Damit setzt der Wetlands-Aktivist die alljährliche Reihe seiner Produktionen fort, der wir qualitätsmäßig eine regelmäßige Steigerung attestieren durften, zuletzt bei
Power Of The Pontchartrain. Für diese Konstanz auf hohem Level sind zwei Stabilitätsfaktoren verantwortlich, die großartigen
Louisiana's LeRoux, bereits zum dritten Mal als Backing-Band und
David Z als Co-Produzent von
Benoit.
Die Gästeliste ist ein kleines 'Who's who' der Southern-Musiker-Cremé. Allein die drei Harper Kim Wilson von den T-Birds, Jimmy Hall von Wet Willie und Johnny Sansone bereichern das Line-up ungemein. Dazu kommen noch Country Man Jim Lauderdale (Gesang, Gitarre) und Waylon Thibodeuaux (Waschbrett). Die Mannschaft brennt ein Blues Rock-Feuerwerk auf der Bühne ab, das auch hörbar auf das Publikum überspringt.
Die Titel stammen größtenteils aus dem Katalog von
Benoit und werden hier zum Kochen gebracht, mit einer Energie, die vor allem auf früheren Alben des Arcadians oft fehlte. Es gibt eigentlich nur starke Nummern auf diesem Live-Mitschnitt.
Der "Night Train" stampft schon mal kräftig los und bringt Band und Publikum gleich auf Touren.
Benoit lässt seine heißere Stimme röhren und die Telecaster quietschen. Nach dem Rock'n'Roller "Solid Simple Things" dampft es schwül bei dem Slow Blues "Darkness", später folgt noch die Southern Soul-Nummer "Lost In Your Lovin'" in der Standard-Besetzung.
Kim Wilson kommt bei "Too Sweet For Me" erstmals auf die Bühne und entfacht ein Buschfeuer auf seiner Mundharmonika im Duett mit
Benoits Brett.
Bei "Moon Comin' Over The Hill" mit dezentem Second Line Beat, steigt
Jim Lauderdale ein. Absolute Highlights sind die Titel mit dem legendären
Jimmy Hall und seiner noch immer charismatischen Stimme. "Rendezvous With The Blues" zeigt ihn als kraftvollen Soulman, die "New Orleans Ladies" singt er mit
Benoit herzergreifend sentimental (und wenn!), um dann den "Muddy Bottom Blues" umso satter rauszuschouten (Hallo,
Mr. Paul Rodgers, herhören, wenn du dich mal wieder an sowas vergreifen willst!). Da wird gejammt, dass die Verstärker Blasen kriegen und sich die Lautsprecherkörbe nach außen biegen! Dazwischen gibt's noch "Fever For The Bayou" als fröhlichen Zydeco mit
'Jumpin'' Johnny Sansone. Beim letzten Track ist wohl die gesamte Mannschaft an Bord, die von
Waylon Thibodeaux mit dem Washboard angefeuert wird.
Ein klasse Live-Mitschnitt, der zeigt, dass in dem abgenudelten Genre auch noch mit den alten Haudegen eine Menge Spaß zu haben ist. Der Schreiber dieses Reviews wäre normalerweise genau jetzt beim großen 'Jazzfest' in New Orleans, und wohl ebenso happy mit Tab Benoit und Louisiana's LeRoux, die in der Startaufstellung auf der Rennbahn stehen. Doch stattdessen schiebt er den Blues in seinem Frankenwald …