The Mojo Gurus / Let's Get Lit With The Mojo Gurus
Let's Get Lit With The Mojo Gurus Spielzeit: 47:30
Medium: CD
Label: Linus Entertainment, 2009
Stil: Rock

Review vom 25.12.2009


Markus Kerren
Schlecht drauf? Lustlos? Vielleicht sogar depressiv und der Nervenarzt weiß auch nicht mehr, wie's weitergeht? Ich schon, Freunde des guten Geschmacks! Denn wenn einer der genannten Gemütszustände bei euch gerade präsent und akut sein sollte, dann gibt es eine brandneue Medizin, die auf den Namen The Mojo Gurus hört. Dieses Quartett aus dem US-Bundesstaat Florida wird euch garantiert zumindest für eine gute dreiviertel Stunde die Sorgen und dunklen Gedanken mit ihrem whiskeygetränkten Mix aus Rock'n'Roll, Country Rock und Ansätzen von Southern Rock aus Körper und Hirn saugen.
Als Anästhesie ist einzig und alleine eine prallvolle Pulle Jack Daniel's erlaubt und die OP-Werkzeuge bestehen aus einem losgelösten Schlagzeug, einem abgedrifteten Bass, einer manischen Gitarre, einem abhebenden Honky Tonk-Piano und einem Sänger, der schon mehrere Dankschreiben aus dem Hause Daniel erhalten haben dürfte, die für die jahrelangen und ungebrochen hohen Abnahmemengen von Herrn Steele ihre Komplimente aussprechen.
The Mojo Gurus haben bereits einige Jahre auf dem Buckel und veröffentlichten 2003 ihr erstes, eigenproduziertes Album "Damn Hot", das wir in Kürze ebenfalls in RockTimes vorstellen werden. Gefolgt von dem bereits hier bei uns besprochenen Shakin' In The Barn, das meinen ehemaligen Kollegen Olli Wirtz durchaus überzeugen konnte. Und spätestens jetzt kann ich das auch sehr gut nachvollziehen, denn bei mir rotiert schon seit Tagen das neue Werk "Let's Get Lit With The Mojo Gurus" in der Anlage rauf und runter. Ihr habt es am Anfang des Reviews bereits lesen können: Die Mojo Gurus rocken! Und das in allerbester Faces-Manier, dazu mit zahlreichen Chuck Berry-Riffs garniert. Auf ein Wort wie 'innovativ' wird geschissen, hier werden die Kabel eingestöpselt und dann geht sie los, die Party.
Schon direkt zu Beginn, wenn uns Kevin Steele beim Opener "Let's Get Lit" zu einem handfesten Besäufnis einlädt, bzw. geradezu auffordert, ist klar, wohin diese Reise gehen wird. »…I got lit last night and I'll get lit again today… some folks disapprove of it but that ain't worry me a bit, there's only three words that count for me and that is 'let's get lit'…«. Nach diesem feucht-fröhlichen Start mit höllisch rockenden Gitarren wird keinesfalls einen Gang runtergeschaltet, sondern mit "I Can't Stand To Hear That Song Again" in die gleiche Kerbe geschlagen. Aaaah, was machen diese Losgelöstheit und das abdrehende Honky-Tonk-Piano Spaß. Da kommen allerbeste Erinnerungen an Truppen wie die bereits erwähnten The Faces , The Quireboys (zu ihrer besten Zeit) und auch The Dogs d'Amour auf, während Doc Lovett seine Klampfe zum Qualmen bringt.
Herrlich ebenfalls der Barroom-Rocker "You Didn't Have To Do Me (Like That)", bei dem ein offensichtlich beleidigter Kevin seinen Blues bzgl. unfairer Behandlung klagt und dabei nach jeder Textzeile von Doc Lovett und und Vinnie Granese mit »…yah didn't ha' ta do me liiike tha'« gesanglich und moralisch unterstützt wird. Und so rocken sich die Mojo Gurus durch ihr Programm, bei dem auch mal ein Saxophon ("Rebelene") oder eine Fiddle sowie Mandoline ("Words From An Angel", eine der Country-beeinflussten Nummern) zur Stelle sind, um bei dieser Geschichte auch für die nötige Abwechslung zu sorgen. Klar dürfte sein, dass diese Truppe jeden Saal zum Beben bringen dürfte, sobald sie die Bühne bestiegen hat.
»Trotz allen anderen guten und einfallsreichen Ansätzen bewegen sich die meisten Tracks im Mittelmass des Genres. Fairerweise muss gesagt werden, dass die Messlatte ziemlich hoch liegt. Demnach kann den Mojo Gurus eine ordentliche Arbeit bescheinigt werden«. So fiel damals das Fazit von Olli 'Wahnwirtz' zu "Shakin' In The Barn" aus. Was mich dazu veranlasst, festzustellen, dass mit "Let's Get Lit With The Mojo Gurus" noch ein ganz ordentlicher Zacken draufgelegt wurde, da hier fast jeder Track ein Gewinner ist. Good-Time-Rock'n'Roll, der jede Party in Schwung bringen wird, darüber hinaus zuhause auch allerbestens als Anheizer und Motivator zu gebrauchen ist, dürfte dieses Album eigentlich hervorragend in jedes Rock-CD-Regal passen.
Das neue Album der Mojo Gurus hat definitiv mehr zu bieten, als 'just a couple of kicks'.
Line-up:
Kevin Steele (lead vocals, harmonica)
Doc Lovett (guitars, background vocals)
Vinnie Granese (bass, background vocals)
Mark Busto (drums)

With guests:
Blind Buddy Moody (fiddle)
Billy Sandlin (banjo, mandolin)
Howard Helm (keyboards)
Gene Cannon (saxophone)
Steve Sobecki (pedal steel)
Natty Moss Bond (background vocals)
Tracklist
01:Let's Get Lit
02:I Can't Stand To Hear That Song Again
03:Bucket O' Blood
04:You Didn't Have To Do Me (Like That)
05:Better Of The Bottle
06:(Just A Couple) Of Kicks
07:Rebelene
08:Words From An Angel
09:13
10:Price I Pay
11:Stingray
12:Nuthin' But A Thang
13:Party Doll
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