Ruud Weber Band / New Blues
New Blues Spielzeit: 44:50
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2011
Stil: Blues

Review vom 13.05.2011


Joachim 'Joe' Brookes
Der niederländische Bassist, Sänger und Komponist Ruud Weber, vielen bestens bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Snowy White, hat sein erstes eigenes Album im Kasten. Die Band wurde aus der Taufe gehoben, als Weber den Gitarristen Lars Müller, der in Enschede studierte, kennenlernte. Müller hat aus vielen Einflüssen, die von Albert King, B.B. King über Larry Carlton bis zu Robben Ford gehen, seinen eigenen Stil kreiert. So ist es kein Wunder, dass es auf dem vorliegenden Album "New Blues" um viele Spielarten des 12-Takters geht. Der dritte Musiker im Bunde des Trios ist Rob ter Maat. Der Drummer hat ein Dauerabo auf den Groove und spielte unter anderem mit Danny Everet, Tantowi oder Tony Vega.
In dem Dutzend Tracks befinden sich neun Weber-Kompositionen, eine ist von Müller, zwei weitere wurden von beiden geschrieben und das letzte Stück auf der Platte ist eine Trio-Gemeinschaftsproduktion.
An "New Blues" wird der Hörer Gefallen finden und diese Scheibe geht ohne Umwege unter die Haut. Fast unspektakulär kommt der Silberling daher, allerdings ist er sehr gehaltvoll. Ruud Weber stellt dabei seinen Tieftöner in keiner Weise in den Vordergrund. "New Blues" ist ein echtes Trio-Album. Okay, der Bassist hat dann doch einige Gäste aus seiner bisherigen Arbeit dabei. An oberster Stelle steht im Booklet Snowy White, der in "Go Back To Where You Came From" die Lead-Gitarre spielt. Bei zwei Stücken agiert Nico Wayne Toussaint an der Harp und John Hondrop mischt mit seiner Hammond gleich fünfmal mit. Der serviert übrigens einen knackig-coolen Sound. Von dieser Warte aus ist also auch für Abwechslung gesorgt.
Aufgenommen wurden die zwölf Songs im Nightsky Studio in Graes, dessen Mitbesitzer Carsten Hölscher nicht nur gemeinsam mit Müller produziert hat, sondern auch Backing Vocals singt. Gemastert wurde von Ulli Pallemanns in den 301 Studios, Köln. Der CD-Klang ist genauso bestechend, wie die Musik.
Wow, das Stück mit Snowy White startet gleich mit Twin-Gitarren und sogar die Vocals können diese Beschreibung vertragen. Der Groove-Master wechselt zum Shuffle und hervorragende Sechssaiter gibt es hier satt.
"New Blues" ist vielleicht ein wenig zu dick aufgetragen, denn wie man so schön sagt, erfinden die Musiker kein neues Blues-Rad, aber die Platte rollt auf vier perfekt ausgewuchteten Pneus und der 12-Takter wird in allen Songs sehr gut dargeboten. Und alleine das ist schon viel mehr als nur die halbe Miete. Das Album kann man als einen gelungenen Streifzug durch das Genre bezeichnen. Ruud Weber, Lars Müller und Rob ter Maat haben klasse Songs geschrieben. "Just Another Day" ist ein Slow Blues mit Goldrand versehen und ansprechend rocken kann das Trio auch noch. Wenn Müller am Mikrofon steht, darf man auch noch einen tollen weiteren Sänger in der Runde willkommen heißen.
Bei dem, was die Gruppe auf dieser Platte zu bieten hat, dürfte sie auch einen Konzertbesuch Wert sein. Momentan hat die Ruud Weber Band Auftritte in den Niederlanden. Diese Tatsache sollte sich aber schleunigst ändern.
"New Blues" verfügt über ungemein viel Atmosphäre und selbst nach unzähligen Spins zeigen sich keine Abnutzungserscheinungen. Alle Tracks strahlen vom Songwriting über das Aufnehmen bis hin zum Mastering in besten Licht und dieses Album ist eines derjenigen, die man auch längere Zeit nach dem Kauf definitiv immer wieder gerne abspielt. Es lohnt sich also ...
Line-up:
Ruud Weber (vocals, bass, backing vocals)
Lars Müller (guitars, Rhodes piano, vocals, backing vocals)
Rob ter Maat (drums)

Special Guests:
Snowy White (lead guitar - #3)
Nico Wayne Toussaint (harp - #4,11)
John Hondorp (Hammond organ - #2,5,6,8,9)
Carsten Hölscher (background vocals - #8,11, percussion - #6,10,12)
Tracklist
01:Revolution (3:03)
02:If I Can't Have You (3:24)
03:Go Back To Where You Came From (3:47)
04:Can't Get Enough (2:49)
05:Just Another Day (4:49)
06:Out Of Control (3:31)
07:Change Of Heart (3:03)
08:Move Over Mister (3:00)
09:Tell Me, Tell Me (4:10)
10:I Still See You (4:37)
11:Colours And Shades (3:10)
12:Take One (5:04)
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