Im Juni 2015 war die Kris Barras Band zum ersten Mal auf dem europäischen Festland. Die emsigen Leute vom Blues Moose Radio hatte die jungen Engländer aus Torquay in ihr Blues Moose Café geholt und nach dem Konzert stand fest: »Die Kris Barras Band lieferte einen überzeugenden, teilweise beeindruckenden Gig ab. Bei dem Potential des Künstlers wird die Luft nach oben in Zukunft erfolgreich genutzt werden.«
Nach dem Konzert ist vor der CD-Rezension. Kris Barras, Bassist Ricky Mitchell und Jon Perrin (Schlagzeug) haben auf dem Debütalbum ganze acht Songs verewigt. Der Bandleader hat alle Lieder komponiert und sammelt damit schon einmal einige Punkte auf seinem Konto.
Die Independent-Blues-Rocker brauchen kein Warm-up und hauen mit dem Opener "Never Too Late" gleich einen heftig riffenden Punch raus. Kraft und Blues Rock gehören genauso zusammen wie die emotionale Ausdruckskraft des Genres in seiner langsameren Fahrweise. Aber zunächst ist der Blues-Highway angesagt. Kris Barras' Gitarrenspiel meißelt sich förmlich durch den Granit und zusätzlich hat der Mann mit Ricky Mitchell sowie Jon Perrin noch zwei voll aufgeladene Energiezellen neben beziehungsweise hinter sich.
Die raue Stimme des Bandleaders passt toll zum gebotenen hochoktanigen 12-Takter und mit der ersten Nummer werden quasi stante pede Erinnerungen an das Konzert geweckt.
Klar, jeder Musiker hat so seine Vorbilder. Bei Kris Barras ist es definitiv Jimi Hendrix. "It Is What It Is" darf man als seine Art der Verneigung vor dem Gitarren-Hexer bezeichnen. In den fast sechs Minuten Spielzeit finden sich allerdings viele, sehr viele eigene Gene des Engländers. Auf geschickte Art und Weise lässt er hier und da eine kleine Prise Jimi Hendrix durchschimmern. Die Ballade ist kraftvoll und überzeugt einen von seiner Fingerfertigkeit im Solo.
Mit einem feinen Chicago-Shuffle-Groove geht es in "I Don't Want The Blues" zur Sache. Ein Road-Blues, der ordentlich Staub aufwirbelt und sich mit vielen Saugnäpfen im Hirn festsetzt. Toll!
"Rise" beginnt mit einem ruhigen Slide-Intro, das den Hörer irgendwie auf eine falsche Fährte lockt, denn nach wenigen Sekunden rockt es auf einem Blues-Fundament. Man darf sich darüber freuen, dass Kris Barras bei seinem Songwriting die Melodie in besonderer Weise mit einbezogen hat. Ein Markenzeichen wofür abermals Punkte vergeben werden.
Up to date ist hier viel Musik. Der Blues in modernem Gewand. Das erste Album der Kris Barras Band endet mit einem Highlight. "Crank Up" macht die Runde und bevor die Scheibe im Player in die Ruheposition geht, ist diese Nummer wie gemacht dafür schnell noch die Repeattaste zu aktivieren.
Beim balladesken Blues-Höhenflug namens "Watching Over You" fallen förmlich die Tropfen aus dem Himmel. Mit ihren staubtrocken-fuzzigen Riffs und Solo begleitet eine E-Gitarre den hingebungsvollen Gesang des Protagonisten. Auch im Slow Blues ist der Mann in seinem Element. Kompliment!
"Rocky Road" enthält das, was der Songtitel aussagt und ganz geschickt lässt Kris Barras das Stück zunächst auf den Hörer wirken, bis er zum Alleingang ansetzt. Bevor das musikalische Thema wieder vertieft wird, gibt es noch ein wunderschönes Break und zum Schluss noch ein Solo obendrauf. Herrlich!
Die Kris Barras Band ist keine der beliebigen Combos in der britischen Blues-Bewegung der jüngeren Vergangenheit. Ohne Rangfolge kennen wir bereits Laurence Jones, Ben Poole, Chantel McGregor, Matt Schofield, King King, Dani Wilde, Will Wilde oder Oli Brown.
Line-up:
Kris Barras (guitar, vocals)
Ricky Mitchell (bass)
Jon Perrin (drums)
Tracklist |
01:Never Too Late (4:52)
02:In Too Deep (3:50)
03:Watching Over You (5:38)
04:Rocky Road (4:38)
05:Rise (4:58)
06:It Is What It Is (5:36)
07:I Don't Want The Blues (3:41)
08:Crank Up (5:06)
(all songs written by Kris Barras)
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