
Die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg ist dabei, sich auch als Blues- und Jazz-Treffpunkt einen Namen zu machen. Seit 2007 werden dazu ernsthafte Anstrengungen unternommen, die bereits heuer echte Konturen annehmen. Vom 11. bis 17. August treten mehr als 40 Gruppen und Solo-Künstler in der Altstadt auf, was die Veranstalter nun gleich von 'Deutschlands größten Blues-Festival' reden lässt. Künstlerisch geleitet wird es von
'Wredo', dem Chef des bekannten
Live Clubs und anderer Locations in der Sandstraße.

Zahlreiche Open-Air-Konzerte bieten den Besuchern bei freiem Eintritt (!) eine Mischung aus Blues, Jazz, Soul, Funk und Rock sowie Dixie, Latin und Swing. Zwar fehlen noch die größeren Namen, aber mit internationalen Bands wie
Jim Kahr Band, Mike Brosnan Duo, Salsa Verde, Shri Blues und
The Stimulators sind einige bekanntere Acts am Start. Dazu kommen Gruppen aus der Region, die seit Jahren für grooviges Feeling sorgen. Mit
Supercharge, der
Turbo-R'n'B-Band aus U.K., hat das Festival seinen rockigen Höhepunkt am Samstagabend. Auf den Hauptbühnen beginnen die Konzerte bereits am Nachmittag, in den Abendstunden verlagert sich das Live-Geschehen in viele kleine Bamberger Bars und Kneipen.

Mit dem kleinen Jazz Club hat Bamberg seit Jahrzehnten eine erstklassige Adresse für Jazz und in den Clubs geht bluesmäßig inzwischen auch was ab (leider nicht mehr wie früher mit Auftritten des unvergessenen
Luther Allison oder der Blues Rockerin
Joanna Connor), aber ansonsten sind beide Richtungen im Veranstaltungskalender der Domstadt kaum vertreten. Wäre ja wirklich schön, wenn sich das ändern würde, meint da auch der
RockTimes- Sonderbeauftragte für Oberfranken!
Und der hat auch gleich noch ein paar Tipps. Als lokale Größen sind die
Bamberg Allstars mit
Spencer Davis Group-Drummer
Steff Porzel, die
Keller Mountain Blues Band aus Forchheim und
Tonis Blues Band aus Coburg auf jeden Fall empfehlenswert. Und überhaupt: Bamberg lohnt sich eigentlich immer, aber für Rockfans natürlich besonders in dieser Woche. Auch wenn sich das Ganze offiziell 'Tucher-Festival' nennt und von der Nürnberger Brauerei gesponsort wird, braucht deshalb niemand auf das gute Bamberger Bier zu verzichten (wer trinkt dort freiwillig schon Tucher...?).

Die schöne Mittelalterstadt an der Regnitz verfügt über zahlreiche Brauereien, die allesamt leckere Bierspezialitäten zu bieten haben. Das 'Schlenkerla'-Rauchbier ist wohl die extremste und sicher nicht zu Anfang einer geplanten ausgiebigen Brauerei-Exkursion ratsam. Wer länger Zeit hat, sollte sich eine spezielle Bier-Führung nicht entgehen lassen. Empfehlenswert sind ausnahmslos alle Brauereigaststätten (mit deftiger fränkischer Küche) sowie die berühmten 'Keller' (sprich Biergärten auf den Hügeln). Aber auch zahlreiche gemütliche Cafés locken zur Einkehr. Entspannte, leicht nostalgische Kaffeehaus-Atmosphäre mit buntem Publikum gibt's im Café Müller in der Austraße, gleich hinter der Fußgängerzone am 'Gabelmann'. Wer in Bamberg keine vernünftige Übernachtungsmöglichkeit findet, sollte nach Zimmern im Umland Ausschau halten und mit den Nahverkehrsbussen in die Stadt fahren. Parkmöglichkeit besteht eh nur in den Parkhäusern, da lohnt sich das Busticket doppelt.