Baden-Württemberg scheint eine verdammt gute Brutstätte für Kraut- und Psychedelic Jam-Bands zu sein. Nachdem wir gerade erst das sehr starke neue Album She's A Temple von Space Debris vorgestellt haben, liegt mir mit "South Western Lower Valley Rock" nun die neue Scheibe der aus Heidelberg stammenden Gruppe Buddha Sentenza vor. Im Promozettel wird sie als deren Debütalbum bezeichnet, was aber etwas irritierend ist, da auf der Homepage des Quintetts auch noch eine (mittlerweile allerdings ausverkaufte) Scheibe aus dem Jahr 2009 mit dem Titel "Mode0909" aufgeführt ist.
Aber wie dem auch sei, widmen wir uns lieber den sieben brandneuen Tracks der Süddeutschen: Diese sind stilistisch allesamt ganz tief im Sound der siebziger Jahre angesiedelt, wobei natürlich auf modernste Aufnahmetechnik zurückgegriffen wurde. Die vokalistischen Beiträge beschränken sich dabei lediglich auf ein paar ganz wenige gesprochene Einwürfe, sodass man hier mit Fug und Recht von einem Instrumentalalbum sprechen kann. Einem sehr vielseitigen wohlgemerkt, da sehr oft mit Stimmungen, Tempi und Härtegraden variiert wird und neben üblichen Instrumenten wie Gitarre, Bass sowie Schlagzeug auch noch die Geige, die Sitar und Keyboards wie Synthesizer in allen möglichen Klangfarben eingebunden wurden.
Die Inspirationen der Band sind breit gefächert und können im Krautrock gefunden werden, wobei mir beim Anhören der Scheibe auch immer wieder Pink Floyd und vor allem Black Sabbath durch den Kopf gehen. So wechseln sich immer wieder fette, brachiale Gitarrenriffs mit spacigen, verträumten Parts ab. Und das alleine sorgt schon mal für einen sehr hohen Unterhaltungswert, sodass man das Album eigentlich immer ganz wunderbar genießen kann. Am intensivsten und spannendsten ist es natürlich, wenn man sich die Zeit nimmt und völlig auf die Songs konzentriert.
Mir springt bei dieser guten Dreiviertelstunde Musik immer wieder die sehr superbe Tastenarbeit von Pontifex Maximus (ja ja, die haben alle fünf so tolle Namen) ins Ohr, der ständig ganz locker von Piano- über Hammond- zu Synthie-Sounds wechselt und dabei einen total starken Eindruck hinterlässt. Aber auch am Bass und den Drums (die Namen erspare ich mir jetzt mal, die können unten im Line-up nachgelesen werden) wird ganz hervorragende Arbeit abgeliefert. Dazu kommen die immer wieder das Klangbild ändernden Gitarrenparts, die von reißerisch bis lethargisch mit allen Wassern gewaschen sind.
Nochmal einer draufgesetzt wird dann, wenn die Sitar oder Violine eingesetzt werden. Bei "Tzameti" wird gar ein Abstecher in den ganz harten Rock gewagt, aber auch hier wissen die Heidelberger ganz genau, was sie tun. Ach ja, und vielleicht noch ein letzter Name, falls doch noch der eine oder andere Vergleich gewünscht wird. Auch Hawkwind schielen hier und da immer wieder mal (wenn auch etwas zurückhaltend) um die Ecke.
Hut ab vor Buddha Sentenza, die mit "South Western Lower Valley Rock" ein beeindruckendes Psychedelic-Werk abgeliefert haben. Sowohl die einzelnen Musiker wie auch die Band als Ganzes bewegen sich auf einem sehr hohen Level, das weder nationale noch internationale Vergleiche zu scheuen braucht. Leider sind auf der Homepage keine geplanten Live-Aktivitäten gelistet, denn der Fünfer dürfte den interessierten Besucher auch auf der Bühne auf einen abgefahrenen Trip mitnehmen.
Jeder, der sowieso schon ein Faible für Kraut- bzw. Psychedelic Rock hat, der kann bei diesem Werk bedenkenlos zugreifen! Aber auch allen 'Frischlingen' hinsichtlich dieses Genres kann das Teil wärmstens empfohlen werden.
Line-up:
General Punishment (guitars, vocals)
Pontifex Maximus (keyboards, synthesizers)
Munro Merthahens (bass, sitar)
Jesus Malverde (drums & percussion)
Baabaa Blacksheep (guitars, violin)
| Tracklist |
01:Time Wave Zero
02:Arrested Development
03:Spanish Revenge (Hieronimo Is Mad Again)
04:Debris Moon
05:The Monkey Stealing The Peaches
06:Tzameti
07:Psychonaut
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