Da ich in letzter Zeit hier vermehrt mit Musik zu tun hatte, die von weiblichen Vokalisten dominiert wurde, schien es logisch, mir auch das Debütwerk von Lunden Reign zur Besprechung aufzuerlegen. Besagte Lunden Reign erhalten ihr Gesicht durch die beiden hübschen Blondinen Nikki Lunden und Lora G. Espinoza-Lunden. Im Hintergrund zieht der mir durch seine starke Gitarrenarbeit auf John WaitesRough And Tumble und auch als sein Tour-Begleiter bekannte Luis Maldonado als Produzent und Musiker die Fäden.
Nikki Lunden ist vom Gesang her, im Vergleich zu den Frontfrauen, die mir in der jüngeren Vergangenheit begegnet sind, im oberen Bereich der Skala anzusiedeln. Sie macht ihre Sache mit einer durchaus variablen Vorstellung richtig gut und passt demnach auch zur klassisch, auf Rock gepolten Musik der Band. Lora G. und Luis setzen die Akzente im Songwriting und der unaufgeregten, aber gezielten rhythmischen E-Gitarrenarbeit (eher im Führungsriff-Bereich, relativ wenige Soli).
Sämtliche Tracks sind sehr melodisch gehalten. Vieles erinnert mich an Sachen von Heart, wo Parallelen nicht nur wegen der Damen-Doppelspitze zum Teil unverkennbar sind. Einen netten Farbtupfer bietet Ana Lenchantin, die auf Stücken wie "The Savage Line", "28 If (Without, Which Not)" - merkwürdiger Titel… - und dem Titelsong des Werkes "American Stranger" (phasenweise mit ein wenig Meat Loaf-Flair) mit ihrem Cello für eine atmosphärische Note sorgt. Mein Lieblingslied ist das sehr schön strukturierte "Mary" - im Stil von Lita Ford zu ihren besseren Zeiten, wo es auch mal ein knackiges E-Solo zu hören gab.
Hitpotential haben, aufgrund ihrer Eingängigkeit und markanter Refrainzeile, am ehesten der Opener "Love In Free Fall" und "Hush & Whispers". "The Light" verströmt sogar einen Hauch psychedelischen Esprits von Led Zeppelin.
Lunden Reign bieten mit ihrem in Eigenregie erstellten Debüt "American Stranger" eine solide Vorstellung, ganz im Zeichen klassisch orientierter Rockmusik. Das geht größtenteils alles wie Öl ins Ohr rein, wirkt manchmal aber auch etwas brav und vorhersehbar.
Für eine neue Regentschaft in dieser Sparte dürfte es noch etwas verfrüht sein. Die Band wird aufgrund ihrer ansehnlichen Frontmädels demnächst sicherlich auf so manchem Festival zu sehen sein, dürfte aber hierzulande, auf sich gestellt, höchstens als Support etwas namhafterer Acts oder in ganz kleinen Clubs aufspielen, was ja durchaus auch immer seinen Reiz haben kann. Sehr schönes Cover-Artwork übrigens vom in Rockmusikkreisen mit Kultstatus bedachten IOANNIS.
Line-up:
Nikki Lunden (lead vocals, backing vocals)
Lora G. Espinoza-Lunden (guitars)
Luis Maldonado (guitars, bass, backing vocals)
Geoff Pearlman (guitar)
Morgan Young (drums)
Gerry Doot (drums)
Matthew Denis (bass)
Hector Maldonado (bass)
Ana Lenchantin (cello)
Sawami Shinohara (backing vocals)
| Tracklist |
01:Love In Free Fall
02:The Savage Line
03:28 If (Without, Which Not)
04:Hush & Whispers
05:American Stranger
06:Hear Me
07:Mary
08:The Light
09:When Love Lies
10:It's About Time
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Externe Links:
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