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Die vorliegende Single-CD gilt als so etwas wie ein Appetithappen auf die im Frühjahr 2014 anstehende Veröffentlichung von Scott Ellisons Longplayer "Hit It, Get It, And Go". Der aus Tulsa, Oklahoma stammende Bluesmusiker ist wahrlich kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 1995 erschien "Live At Joey's", es folgten "One Step From The Blues" (2000), "Cold Hard Cash" (2001), "Bad Case Of The Blues" (2003) und mit "Ice Storm" kam 2008 eine bei den Kritikern sehr gelobte Platte auf den Markt.
Scott Ellison hat seine Blues-Kompositionen auch in einigen Filmen platzieren können. So zum Beispiel in "Feast Of Love" (deutscher Titel: "Zauber der Liebe") mit den Schauspielern Morgan Freeman und Greg Kinnear in den Hauptrollen. "The Amateurs", in dem Jeff Bridges spielt, ist ein weiterer Streifen und der Song "Jesus Loves Me (Baby Why Don't You)" ist in dem Actionfilm "Homefront" vertreten. Im Fernsehen taucht Scott Ellison musikalisch unter anderem in der Sitcom "Sister, Sister" und den Serien "Buffy The Vampire Slayer" oder "Saving Grace" auf.
Scott Ellison spielte in der Band von Clarence 'Gatemouth' Brown und hat mit The Box Tops, The Coasters, The Drifters, Peaches & Herb beziehungsweise The Shirrelles namhafte Bands auf seiner Visitenkarte stehen. Nicht minder bekannt sind Künstler/Bands, für die er als Support auftrat: Joe Cocker, Blood, Sweat & Tears, Buddy Guy, Chris Duarte Dixie Dregs, The Fabulous Thunderbirds, Roy Orbison oder Leon Russell. Wenn man dann auch noch berücksichtigt, dass seine Kompositionen von anderen Musikern (zum Beispiel Jimmy Dawkins) gecovert wurden, macht das sein Renommee bestimmt zu einer runden Angelegenheit.
Im Zusammenhang mit der zwei Stücke umfassenden Single-CD und den begleitenden Musikern kommen abermals Namen ins Spiel, die als hochkarätig zu bezeichnen sind. Charles Tuberville, Walt Richmond, Gary Gilmore oder Jamie Oldaker kommen alle aus dem Dunstkreis von Eric Clapton oder J.J. Cale. Auf Alben wie "461 Ocean Boulevard", "Slowhand", "24 Nights", "Behind The Sun" oder The Road To Escondido kann man sie hören und wenn im zweiten Track der Single Marcy Levy mitsingt, dann kann bei ihrer Person auch noch auf Shakespeares Sister verwiesen werden.
Trotz der vielen bekannten/berühmten Namen muss die Musik beziehungsweise in diesem Fall der Blues nicht gut ausfallen. Allerdings kann man an dieser Stelle für "Jesus Loves Me (Baby Why Don't You)/Elevator Man" Entwarnung geben. Die beiden Nummern sind so richtig nach dem Geschmack des Blues Rock-Fans, der die übertriebene Härte gerne ausklammert.
Dass es dennoch rocken kann, zeigt Scott Ellison. Mit einer verdammt guten Sologitarren-Linie sorgt er gleich für Aufmerksamkeit. Dahinter groovt die Rhythmusabteilung gekonnt und Walt Richmond ist an seiner Hammond B3 der Mann für die feinen Zwischentöne. Und was ist mit Scott Ellisons Gesang? Rauchig-rau tönt er ins Mikrofon. Gitarrenvirtuosität und eine solche Stimme bürgen quasi für Qualität und darüber hinaus zieht der Protagonist auch noch mit dem Bottleneck vom Leder. Die Nummer ist heiß wie Frittenfett. Vom Tempo her etwas gedrosselt, sympathisiert der Sechssaiter in "Elevator Man" mit dem Funk. Typische Genre-Riffs konkurrieren mit einer Sologitarre, die nur eines kennt ... Dampf erzeugen. Marcy Levys Stimme ist ein schöner Kontrast zu der des Frontmannes.
Zwei Songs, zwei Hinhörer. Bei dieser Portion Blues Rock darf man sich schon auf das neue Album mit dem vielversprechenden Titel "Hit It, Get It, And Go" freuen.
Line-up:
Scott Ellison (lead guitar - #1, rhythm guitar - #1, guitar - #2, vocals)
Charles Tuberville (rhythm guitar - #1)
Walt Richmond (Hammond B3 - #1,2)
Gary Gilmore (bass - #1)
Matt Kohl (bass - #2)
Jamie Oldaker (drums - #1)
Robbie Armstrong (drums - #2)
Marcy Levy (vocals - #2)
| Tracklist |
01:Jesus Loves Me [Baby Why Don't You] (3:15)
02:Elevator Man (2:56)
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