Los Bastardos Finlandeses / Day Of The Dead
Day Of The Dead Spielzeit: 35:48
Medium: CD
Label: 100% Record Company
(Ranka Kustannus), 2014 (2013)
Stil: Hard Rock

Review vom 13.05.2014


Steve Braun
»Hunde, wollt ihr ewig leben??« Die Los Bastardos Finlandeses scheinen jedenfalls dem Lifestyle des Rock'n'Roll zugetan - »lebe schnell, sterbe jung und hinterlasse gefälligst eine gutaussehende Leiche!!« Wurden die vier 'räudigen' Finnen mit dem Vorgänger noch Saved By Rock'n'Roll (was nicht nur dem geschätzten Kollegen gefiel), so steht nun der "Day Of The Dead" vor der Tür.
Seit neun Jahren machen die Bastardos nicht nur die Mücken ihres Heimatlandes scheu, sondern konnten mit zwei, drei Hits auch ihren (überaus begeisterungsfähigen) Landsleuten Beine machen. Das hier zu besprechende Album erreichte sogar mit Platz 19 das bis dato höchste Ranking der Band in den finnischen Charts.
Der bunteste Paradiesvogel der Los Bastardos ist sicherlich Ben Granfelt aka El Gringo, der mit seinen Gringos Locos - man lese und staune - in den Spätachtzigern Southern Rock aus finnischen Landen exportierte. Zeitweilig war er Gitarrist bei den Leningrad Cowboys sowie Wishbone Ash und ist mit seiner Ben Granfelt Band auch auf eigenen Füßen ziemlich erfolgreich.
Folglich wundert es herzlich wenig, wenn man bei den Los Bastardos Finlandeses eine Spur Southern Rock zu vernehmen glaubt. Ist erster Linie erinnert die Band aber eher an einen 'Bastard' aus AC/DC und Thin Lizzy, vor allem, weil El Taff bei den Bass- wie Gesangsparts gelegentlich stark an einen Phil Lynott mit chronischer Kehlkopfentzündung erinnert. Ja, und natürlich liegt der donnernde Rock'n'Roll von Motörhead ein ums andere Mal völlig blank. Soll aber keinesfalls heißen, dass die Bastardos hier nur schnöde abkupfern. Nein, nein - das klingt schon alles verdammt eigenständig und mitreißend. Ist zwar nicht das neu erfundene Rad - allerdings auch keinesfalls ein quadratisches...
Die Single "Smokin' Dynamite" stürmt mit einem Riff-Donnerwetter die Pole-Position (in doppelter Hinsicht) von "Day Of The Dead". Hell yeah - ein solcher Beitrag von Finnland, und unsereins guckt auch mal wieder den ESC. Gegen diese Handgranate würde Lordi im Vorentscheid gewiss uralt aussehen! Der Titelsong - die (etwas andere) Ballade eines Leichenbestatters - besticht durch einen schamanenhaften, überaus eingängigen Refrain. Leute, spielt mir diesen Song, wenn ich dereinst in die Kiste hüpfe!!
Weiter geht's Vollgas im Geländegang... "End Of The World" entpuppt sich als Hardrocker mit Waffenscheinpflicht - El Taffs grölendes Organ weckt derweil Tote auf. Phil Lynott beispielsweise: "You Can't" ist jedenfalls eine einzige Reminiszenz an diesen zweitgrößten Iren aller Zeiten. Allerdings ist dieser Pedal-to-the-metal-Sound gleichzeitig auch das (einzige) Manko von "Day Of The Dead". Die Härte stimmt - nur das Tempo hätte geschickter variiert werden können (und müssen). Es fehlen die Powerballaden und die gezügelten Midtempo-Rocker zum vollen Glück.
Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, es hier mit einer nackenbrechenden Hard Rock-Scheibe der Extraklasse zu tun zu haben. Dieser schmutzige Biker-Rock betört mit einem atemberaubenden Duft nach Bier, Schweiß, Dieselsprit... und natürlich jeder Menge Schwefel!! So macht das Sterben gleich viel mehr Spaß...
Line-up:
El Taff Bastardo (vocals, bass)
El Bastardo Grande (drums)
El Gringo (guitars, vocals)
Don Osma (guitars, vocals)
Tracklist
01:Smokin' Dynamite (3:42)
02:Rocket Science (3:39)
03:The Day Of The Dead (4:37)
04:Goddess Of The Valley (3:30)
05:End Of The World (3:58)
06:You Can't (2:58)
07:Forever The Desperado (2:52)
08:End Of The Empire/A Kick In The Balls (2:58)
09:Old Dog In The Rain (3:27)
10:Last Call For Rock'n'Roll (3:48)
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