Eines muss man dem hessischen Quartett Inhuman lassen, sie sind bodenständig und vertrauen auf Bewährtes. So wurde (nach der der EP Silence Is Over und dem Debüt This Is Not A Warning) auch ihr zweites Album "Into The Haze" in den Spacelab Studios in Grefrath/Oedt unter der Aufsicht von Christian 'Moschus' Moos aufgenommen und die Bänder dann an Eroc für die Endbearbeitung (das Mastering) weitergeleitet. Nur den Nachnamen des Schlagzeugers scheint niemand so genau zu kennen, denn dieser ist hier und da mal entweder als Kaus oder Kraus aufgeführt.
Aber gut, dieser etwas kuriose Punkt sollte kein Aspekt für die Bewertung des neuen Silberlings sein. Denn musikalisch machen die Jungs aus Dreieich genau dort weiter, wo sie aufgehört haben. Nur noch etwas variabler und ausgefeilter, als auf den beiden Vorgängern. Mittlerweile im elften Jahr ihres Bestehens angekommen schafft es die Band erneut, sowohl eingängig und radiotauglich zu klingen, als auch kaum irgendwelche Zugeständnisse oder Kompromisse bzgl. ihrer Musik zuzulassen. Diese Combo geht einen geraden Weg.
Und so ist sich der Vierer auch bezüglich der Ingredienzien in Bezug auf das Songwriting treu geblieben. Fette, nach vorne treibende Gitarrenriffs, eine als unumstößlicher Fels in der Brandung agierende Rhythmusabteilung und die sehr gut ins Ohr gehenden Gesangsmelodien, die von Jonas Fisch sehr variabel eingesetzt werden, sind auch die Zutaten für diese neun, bereits im vergangenen November erschienenen Songs. Immer wieder werden die Tempi - auch innerhalb der Tracks - geschickt variiert, was sie (die Tracks) sehr frisch wirken lässt.
Neben geilem Abgeh-Rock ("Plastic Smile" oder "Not Your Blood") sind auch so unterschiedliche Einflüsse wie Funk (bei "My Dear Idea") oder mal der eine oder andere Pop-Tupfer (zum Beispiel bei "Haunting Me") zu finden. Alles in allem scheint die Band aber ihren Stil gefunden zu haben, den sie auch konsequent durchzieht. Vielleicht ist es lediglich Einbildung, aber ich habe das Gefühl, dass die Truppe sehr ausgewogen ist und ohne jegliche Egoprobleme gemeinsam und unbeirrbar am selben Strang zieht, was sich selbstverständlich immer positiv auswirkt.
Inhuman stellen weiterhin die Qualität vor Quantität und das ist auch gut so. Dennoch muss die Anmerkung erlaubt sein, dass etwas mehr als 33 Minuten für ein komplettes Album doch ein bisschen mager sind. Ansonsten bekommt man hier von der Band, was man sich nach dem Genuss der beiden ersten Scheiben erhofft hat. Und zwar mit deutlichen Fortschritten, was praktisch jeden einzelnen Aspekt dieser Albumproduktion betrifft.
In Deutschland, Frankreich und Belgien haben sich die vier Hessen bereits eine Fanschar erspielt. Mit dem neuen Album im Gepäck wird sicherlich noch expandiert werden können.
Line-up:
Jonas Fisch (lead vocals, guitars)
Christoph Pohl (guitars, background vocals)
Sebastian Wodtcke (bass)
Timo Kraus (drums, background vocals)
Tracklist |
01:Plastic Smile
02:Tight Rope
03:My Dear Idea
04:Sticks And Stones
05:Original Sin
06:Cober City
07:Haunting Me
08:Storm
09:Not Your Blood
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