Gleich zu Beginn eine gute Nachricht: "Symmetry In Motion" ist nicht einfach nur das zweite Album der Band, sondern es macht die Band auch erst zu einer 'richtigen'! Elevener sind nicht mehr das Zwei-Mann-Projekt vom Debütwerk When Kaleidoscopes Collide, sondern sind zu einem amtlichen Schweden-Fünfer angewachsen. Das heißt, dass mit Pierre Wensberg nun auch ein hauptamtlicher Sänger sein Werk tut. Vom Gründungsduo ist Keyboarder Johan Bergquist übrig geblieben. Er und Gitarrist Magnus Lindqvist sind jetzt die Songwriter bei Elevener.
Ihren Job machen sie durchweg routiniert, und bisweilen sogar richtig gut. Eine gute dreiviertel Stunde lang rotiert hier ein AOR-Scheibchen mit deutlichem Hang zu den 80ern. Es ist aber keine dieser peinlichen Synthie-Pampereien, keine verstaubte Plagiatsgeschichte. Nein, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Elevener einen zeitlos schönen Melodic Rock fabrizieren, der den Zauber und das Flair vieler großer Bands am Leben hält, deren Musik ganz im Gegensatz zu ihren damaligen Fönfrisuren unsterblich ist.
Da sie dabei außer einer wirklich guten, zeitgemäßen Produktion keine großen Anstalten machen, aus dem musikalischen Raster auszubrechen, wird es den Schweden sicher nicht weh tun, wenn man ihre Songs mit ein paar Etiketten beklebt. Denn vieles geht in Richtung Journey oder Survivor. Zahlreiche Klavierparts tragen auch bei Elevener zu den energiegeladenen, positiv ausstrahlenden Atmosphären bei. Und etwas Groove-betonter wie bei "Heal Me" oder "Cage Of Broken Dreams" klingt man rasch nach Toto in den Mitt-Achtzigern.
Etwas hymnischer, mit mehrstimmiger Power geradlinig nach vorn erinnern Nummern wie "Never Would I" oder "You Got What It Takes" auch an Asia. Eine kleine Überraschung ist "Tearing Me Down", das mit einem überdurchschnittlich heavy angelegten Riff mächtig Tempo macht und mit einem mitreißenden Call-and-response-Chorus zwischen Lead und Backing Vocals eine Hommage an Letter X zu glorreichen Michael Bormann-Zeiten sein könnte. Vom Melodic Rock zum lupenreinen Hard Rock, schön!
Am anderen Ende der Skala stehen ein paar Balladen, wobei "For The Times We Share" trotz des Kitsch-Faktors mit geschmeidiger Atmo und ausdrucksstarken Melodien punkten kann. Das liegt auch an Pierre Wensberg, der in allen Lagen einen klasse Job macht und mit seinem klaren, technisch guten Gesang bestens zu den Stücken passt und irgendwie ... typisch 'schwedisch' klingt. Da ist dieser Tick von Akzent, eine leichte Färbung in den hoch gelegenen Vokalen, die ihn 'verrät' - und aus Schweden kommt in diesem Genre ja bekanntlich viel Gutes.
"Symmetry In Motion" ist bei allem Lob nichts Welt bewegendes, aber trotz ein paar weniger Durchschnitts-Nummern eine absolut empfehlenswerte Qualitätsveranstaltung. Vom 'Nice-to-have' zum 'Must-have' fehlt ein Stückchen - aber 'nice to have' sind ja schließlich auch nur schöne Dinge ...
Line-up:
Pierre Wensberg (lead vocals)
Johan Bergquist (keyboards & backing vocals)
Magnus Lindqvist (guitars & backing vocals)
Robert Garnold (bass & backing vocals)
Anton Roos (drums)
| Tracklist |
01:Just As I Thought (4:29)
02:Hypnotized (4:41)
03:Written In Your Eyes (4:45)
04:Dare To Love (4:14)
05:Never Would I (4:31)
06:Heal Me (3:57)
07:Cage Of Broken Dreams (4:22)
08:Tearing Me Down (3:56)
09:For The Times We Share (3:16)
10:You Got What It Takes (4:30)
11:Modern Times (4:17)
|
|
Externe Links:
|