Hörer unmittelbare Wirkung zeigt. Das Instrumental "Corvette Sunday" ist dann das Stück zum Cruisen im offenen Cabrio auf der sonnenbestrahlten Landstraße mit der Perle seines Herzens in unmittelbarer Nähe. Die Nummer passt auch zu einer anderen Plattform ... Biker werden in der Komposition den Rock'n'Roll hören und spüren. Außerdem lieben beide angesprochenen Gruppen den Sound der Twin-Gitarren.
Der Bandvorsteher persönlich spielt Gitarre und Keyboards. Vom letztgenannten Instrument bekommt man genauso viel auf die Ohren, wie vom Sechssaiter, denn in der Combo gibt es mit Robert John Manzitti noch einen weiteren Tastenmann und Laurie LaCross-Wright hat auch noch eine E-Gitarre geschultert.
Früher Bad Axe, wäre die Hard Rock-Richtung auf "Wonder Man" wohl durch "Whiskey Drinkin' Woman" abgedeckt und entsprechend furios vorgestellt. Ups, was ist das denn plötzlich? Da schwebt doch mittendrin aus dem Weltraum ein Keyboardsolo auf den Hörer zu, dass es nur so lodert. Diese Überraschung muss man erst einmal verkraften, wirkt sie doch etwas aufgesetzt.
Dafür ist der Rausschmeißer "Chinfoot Ball" versöhnender Groove-Boogie-Rock der feinen Art. So hat man The Rusty Wright Band in den neun Tracks vorher auch eingeschätzt. Man sollte diese Keyboard-Furche aus dem Lied davor jetzt auch nicht überbewerten. Viel wichtiger ist der Gesamteindruck und da passt es schon mit dem aufgeschlossenen Blues-Fan und dieser Combo.
Auch wenn mit unterschiedlichen Richtungen versehen ... Tour de Force geht nicht immer. Wo lässt die Gruppe uns denn Zeit für eine Pause, für ein Picknick im Grünen? So mittendrin heißt es "Gonna Come A Day". Eine Prophezeiung , die phasenweise mit einer ruhigeren Gangart daher kommt. Hey, dann wird es richtig verträumt. Es folgt allerdings auch wieder die emotional deftigere Gangart. Folglich darf man bei "Gonna Come A Day" nur bedingt von einer Ballade reden.
Das melodisch-eingängige "Arms Of Another" darf man ebenfalls zum Kreis der ruhigeren Nummern zählen und singen kann der Band-Vorsteher Rusty Wright auch noch.
The Rusty Wright Band darf man wohl ohne Zweifel als eine tolle Blues-Combo bezeichnen, die es versteht, durchgehend Partystimmung zu machen. Dabei darf der Hörer sicher sein, auch eine klasse Portion Qualität mitgeliefert zu bekommen.
Wie aus den News auf der Homepage hervorgeht, wird die Formation im Oktober 2015 in Europa touren. Deutschland und benachbarte Länder werden dann bereist und mit "Wonder Man" macht man auch noch beste Werbung für die anstehenden Konzerte. Also, macht euch selbst ein Bild von The Rusty Wright Band.
Line-up:
Rusty Wright (guitar, vocals, keyboards)
Laurie LeCross-Wright (guitar, vocals)
Dennis Bellinger (bass, vocals)
Robert John Manzitti (keyboards)
Marc Friedman (drums)
Tracklist
01:Woner Man (3:57)
02:Ain't That The Blues (4:26)
03:Black Hat Boogie (4:25)
04:You Know I Know (3:48)
05:Love's Gonna Treat You Right (4:25)
06:Gonna Come A Day (5:16)
07:Corvette Sunday (4:02)
08:Arms Of Another (3:44)
09:Whiskey Drinkin' Woman (3:55)
10:Chinfoot Ball (4:34)
Externe Links: