Jimmy Steeltown / Bridgeman Blues Band
14.11.2014, Schwarzer Adler, Rheinberg
Live on Stage Jimmy Steeltown / Bridgeman Blues Band
Schwarzer Adler, Rheinberg
14. November 2014
Stil: Blues Rock
Konzertbericht


Artikel vom 22.11.2014


Joachim 'Joe' Brookes
The Bridgeman Blues Band Die Rheinberger Bluesparty 2014 startete im Schwarzen Adler, Rheinberg. Sami Durak machte vorweg die Ansage, nicht ohne zu betonen, dass es für das Festival noch Karten gab. Hätte die Rheinberger Bluesparty nie eine Pause eingelegt, wäre 2014 die fünfundzwanzigste Veranstaltung über die Bühne der Stadthalle Rheinberg gegangen. Wie dem auch sei, Sami Durak freute sich, die beiden Bands des Abends vorzustellen.
Jimmy Steeltown sowie The Bridgeman Blues Band (BBB) sorgten für sehr gute Stimmung. Zwei Bands, die den Blues beziehungsweise Blues Rock eigener Prägung vertraten.
Aus Wegberg kommend, begann The Bridgman Blues Band mit Trio-Format bei den Zuschauern für gute Laune zu sorgen. Frontmann Sebastian Brüggemann ist auch Keyboarder der
Dennis Hormes Bluesband und RockTimes konnte BBB bei einem Support-Act von Dennis Hormes im Stradivari, Kempen bewundern. Außerdem ist Sebastian Brüggemann Gitarrist bei AIRIA und früher unter anderem beschäftigt bei Excess Denied oder Friz Quadrata. Bassist Fred Grayson kommt gebürtig aus Birmingham, Alabama und war bei The Commodores, Dennis Binder oder Nick Credington beschäftigt. Tim Weckauf (Schlagzeug) ist ebenfalls Mitglied bei der Band AIRIA.
The Bridgeman Blues BandMit "Same Old Story" kam The Bridgeman Blues Band sehr gut aus den Startlöchern. Ein toller Groove und herrlich fließende Basstöne untermalten die ausdrucksstarke Stimme von Frontmann Sebastian Brüggemann und sein feuriges Gitarrenspiel. Die Lunte der guten Stimmung im Schwarzen Alder war entzündet. Nach "When I Have To Play The Blues" und "That Kind Of Woman", zwei straighten Blues-Nummern gab es in Chuck Berrys "Thirty Days" eine mächtige Portion Rock'n'Roll mit einem erdigen Country-Schuss auf die Ohren.
"Do You Want My Pain" war eine ganz frisch geschriebene Nummer aus dem Hause BBB und das Trio zeigte, wie bei ihm der Slow Blues buchstabiert wurde. Der Gitarrist servierte eine leidenschaftliche Fretboard-Fahrt, bei der alle Augen der Anwesenden auf seine Finger schauten.
The Bridgeman Blues BandNach einer gewissen Entspannung folgte wieder Spannung. Die knackigen Riffs von "So Bad" machten ordentlich Druck im Kessel des Blues Rock und zusammen mit Fred Grayson kam auch der melodische Chorgesang sehr gut rüber. Schließlich war die Zeit für den Funk im 12-Takter gekommen. Auf seinem Arbeitsgerät kreierte Sebastian Brüggemann feine Effekte und Fred Grayson slappte vorzüglich die fünf dicken Saiten seines Tieftöners. Klasse!
"Tears Of Emeralds" war Blues aus der verkehrsberuhigten Zone und zum Niederknien. Feeling wurde groß geschrieben und der Szenenapplaus nach dem Gitarrensolo nur berechtigt. Tim Weckaufs Schlagzeug-Einsätze liefen wie ein Schweizer Chronometer und er hatte nicht nur bei "Hard Times" von Gary Moore den Groove in den Handgelenken. Am Ende des Gigs hatte der formidable Drummer unter anderem mit höllischem Double Bass-Einsatz dann seinen Soloauftritt. Super! Logisch, da war das Publikum mit lautem Beifall ganz nah bei seinen Fell- und Becken-Aktivitäten. Die Eigenkomposition "Can't Help Myself" verfügte über vitalisierende Breaks und die Dynamik war hier die Substanz längerer Ausflüge. Nach einer Gitarre-Bass-Frage-Antwort-Einlage zog einem das energetische Trio mit dem Instrumental "Time Wrap" quasi den Metallboden im Schwarzen Adler unter den Füßen weg. Das rhythmische Klatschen und die Rufe nach Zugabe wurden zwar erhört, aber wegen des engen Zeitplans leider nicht erfüllt.
Jimmy SteeltownJimmy Steeltown eröffnete seinen Gig mit einer "Two Faces"-Ausgabe, die dem Songtitel alle Ehre machte. Im Trio, ohne den Sänger Jens Skorwider gab es eine ausladende instrumentale Einleitung, bei der Gitarrist Mikel Bluni in Blitzlichtern seine Verbundenheit zu Jimi Hendrix offenbarte. Dann enterte der Frontmann die Bühne und das Stück wurde zu einer vehementen Standortbestimmung der Band aus dem Kohlenpott.
Die Setlist des Abends wurde von Liedern aus dem Album Cut, Cry, Smile gefüttert. Kräftigen Rock mit einer Prise Südsee gab es im knackig-kurzen, mit unterschiedlich gespannter Triebfeder ausgelegten "I Want You So Bad". Mikel Bluni zeigte seine Qualitäten nicht nur auf den sechs Saiten seiner verschiedenen Gitarren, die er zum Einsatz brachte. Seine Backing Vocals waren eine perfekte Ergänzung zu Jens Skorwiders Gesang. Bassist Max Hilberer sorgte für bodenständige, sehr melodische Begleitung und zusammen mit einem beeindruckend drummenden David Jung goss die Rhythmusabteilung ein massives Fundament, auf dem sich Mikel Bluni sowie Jens Skorwider perfekt austoben konnten.
Jimmy SteeltownZu einer richtig schönen Jam-Session wurde das Konzert, als der Bandleader von Blue Ray & The Players persönlich die Bühne für zwei Songs mit Jimmy Steeltown teilte. Mit Blue Rays beseeltem Harp-Spiel wurde die Stimmung noch weiter in die Höhe getrieben und "When The Lights" wurde zu einem Highlight des Auftritts. Auch hier lieferte man ein immer wieder gerne gehörtes Frage-Antwort-Spiel. An der Diskussion beteiligt waren Blue Ray sowie Mikel Bluni. Super Jam-Einlage!
Der Blues-Funk sprühte gleißend-grelles Licht in die Menge, als der "Bad Deep Blues" die Runde machte. Entfesselt sendete der Gitarrist eine Nachricht nach der anderen aus seinem Verstärker und spätestens bei "You Say" eroberte der Guitarslinger die Herzen der Anwesenden. Der Refrain war der Animateur zum Mitsingen.
"Endless Emotion", ein brandneuer Stakkato-Riff-Rocker von Jimmy Steeltown war abermals die Spielwiese von Mikel Bluni, der mit einem verdammt langen Solo seine variantenreiche Flexibilität unter Beweis stellt.
Jimmy Steeltown"The Lie" war ein weiterer Höhepunkt des Konzerts. Dieses Stück hatte Klasse, war ein Hinhörer und konnte abermals mit seinem melodischen Refrain punkten. Die Wah Wah-Aktionen des Gitarristen fielen definitiv auf fruchtbaren Rock-Boden.
"Speed Of Life" bot feinsten Blues der gefühlsechten Klasse und auch der Beifall des Publikums bot eine gewisse Dynamik. Für seinen Einsatz am Schlagzeug gehörte David Jung ein besonderes Lob!
Zu einer Zugabe kam es auch hier nicht, allerdings aus anderen Gründen. Schade! Der Sänger von Jimmy Steeltown wurde von einer starken Grippe geplagt und war nicht so gut bei Stimme. Seine gute Laune litt darunter aber nicht. Respekt, Jens Skordwider! Trotzdem bündelte er alle Energie, um ein gut eineinhalbstündiges Konzert durchzuhalten. Noch mehr Anerkennung galt ihm, weil es als Highlight und letzten Song, nur in Begleitung von Mikel Bluni eine Interpretation von John Mayers "Find Another You" gab.
Die Rheinberger Bluesparty wurde durch ein tolles Doppelkonzert eröffnet und am folgenden Tag standen auf der Bühne der Stadthalle unter anderem Sugar Blue, Khalif Wailin' Walter, Blues Tones und Little Steve & The Big Beat.
Wir bedanken uns bei Jens Skorwider für die problemlose Akkreditierung.
Line-up:Jimmy Steeltown
Jens Skorwider (vocals)
Mikel Bluni (guitar, backing vocals)
Max Hilberer (bass)
David Jung (drums)
Line-up:Bridgeman Blues Band
Sebastian Brüggemann (guitar, vocals)
Fred Grayson (bass, backing vocals)
Tim Weckauf (drums)
Bilder vom Konzert
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