The Damned And Dirty / Hoodoo Down
Hoodoo Down Spielzeit: 39:51
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2015
Stil: Blues, Roots Music

Review vom 00.11.2015


Joachim 'Joe' Brookes
Gegenüber Sell Your Soul aus dem Jahr 2013 beziehungsweise Rolling Into Town (2014) wurde das Line-up für "Hoodoo Down" um einige Musiker erweitert. Nicht nur die Anzahl der mitmischenden Leute stieg an, sondern auf vorliegender Platte gibt es auch »[...] more jazz, some country, rock and a continuous undercurrent of raw blues.[...]«
Aufgenommen in Amsterdam und Amersfoort hat die Platte einen definitiven Live-Sound mit dem das dreckige Dutzend an Songs präsentiert wird. Die Öffnung des Blickwinkels für diverse Verästelungen des Blues soll nicht heißen, dass The Damned And Dirty den mehr oder weniger traditionellen 12-Takter aus den Augen verloren hat. Songs wie der Titeltrack "Hoodoo Down", "The Porch Light" oder "Someone To Ride The River With" sind immer noch fest im Boden des Baumwollfeldes verankert.
Nicht bei allen Tracks sind alle Musiker des Line-ups vertreten. So ist unter anderem "Bad Day" eine reine Duo-Angelegenheit von den beiden Protagonisten, die ursprünglich hinter The Damned And Dirty stecken. Es sind Micha Sprenger sowie Kevin de Harde. Die Backing-Sängerin Marlou Uriens füllt ihre Nebenrolle perfekt aus. Ihr Gesang ist der besondere Hinhörer des Albums "Hoodoo Down".
"The Golden Stairs" kommt verdammt flott daher. Mit Boogie-Auslage der akustischen Gitarre geht es ordentlich ab. Hier hat Marlou Uriens neben Kevin de Harde fast schon eine zweite Hauptrolle. Tolle Orgel-Fills begleiten Micha Sprengers Solo auf der akustischen Gitarre und mit Marlou Uriens Stimme kommt etwas Gospel ins Spiel. Klasse!
Boogie zum Zweiten: Mit der riffenden E-Gitarre, einem treibenden Groove und einer toll mitmischenden Harp ist "Walking Stereotype" noch eine deutliche Stufe höher an der infizierenden Dynamik platziert worden.
"Alley Cat" ist das swingende Gegenstück zu "The Golden Stairs". Das Piano vom Metropole Orchestra-Mitglied Hans Vroomans, Saxofonist Rinus Groeneveld und ein die Jazzbesen schwingender Frank van Tijn sind die bestimmenden Musiker des Tracks. Die Nummer verfügt über ein herrliches Gypsy-Flair und die überschwängliche Stimmung schwappt definitiv auf den Hörer über.
Mit einem herrlichen Groove und schönen Orgel-Blitzlichtern ist "Turmoil" der eingängige Protestsong der Platte:
»[...] It starts with a simple lie [...]
The soldiers gather standing by [...]
Now don't you run [...]
The revolution only just begun«
Auch in "The Devil's Vacation" tanzen die Noten bei sturmfreier Bude fröhlich auf dem Tisch und wenn Kevin de Harde sein Mississippi-Saxofon zum Einsatz bringt, dann ist nicht nur von Sentimentalität die Rede.
"The Porch Light" kommt mit einem intensiv-stampfenden Chicago-Rhythmus und großformatigem Refrain daher. Intensiv ist auch Kevin de Hardes rauchige Stimme und die hier eingesetzte E-Gitarre macht das Vergnügen vor den Lautsprechern perfekt. Highlight!
Slide-Gitarre und elektrisierender Rhythmus sind die Markenzeichen des Album-Openers "Hoodoo Down". In unterschiedlicher Art und Weise darf man das gesamte Album als elektrisierend bezeichnen. Den peripheren Blick auf den Blues hat The Damned And Dirty auf einem ganz persönlichen Weg erfolgreich umgesetzt. Weiter so, Micha Sprenger und Kevin de Harde!
Line-up:
Micha Sprenger (guitar, bass, vocals)
Kevin de Harde (vocals, harmonica)
Bram Slinger (organ, Wurlitzer)
Hans Vroomans (piano - #9)
Frank van Tijn (drums)
Joep van Beijnum (violin)
Rinus Groeneveld (saxophone)
Erwin Palper (percussion)
Marlou Uriens (backing vocals)
Tracklist
01:Hoodoo Down (4:13)
02:Someone To Ride The River With (3:45)
03:Turmoil (2:07)
04:The Devil's Vacation (3:13)
05:The Porch Light (5:28)
06:Got Me A Good Heart (3:29)
07:The Golden Stairs (3:02)
08:Bad Day (2:25)
09:Alley Cat (2:17)
10:Tell You About The Blues (2:32)
11:Walking Stereotype (2:47)
12:The End Of The Road (4:18)
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