The Wild Scream / Horus
Horus Spielzeit: 49:31
Medium: CD
Label: Go Down Records, 2015
Stil: Rock, Blues

Review vom 27.11.2015


Joachim 'Joe' Brookes
Im Sommer 2011 wurde The Wild Scream gegründet. Man spielte zunächst akustische Sessions. Als die Band um Bass und Schlagzeug ergänzt wurde, wechselte die Formation zum elektrischen Sound. Den ersten Liveauftritt hatte The Wild Scream beim Maximum Festival 2012. Man spielte einige Gigs in diversen Clubs und war 2014 Opening Act für The Pretty Things. Mit Tastenmann Alessandro Bon und Gianni Bordin (Percussion) wuchs man zum Sextett an. Das Debütalbum trägt den Titel "Horus".
In einer Gesamtspielzeit von knapp fünfzig Minuten werden insgesamt zehn Songs geboten, die man innerhalb von nur drei Tagen zusammen mit Lorenza Bano (Violine/"Dancing Moonlight") in den Officine Underground Studios, Montebelluna einspielte.
"Horus" geht gut ins Ohr. Der Rock fordert den Blues zum Tanzen auf. Der Opener "Holy Mount" ist eine knappe E-Gitarren-Einführung und geht quasi nahtlos über in "Run". Hammer! Dieser Alessandro Bon ist mit seinen coolen Tastentönen eine echte Bereicherung für The Wild Scream. Von Rock über Blues bis hin zu nicht selten eingesetzten jazzigen Varianten sorgt der Mann für Aufsehen. Zwischen Jon Lord und Ray Manzarek ist ihm so ziemlich nichts fremd.
Weil gerade Ray Manzarek erwähnt wurde, bemerkt man beim Sänger Fabio Joe Shamano phasenweise eine gewisse Jim Morrison-Klangfarbe. Ja, hier und da leuchtet ein kleines
The Doors-Lichtlein bei The Wild Scream. Selten, aber schön perlen die Keyboards-Sounds wie bei "Riders On The Storm" aus den Lautsprechern. "Sx" soll als Beleg dafür geltend gemacht werden. Herrlich!
Gitarrist Redy Michieletto und bereits erwähnter Alessandro Bon bilden in ihrer Spiel-Einstellung eine Art verschworene Gemeinschaft, eine Allianz der angenehm-rockigen Ausrichtung.
Neben "Sx" gehören auch "Sweet Legs" sowie "Dancing Moonlight" und "The Ballad Of Peace" zu den Longtracks. Eine stattliche Anzahl, wie man meinen kann. Tja, die "Sweet Legs" sind lang. Nach einem kurzen, mystischen Beginn gefällt das Stück mit einem locker-relaxten Groove und immer wieder sind es die Keyboards und Gitarre, die Akzente setzen. Bezüglich der Soli geben sich die beiden Musiker die Klinke in die Hand. Ohne Zweifel darf man behaupten, dass ein Alleingang schöner als der andere ist. Die Musiker haben tolle Ideen. "Dancing Moonlight" ist, wie anzunehmen, eine herrlich eingängige Ballade mit sphärischem Einstand und einer wunderschön intonierten Wah Wah-Gitarre, hier man ohne den Funk-Faktor, sondern eher schwebend. Geschickt wechselt The Wild Scream zu so etwas wie einem psychedelischen Ansatz und die Violine von Lorenza Bano verfehlt hier definitiv nicht ihre Wirkung. Gegen Ende nimmt das Stück dann doch noch Fahrt auf und wirkt insgesamt in sich sehr schlüssig. "The Ballad Of Peace" ist eine Ballade, deren Umhang von den Farben des Slow Blues geprägt ist. Piano und E-Gitarre machen die Farbpalette leuchtend und Fabio Joe Shamano ist ein echt guter Sänger. Am Ende dreht der furios ausgelegte Sechssaiter seine Kreise. Unerwähnt bleiben sollte nicht der Handtrommelspieler Gianni Bordin. Er gibt dem Rhythmus Nachdruck. Alle längeren Nummern sind bestimmt keine Zeitverschwendung.
The Wild Scream hat mit "Horus" eine sehr interessante Platte auf den Markt gebracht. Die Mischung von Rock und Blues zu einer durchgehend coolen Musik ist den sechs Leuten aus Italien gut gelungen.
Line-up:
Fabio Joe Shamano (vocals, acoustic guitar, tambourine)
Redy Michieletto (electric guitar, acoustic guitar, slide guitars)
Nicolo' Masetto (bass)
Alessandro Bon (piano, Rhodes, Hammond organ)
Francesco Cigana (drums)
Gianni Bordin (tribe effects, percussion)

With:
Lorenza Bano (violin - #7)
Tracklist
01:Holy Mount (0:46)
02:Run (4:34)
03:Sx (7:02)
04:Drive (4:53)
05:Tattoo Woman (3:48)
06:Sweet Legs (6:22)
07:Dancing Moonlight (7:00)
08:Trip Train Blues (5:13)
09:Interstellar (3:38)
10:The Ballad Of Peace (6:15)
Externe Links: