Die inneren Werte zählen. Was die Seele zu sagen hat, ist oft des Pudels Kern. Dirty Horse hat eine große Seele und somit auch viel zu sagen. Nach Horsepower aus dem Jahr 2013 ist "Dark Rumors" das zweite Album der Band aus Köln.
Das Gründungsmitglied Mike Maercker (Schlagzeug) verließ die Gruppe und mit den Drumsticks wirbelt nun Roman Michalczyk. Auf vorliegender Platte ist Mike Maercker zu hören.
Neun Eigenkompositionen stellt das Quintett auf einer im Digipak verpackten CD zur Verfügung und der Hörer darf sich schon von Beginn an auf ein Feuerwerk für die Sinne freuen. Fast fünfundfünfzig Minuten Ausgelassenheit und ein wenig Einkehr kommen auf einen zu. Musikalisch wie auch von der amerikanischen Sängerin Jennifer Jones her gibt es nichts zu meckern ... Dirty Horse hat Power und das richtige Gespür für packende Riffs, klasse Refrains und wirbelt den Staub der Straße mächtig durcheinander.
Apropos Power: Fast acht balladeske Minuten "Sweet As You Are" setzen die Anziehungskraft der Erde außer Betrieb und transferieren die eigenen vier Wände in einen herrlich entspannten Schwebezustand. Mit "Sweet As You Are" und einer überragend singenden Jennifer Jones, deren Soul-/Gospel-Stimme von einem tollen Chor getragen wird, ist Dirty Horse eine Power-Ballade gelungen, die man so schnell nicht wiederfindet, es sei denn, man gibt dem Track die Repeat-Taste.
Noch weiter tickt das Zeiteisen beim Titelstück des Albums "Dark Rumors". Die Nummer ist Hard Rock in zwei Phasen und im Sinn einer Blaupause gibt es keine Ähnlichkeiten mit "Sweet As You Are". Vom mächtig riffenden Rocker mit äußerst emotionalem Jennifer Jones-Gesang und einigen relaxt-verträumten Teilen geht "Dark Rumors" nach einer kleinen, aber feinen Pause in eine vom Blues getränkte Instrumentalphase über. Hier zelebrieren die beiden Gitarristen Jakob Timmermann sowie Sebastian Weitzel ihr niveauvolles Können zwischen gemeinsamen Klängen und solierenden Fretboard-Fahrten. Super!
"Voodoo Love" ist ein weiteres Stück mit bemerkenswerter Länge. Abermals lässt es Dirty Horse langsam angehen. Die Gruppe vermag es, trotz des verminderten Tempos enorme Spannung aufzubauen. Die entlädt sich dann auch in einem Hard Rock-Gefilde, das man mit tollen Sechssaiter-Sounds klasse bestückt. Wow, das Quintett spielt nun mit der so oft gepriesenen Dynamik. Die Begeisterung ist groß, wenn sich weitere Energie aus dem Gitarrenverstärker entlädt. Beste Unterhaltung!
Zu sich in einer hypnotischen Schleife tummelnden Riffs singt die Slide-Gitarre das Lied der Blues-Sehnsucht. Dazu serviert uns Jennifer Jones mit überzeugender Stimme eine erste Situationsbeschreibung von "A Man For All Seasons". Schon beim Einstieg in diese Nummer sind die Finger am Lautstärkeregler und erst recht, wenn der Hard Rock-Zug Fahrt aufnimmt. Eine Station ist ein, auch vom Wah Wah-Einsatz gesteuertes, furioses Gitarrensolo. Klasse Opener! Die Buchstütze auf der anderen Seite ist der Rausschmeißer "I Know You're Right (And I Know I'm Wrong)". Hier wurden die Saiten der Gitarren vor ihrem Einsatz ordentlich in eine Blues-Tinktur getaucht. Toll!
Im kräftig ausgelegten Twin-Sound blickt Dirty Horse auch in eine Southern-Richtung. Über Stakkato-Riffs sowie eine Rhythmusabteilung, bestehend aus Bassist Bastian Heckl und Mike Maercker am Schlagzeug, die genau das passende Rückgrat zu den vielen verschiedenen Stimmung liefert, ist "Dark Rumors" eine äußerst aussagekräftige Angelegenheit in Sachen Classic-/Hard Rock. Dieses Album setzt den mit "Horsepower" erfolgreich begonnenen Weg variantenreich fort.
Line-up:
Jennifer Jones (vocals)
Sebastian Weitzel (guitar)
Bastian Heckl (bass)
Jakob Timmermann (lead guitar)
Mike Maercker (drums)
Tracklist |
01:A Man For All Seasons (6:08)
02:Get It On (4:46)
03:Fine By Me (5:40)
04:Use It Again (5:53)
05:Sweet As You Are (7:57)
06:Tonite (4:03)
07:Dark Rumors (8:37)
08:Voodoo Love (7:16)
09:I Know You're Right [And I Know I'm Wrong] (4:16)
(all songs written, arranged and performed by Dirty Horse)
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