»Hunde, wollt ihr ewig leben??« Die
Los Bastardos Finlandeses scheinen jedenfalls dem Lifestyle des Rock'n'Roll zugetan -
»lebe schnell, sterbe jung und hinterlasse gefälligst eine gutaussehende Leiche!!« Wurden die vier 'räudigen' Finnen mit dem Vorgänger noch
Saved By Rock'n'Roll (was nicht nur dem geschätzten Kollegen gefiel), so steht nun der "Day Of The Dead" vor der Tür.
Seit neun Jahren machen die
Bastardos nicht nur die Mücken ihres Heimatlandes scheu, sondern konnten mit zwei, drei Hits auch ihren (überaus begeisterungsfähigen) Landsleuten Beine machen. Das hier zu besprechende Album erreichte sogar mit Platz 19 das bis dato höchste Ranking der Band in den finnischen Charts.
Der bunteste Paradiesvogel der
Los Bastardos ist sicherlich
Ben Granfelt aka
El Gringo, der mit seinen
Gringos Locos - man lese und staune - in den Spätachtzigern Southern Rock aus finnischen Landen exportierte. Zeitweilig war er Gitarrist bei den
Leningrad Cowboys sowie
Wishbone Ash und ist mit seiner
Ben Granfelt Band auch auf eigenen Füßen ziemlich erfolgreich.
Folglich wundert es herzlich wenig, wenn man bei den
Los Bastardos Finlandeses eine Spur Southern Rock zu vernehmen glaubt. Ist erster Linie erinnert die Band aber eher an einen 'Bastard' aus
AC/DC und
Thin Lizzy, vor allem, weil
El Taff bei den Bass- wie Gesangsparts gelegentlich stark an einen
Phil Lynott mit chronischer Kehlkopfentzündung erinnert. Ja, und natürlich liegt der donnernde Rock'n'Roll von
Motörhead ein ums andere Mal völlig blank. Soll aber keinesfalls heißen, dass die
Bastardos hier nur schnöde abkupfern. Nein, nein - das klingt schon alles verdammt eigenständig und mitreißend. Ist zwar nicht das neu erfundene Rad - allerdings auch keinesfalls ein quadratisches...
Die Single "Smokin' Dynamite" stürmt mit einem Riff-Donnerwetter die Pole-Position (in doppelter Hinsicht) von "Day Of The Dead". Hell yeah - ein solcher Beitrag von Finnland, und unsereins guckt auch mal wieder den ESC. Gegen diese Handgranate würde
Lordi im Vorentscheid gewiss uralt aussehen! Der Titelsong - die (etwas andere) Ballade eines Leichenbestatters - besticht durch einen schamanenhaften, überaus eingängigen Refrain. Leute, spielt mir diesen Song, wenn ich dereinst in die Kiste hüpfe!!
Weiter geht's Vollgas im Geländegang... "End Of The World" entpuppt sich als Hardrocker mit Waffenscheinpflicht -
El Taffs grölendes Organ weckt derweil Tote auf.
Phil Lynott beispielsweise: "You Can't" ist jedenfalls eine einzige Reminiszenz an diesen zweitgrößten Iren aller Zeiten. Allerdings ist dieser Pedal-to-the-metal-Sound gleichzeitig auch das (einzige) Manko von "Day Of The Dead". Die Härte stimmt - nur das Tempo hätte geschickter variiert werden können (und müssen). Es fehlen die Powerballaden und die gezügelten Midtempo-Rocker zum vollen Glück.
Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, es hier mit einer nackenbrechenden Hard Rock-Scheibe der Extraklasse zu tun zu haben. Dieser schmutzige Biker-Rock betört mit einem atemberaubenden Duft nach Bier, Schweiß, Dieselsprit... und natürlich jeder Menge Schwefel!! So macht das Sterben gleich viel mehr Spaß...