Wenn die amerikanische Singer/Songwriterin Eleni Mandell mit ihrem Album aus dem Jahr 2012 die Zukunft sehen konnte, hat diese zwei Jahre später prächtige Formen angenommen, die sie dem Hörer in insgesamt zwölf Songs präsentiert. Dabei ist die Künstlerin eine durchaus erfolgreiche Kollaboration mit der Begleitband des englischen Musikers Nick Lowe eingegangen und seine Produzenten Neil Brockbank (unter anderem auch Alison Moyet, Ocean Colour Scene, Spooner Oldham) sowie Robert Trehern (auch Tanika Tikaram) saßen gleich mit an den Reglern.
Was sich im bereits erwähnten Vorgängeralbum ankündigte, wurde auf "Let's Fly A Kite" auf beeindruckende Weise weiterentwickelt. Eleni Mandell ist nun wohl in ihr momentanes musikalisches Wohnzimmer nicht nur eingezogen, sondern ist dort auch geistig angekommen und hat es sich mächtig gemütlich gemacht.
Die Lieder sprechen eine sehr persönliche Sprache mit einem ungewöhnlich sympathischen Dialekt. Ihr Gesang ist hinreißend und hat in der Chorsängerin Angie Pollock (Goldfrapp, The Lightning Seeds) eine nicht nur kompetente, sondern auch kongeniale Partnerin gefunden. Neben Nick Lowes Band sorgen Musiker wie Matt Holland (Trompete, Waldhorn), Neil Brockbank/Tucker Nelson (Vibrafon), Kate St John (Akkordeon) oder Bob Loveday (Violine) für die eine oder andere saftige Überraschung im eh schon ungewöhnlichen Songwriting.
Ohne großartig musikalische Emulgatoren zu benutzen, bietet uns Eleni Mandell eine höchst variantenreiche Reise an, die in vielen Stationen wunderbar mit der Vergangenheit und Gegenwart spielt. Alles fließt mit einer frechen Überzeugungskraft niveauvoll in den Gusto der einzelnen Songs ein und oft darf sich der Hörer von verblüffenden Arrangements überraschen lassen.
Ja, "Let's Fly A Kite" hat phasenweise die im Albumtitel angedeutete Leichtigkeit eines bunten Drachens älterer Bauart. Mit einem Blick über die Grenze nach Mexiko wird man auch durch ein wenig Blues, Country und Retro Jazz verwöhnt. Die Künstlerin vermag mit ihrer Stimme gefühlvoll zu changieren. Da wird der Text einerseits zeitweise sanft ins Mikrofon gehaucht, andererseits hat sie echte Crooner-Qualitäten.
Wie die durchweg tollen Lyrics in musikalisch-brillante Szenarien umgesetzt werden, zeigt großen Charakter. Eleni Mandell kann zum Beispiel in dem wunderschön swingenden Stück "Something To Think About" auch den mahnenden Zeigefinger heben:
»[...] We're building it up and they're tearing it down
There's a sale on the things that we want and we want things to throw in the ground
The president said he'd end the war cause it's the right thing to do
But the president didn't end the war like he promised to
It's something to think about but I don't want to think anything 'cept me and you [...]«
Schließlich erreicht man sehr angetan von der Musik die Endstation der Reise und gerade hier serviert uns die Protagonistin eine Art Gypsy-Cocktail der besonderen Art. Neben toll jazzendem Saxofon (mit ausgereiftem Solo) rhythmisiert die Gitarre in herrlicher Django Reinhardt-Manier. Dazu gesellt sich auch noch ein bestens aufgelegtes Piano. Ja, so lässt man sich gerne unterhalten, verwöhnen von einem Album, mit dem Eleni Mandell ungewöhnliche Wege geht und damit voll punkten kann.
Line-up:
Eleni Mandell (vocals)
With:
Greg Townson (guitars)
Geraint Watkins (keyboards)
Matt Radford (bass)
Robert Trehern (drums, percussion)
Martin Winning (wind)
And:
Angie Pollock (backing vocals - #1-3,9,11)
Matt Holland (trumpet - #3-5,9, flugel horn - #3,9)
Bob Loveday (violin - #5,8,11, recorders - #11)
Neil Brockbank (vibraphone - #2,3)
Kate St John (accordion - #8)
Tucker Nelson (vibraphone - #8)
Tracklist |
01:Put My Baby To Bed (3:09)
02:Wedding Ring (2:51)
03:Little Joy (3:27)
04:Love Never Acted (3:16)
05:The Man Who's Always Lost (2:41)
06:I Like You (3:12)
07:Anyone Like You (3:48)
08:Maybe Yes (2:40)
09:Something To Think About (4:32)
10:Midnight Hauler (2:57)
11:Cool Water (2:53)
12:Like Dreamers Do (2:22)
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Externe Links:
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